Die Befreiung des Duce


Otto Skorzeny



Vom Innern eines DSF-230 Lastenseglers kann man praktisch nichts von der Landschaft erkennen. Sein Stahlrohrrahmen ist nur mit Zeltstoff überspannt. Unser Pulk stieg durch dicke Wolkengruppen auf 3500 m Höhe. Strahlender Sonnenschein drang durch die kleinen Plastikfenster, und ich sah einige meiner Leute, die ihren ganzen Notproviant aufgegessen hatten und denen es nun sehr übel wurde. Auch das Gesicht des Generals Soleti, der vor mir zwischen meinen Knien saß, nahm die graugrüne Farbe seiner Uniform an.

Der Pilot des Henschel-Schleppflugzeuges unterrichtete durch Bordtelefon den Piloten unseres Lastenseglers, Leutnant Maier-Wehner, den Chef aller Segelflugzeugpiloten. Dieser gab mir seinerseits die jeweilige Position unserer Formation durch. Auf diese Weise konnte ich den Flug genau verfolgen. Ich hielt eine detaillierte Karte in den Händen, die Radl und ich nach am 8. September aus der Maschine Langguths gemachten Aufnahmen gezeichnet hatten, und erinnerte mich an die Worte General Students: ». .. ich bin überzeugt, daß jeder von Ihnen seine Pflicht erfüllen wird.« Da meldete mir Leutnant Meier-Wehner, daß ihm der Pilot unserer Schleppmaschine durchgegeben habe, das Leitflugzeug Langguths und die Lastensegler Nr. 1 und 2 seien nicht mehr in Sicht. Später erfuhr ich, daß diese Flugzeuge ganz einfach abgedreht und nach Pratica di Mare zurückgekehrt waren! Das bedeutete, daß mein Stoßtrupp und der von Radl keine Rückendeckung mehr hatten und ich als erster landen mußte, wenn ich das Unternehmen überhaupt durchführen wollte. Ich wußte nicht, daß auch hinter mir zwei weitere Lastensegler fehlten. So glaubte ich, neun Lastensegler hinter mir zu haben, und hatte in Wirklichkeit nur sieben! Zu Meier-Wehner rief ich: »Wir übernehmen die Spitze!« und schnitt mit meinem Fallschirmmesser zwei Öffnungen in die Verspannung. Dadurch konnte ich mich einigermaßen orientieren und den beiden Piloten Anweisungen geben: erst Meier-Wehner, der dann den Befehl an die »Lokomotive«, die uns zog, weitergab. Endlich entdeckte ich unter uns das Städtchen Aquila in den Abruzzen und den kleinen Flugplatz, dann etwas weiter auf der Serpentinenstraße zur Talstation der Drahtseilbahn auch die Kolonne Mors, die gerade Assergi passiert hatte und eine dichte Staubwolke hinterließ. Sie waren pünktlich; unten stimmte alles. Es war fast schon die X-Zeit, 14 Uhr, und ich rief: »Stahlhelme festschnallen!«

Unter uns tauchte das Hotel auf. »Schleppseil ausklinken!« befahl Leutnant Meier-Wehner und zog kurz danach eine einwandfreie Kurve über dem Plateau. Ich mußte feststellen, daß die flachgeneigte Wiese, auf der wir im Gleitflug landen wollten – wie es General Student angeordnet hatte – nur eine kurze, steile Wiese und dazu noch mit Felsbrocken übersät war. Sofort rief ich: »Sturzlandung! Möglichst nahe hinter dem Hotel!« Die anderen sieben Lastensegler, die hinter mir flogen, würden sicher dasselbe machen. Radl, dem der Pilot der Maschine Nr. 4 unser Manöver meldete, gestand mir später, daß er dachte, ich hätte den Verstand verloren. Trotz Bremsfallschirm landete unsere Maschine mit viel zu großer Geschwindigkeit, machte noch einige Sätze und kam schließlich mit viel Getöse und fast völlig zerstört etwa 15m vor der Ecke des Hotels zum Stehen. Von da an ging alles sehr rasch. Ich lief, so schnell ich konnte, Waffe in der Hand, dem Hotel zu. Meine sieben Kameraden der Waffen-SS und Leutnant Meier folgten. Ein Posten schaute uns nur völlig verblüfft an. Rechts eine Tür: ich drang ein. Ein Funker saß vor seinem Gerät und arbeitete. Ich stieß mit einem Fußtritt den Stuhl unter ihm weg, und der Funker fiel auf den Boden. Ein Schlag mit der Maschinenpistole in das Funkgerät, und der Apparat war zerstört. Später erfuhr ich, daß in diesem Moment eine Meldung des Generals Cueli durchgegeben werden sollte, daß Flugzeuge zur Landung ansetzten. Aber der Raum hatte keine weitere Türe ins innere Gebäude, und so stürzten wir weiter, die Rückfront des Hotels entlang, um eine Eingangstür zu finden: aber es war keine vorhanden. Nur am Ende die Mauerwand einer Terrasse. Über die Schultern des Scharführers Himmel kletterte ich hinauf – noch ein Schwung, und ich stand jetzt an der Vorderseite des Hotels. Ich lief weiter und erblickte plötzlich in einem Fensterrahmen das markante Profil Mussolinis. »Duce, weg vom Fenster!« rief ich, so laut ich konnte.

Vor dem Haupteingang des Hotels waren zwei MGs in Stellung. Wir warfen sie mit Fußtritten um und drängten die italienische Besatzung zurück. Hinter mir brüllte es: »Mani in alto!« Ich stürzte gegen die Carabinieri, die sich am Eingang stauten, und drängte mich im Handgemenge in nicht gerade sanfter Weise gegen den Strom. Ich hatte den Duce im ersten Stock rechts gesehen. Eine Treppe führte nach oben. Ich sprang hinauf, drei Stufen auf einmal nehmend. Rechts ein Gang und die zweite Tür. Da war der, Duce, mit ihm noch zwei italienische Offiziere und eine Person in Zivil. Ich stellte alle drei gegen die Wand. U.St.Fhr. Schwerdt beförderte sie auf den Gang. Am Fenster tauchten Unterscharführer Holzer und Benzer auf: sie waren die Fassade direkt am Blitzableiter heraufgeklettert. Der Duce war also in unserer Hand und stand unter unserem Schutz. Die ganze Aktion hatte sich in knapp vier Minuten abgespielt – ohne daß ein einziger Schuß gefallen war.

Ich hatte keine Zeit, dem Duce irgend etwas zu sagen. Durch das offene Fenster sah ich Radl und seine Gruppe im Laufschritt ankommen: ihr Lastensegler war vor dem Hotel gelandet. Die Waffen schußbereit in der Hand, stürzten sie zum Eingang, wo die Carabinieri eben damit beschäftigt waren, ihre MGs wiederaufzustellen. Ich rief Radl zu: »Alles in Ordnung hier! Unten absichern!«

In weiter Entfernung fielen ein paar Schüsse: die italienischen Posten waren aufgewacht. Ich ging auf den Gang und verlangte den Kommandanten des Hotels sofort zu sprechen. Die Carabinieri mußten nun, so schnell es ging, entwaffnet werden. Ihr Chef war nicht weit weg, ein Oberst. »Jeder Widerstand ist zwecklos«, sagte ich ihm auf französisch. »Ich verlange eine sofortige Übergabe!«

»Ich brauche etwas Bedenkzeit! ... Muß mit General Soleti sprechen ...« »Sie bekommen eine Minute! Los!«

Eben betrat Radl den Raum; er hatte sich durchschlagen können. Ich ließ zwei unserer Soldaten als Posten vor der Tür und betrat das Zimmer Mussolinis, wo sich immer noch Schwerdt befand. »Duce, der Führer hat mir den Befehl gegeben, Sie zu befreien!« Er drückte mir die Hände und umarmte mich mit den Worten: »Ich wußte, daß mein Freund Adolf Hitler mich nicht im Stich lassen wird!« Benito Mussolini war sehr gerührt, und seine schwarzen Augen glänzten. Ich muß gestehen, daß dies für mich einer der großen Augenblicke in meinem Leben war.

Die Minute Bedenkzeit war verstrichen, und der Oberst hatte nachgedacht. Er kam wieder ins Zimmer, kapitulierte, reichte mir ein Glas Rotwein und sagte mit knapper Verbeugung:

»Auf den Sieger!«

Ich trank auf sein Wohl und reichte das Glas dem durstigen Radl weiter, der es sofort leerte.

General Soleti, einmal aus dem Flugzeug, war wieder zu sich gekommen. Er hatte uns natürlich nicht bei der Erstürmung der Terrasse folgen können, wurde jedoch von der Gruppe Radl des Lastenseglers Nr. 4 gesehen und aufgenommen. Da ihm sicher nichts daran lag, daß man auf ihn schoß, wiederholte er, wie alle meine Leute, meinen Befehl: »Mani in alto!« Ein aus dem Fenster gehängtes Bettlaken ersetzte die weiße Fahne. Als Leutnant v. Berlepsch das Laken am Fenster erblickte, befolgte er genauestens meine Anweisungen und umstellte nur das Hotel mit seinen Fallschirmjägern. Ich erteilte ihm durchs Fenster den Befehl, sofort die zahlreiche Bewachung des Duce zu entwaffnen, und fügte hinzu: »Sachte, aber schnellstens!«

Leutnant v. Berlepsch grüßte und klemmte sein Monokel ein. Er hatte verstanden. Auf Wunsch General Soletis, den Mussolini gut kannte, durften die Offiziere ihre Revolver behalten. Der Duce sagte mir, daß ihn der in Tobruk schwerverletzte Carabinierihauptmann Faviola wie auch die anderen Carabinierioffiziere gut behandelt hätten. Allerdings hatte ihm Faviola am ii. September alle schneidenden Gegenstände, die er besaß, wie Messer, Rasierklingen und so weiter abgenommen: Mussolini war entschlossen, den Alliierten nicht lebend in die Hände zu fallen.

Ich erfuhr, daß wir auch einen General gefangengenommen hatten. Dann stellte man mir den Mann im Zivilanzug vor, der sich zusammen mit Hauptmann Faviola und einem anderen Offizier im Zimmer des Duce aufhielt, als Schwerdt und ich ankamen: es war General Cueli! Später hörte ich: dieser Mann hatte für denselben Nachmittag den Auftrag, Mussolini abzutransportieren und an die Alliierten auszuliefern! Ich entschied, daß auch Soleti und Cueli nach Rom zu schaffen seien.

Einer unserer Lastensegler stürzte auf eine Geröllhalde in etwa 800 m Entfernung. Die zehn Verletzten wurden sofort von unserem Sanitäter und italienischen Soldaten geborgen und von Dr. Brunner und italienischen Sanitätern behandelt. Keiner der Abgestürzten war schwer verletzt. Wir hatten zweifellos ein unwahrscheinliches Glück gehabt; keine Rede von 80 Prozent Verlusten, wie uns im Regimentsstab der Fallschirmjäger prophezeit worden war!

Im Tal kam es im Laufe der Besetzung der Drahtseilstation zu einem kurzen Gefecht, und die Italiener erlitten geringfügige Verluste. Aber beide Stationen waren unversehrt in unseren Besitz gelangt. Major Mors ließ telefonisch anfragen, ob er mit der Seilbahn heraufkommen könne. Ich war einverstanden.

Meine Mission war allerdings noch nicht zu Ende. Wie konnte man den Duce nach Rom bringen? Dazu waren drei Möglichkeiten geplant. Die erste bestand darin, sich des Flugplatzes von Aquila di Abruzzi zu bemächtigen. Dort würden drei Heinkel 111 landen. Ich würde Mussolini zum Landeplatz und in eines der Flugzeuge begleiten. Diese Maschine würde von den beiden anderen während des Fluges abgedeckt werden.

Durch unseren im Tal angekommenen Funkwagen ließ ich die vereinbarte Meldung »Unternehmen erfolgreich durchgeführt« übermitteln. Ich setzte den Fallschirmjägerangriff auf den Flugplatz für 16 Uhr fest. Als ich aber auf die Bestätigung wartete, daß die drei He 111 landen würden, war keine Funkverbindung mehr mit der Funkstation des Fallschirmjägerkorps zu bekommen. Es ist mir bis heute unerklärlich, weshalb. Zweite Möglichkeit: ein Fieseler Storch sollte bei Assergi, der Talstation, landen. Leider funkte mir der Pilot des Flugzeuges, den ich bei seiner harten Landung durchs Fernglas beobachtete, daß seine Maschine Schaden am Fahrwerk erlitten hätte.

So blieb nur die dritte Lösung: Hauptmann Gerlach, General Students persönlicher Pilot, sollte mit einem anderen Fieseler Storch auf dem Campo Imperatore landen. Carabinieri und. Fallschirmjäger räumten eiligst eine schmale Landefläche frei, denn Gerlach drehte schon Kurven über uns und wartete auf die grüne Leuchtrakete »Landen!«.

Er landete mit bemerkenswertem Geschick, zur Bewunderung aller. Aber er mußte wieder starten, mit dem Duce – und mir! Ich hatte einen Befehl Hitlers erhalten. Der Start war sehr schwierig; wenn ich Benito Mussolini mit Gerlach allein wegfliegen ließ und er dann vielleicht mit dem Duce abstürzte, blieb mir nichts anderes übrig, als mir selbst eine Kugel in den Kopf zu schießen. Es hätte geheißen, ich wollte nicht den gefährlichen Start mit Mussolini und dem Piloten Gerlach riskieren.

Da ich mich für Plan C entschließen mußte, gab ich dem Duce bekannt, daß wir mit dem »Storch« in einer halben Stunde starten würden. Da er selbst Pilot war, wußte er, was ein Start in dieser Höhe und ohne richtige Piste bedeutete. Ich war ihm dankbar, daß er kein Wort über den Start verlor. Er wollte nach Rocca delle Caminate, verzichtete aber darauf, als er erfuhr, daß sich seine Frau und seine Kinder nicht mehr dort befanden, sondern mit einem meiner Kommandos unter Hpt.St.Fhr. Mandel bereits in München eingetroffen seien.

Er übergab Radl seine Koffer und trat vom Hotel ins Freie. Major Mors und zwei seiner Leutnante kamen eben an. Major Mors bat den »Fliegerhauptmann Skorzeny«, ihn beim Duce vorzustellen. Dies war gerade der glückliche Augenblick für den Kriegsberichterstatter v. Kayser der Division Student, der mit Mors in der Seilbahn auf das Campo Imperatore heraufgekommen war.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, daß mir zwar die Anwesenheit einer italienischen Division bei Aquila bekannt war, jedoch nicht, daß diese in Richtung auf Assergi vorgerückt war. Der Aufenthalt des Duce im Tal und die Zurücklegung der Strecke von der Talstation bis nach Assergi und von dort bis zum Flugplatz von Aquila über Camarda und Bazzano wären gefährlich gewesen. Ich hatte den Funkapparat im Hotel zerstört, mit dem Cueli seine Meldungen durchgab. Aber es war möglich, daß der Kommandeur der italienischen Division sich über die Funkunterbrechung wunderte und eine für uns unangenehme Initiative ergriff. Der Duce mußte so schnell wie möglich in Sicherheit gebracht werden. Plan C war jedoch mit größtem Risiko verbunden. Aber lassen wir noch einmal Karl Radl zu Wort kommen: »Als wir Gerlach, Mussolini und Skorzeny im Innern der kleinen Maschine zusammengepfercht sehen, ergreift uns alle Angst. Das Flugzeug gleitet den Abhang der >Startbahn< hinunter, von wo man die großen Steine weggeschafft hat. Aber durch das zweite Drittel des Weges führt eine Wasserabflußrinne. Gerlach versucht, sie zu umgehen. Er will das Flugzeug in die Höhe ziehen und dann abheben. Der Storch überspringt tatsächlich das Hindernis, kippt aber plötzlich nach links und scheint sich fast zu überschlagen. Dann kommt ein anderer Aufschlag... noch die letzten Meter, und er verschwindet im Abgrund.

Die Beine werden mir weich; ich habe das Gefühl, sie sind mir abgeschlagen worden. Plötzlich sitze ich auf einem der Koffer des Duce. Zum Glück hat es keiner gesehen. Das ist die Reaktion auf die ungeheure Aktivität und die Spannung der letzten Tage. Ich denke, daß nun alles umsonst war: der Duce wird sterben; ich werde mir eine Kugel in den Kopf schießen. Wir schauen alle auf das Flugzeug, das im Tal verschwindet. Totenstille. Nichts mehr zu sehen. Aber der Motor ist noch zu hören. Auf einmal erscheint auf der anderen Seite des Abgrunds der >Storch< und fliegt... fliegt in Richtung Rom!«

Vor einigen Jahren ließ ich mir auf dem internationalen Flugplatz von Rom einen Carabinierifeldwebel vorstellen. Er war einer derer, die am Gran Sasso mit einem MG die Eingangstür des Hotels hatten verteidigen sollen.

»Na«, sagte er, »da oben haben Sie mir einen schönen Kolbenhieb verpaßt, Herr Oberst!« »Das bedauere ich ...«

»Aber das war mir lieber als eine Kugel im Kopf!« »Sie sind mir nicht böse?«

»Nein, Herr Oberst. Nachher habe ich mit meinen Kameraden geholfen, die Felsbrocken wegzuschaffen, damit der Storch landen und mit dem Duce und Ihnen an Bord wieder starten konnte.« Wir drückten uns die Hand.

Das Flugzeug hatte linke Schlagseite und ging im Sturzflug ins Tal hinunter. Ich wartete auf den Aufprall und schloß kurz die Augen, öffnete sie wieder und bemerkte, daß Gerlach langsam den Knüppel anzog und den »Storch« wieder auffing: in gut dreißig Meter über dem Boden flogen wir über die Felsen zum Ausgang ins Tal von Arezzano. Ich konnte nicht umhin und legte die Hand auf die Schulter des Duce, der ebenso bleich wie Gerlach und ich war, sich umdrehte und lächelte. Er war sich der Gefahr völlig bewußt gewesen, hatte aber kein Wort darüber verloren. Erst jetzt begann er zu sprechen, und da wir aus Sicherheitsgründen nicht sehr hoch flogen, erklärte er mir die Gegend und rief alte Erinnerungen wach. Da fiel mir auf, daß er ein ausgezeichnetes Deutsch sprach.

Bald lag die »Ewige Stadt« zu unserer Rechten. Gerlach landete kunstvoll auf dem Hinterrad und dem rechten Vorderrad, da das linke beim Abflug beschädigt worden war. Hauptmann Melzer erwartete uns. Er begrüßte den Duce im Namen General Students, beglückwünschte Gerlach und mich und begleitete uns zu den drei Heinkel in, die uns in Aquila an Bord hätten nehmen sollen. Ich stellte den Duce der Besatzung unseres Flugzeuges vor und Dr. Ruether, dem Arzt der 2. Fallschirm Jägerdivision, der als Begleitung mit uns flog.

Bald kamen wir in die Nähe Wiens, inmitten eines Gewitters. Unsere Abenteuer waren noch nicht zu Ende: vergeblich versuchten wir durch Funk mit Wien in Verbindung zu treten. Wir hatten praktisch keine Sicht. Ich setzte mich neben den Piloten, und wir rechneten den Kurs nach. Es wurde Nacht, und das Benzin ging langsam zur Neige. Wir mußten nicht weit vom Ziel sein und stießen vorsichtig nach unten. Es kam nicht in Frage, mit dem Duce an Bord eine Notlandung zu versuchen. Da sah ich plötzlich durch ein Wolkenloch eine größere Wasserfläche schimmern und glaubte den Neusiedlersee zu erkennen. Wir gingen noch tiefer: meine Annahme war richtig. Der Pilot flog auf meine Anweisung Nordkurs. Bei tiefer Dunkelheit landeten wir auf dem Flugplatz Aspern. Dort erfuhr ich vom Kontrollturm, daß wir keine Funkverbindung aufnehmen konnten, »weil es Sonntag« sei und die Funkzentrale an diesem Tag nicht voll besetzt. Als Goebbels ein paar Wochen später vom »totalen Krieg« sprach, zitierte ich ihm ein paar Beispiele, insbesondere das von Aspern.

Der Duce wurde schließlich ins Hotel Imperial nach Wien gebracht, wo man ihm eine Suite reserviert hatte. Er besaß keinen Schlafanzug, hielt ihn auch in jedem Fall für unzweckmäßig, was uns Anlaß zu einer heiteren Unterhaltung gab. Ich freute mich, jetzt einen ganz anderen Mann vor mir zu sehen, als den, den ich am Gran Sasso antraf, als ich die Zimmertüre des Hotels Imperatore aufstieß. Er hatte noch einige herzliche Worte für uns. Dann verabschiedete ich mich und ging in mein nebenan gelegenes Zimmer. Langsam spürte ich die Müdigkeit, die sich in den letzten fünf Tagen und Nächten angesammelt hatte. Aber ich sollte noch kein Anrecht auf Ruhe haben. Das Telefon läutete: Himmler war am Apparat. Er war sehr freundlich und sagte, nachdem er mir gratuliert hatte:

»Sie sind doch Wiener, wenn ich mich nicht irre? Wie! Ihre Frau ist nicht bei Ihnen? Schicken Sie ein Auto zu ihr, das ist doch ganz normal! Selbstverständlich bleiben Sie beim Duce. Sie werden ihn morgen nach München und von dort ins FHQu begleiten.« Ich nahm den Vorschlag des Reichsführers gerne an. Der General der Waffen-SS Querner, der uns vom Flugplatz ins Hotel Imperial begleitet hatte, teilte mir kurz vor Mitternacht mit, daß der Chef des Stabes des Generalkommandos Wien mich zu sprechen wünsche. Kurz danach meldete sich der Oberst und erklärte feierlich:

»Hauptsturmführer Skorzeny, ich komme auf Befehl des Führers, der Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, und habe den Auftrag, Ihnen das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz zu übergeben!«

Er nahm seinen eigenen Orden ab und schlang das Band um meinen schlechtrasierten Hals, über den Rock meiner recht heruntergekommenen Fallschirmjägeruniform. Ich bedauerte, daß mein Vater nicht mehr lebte; er hätte sich noch mehr darüber gefreut als ich selbst. Dann begann ein Durcheinander von Beglückwünschungen, Händedrücken und erneuten Fragen. Das Telefon läutete, und ich paßte nicht auf, als General Querner mir sagte: »Der Führer persönlich will Sie sprechen!« Ich nahm den Hörer und vernahm die Stimme Hitlers:

»... Sie haben nicht nur eine bis jetzt einmalige Tat in der Militärgeschichte glücklich zu Ende geführt, Skorzeny, sondern Sie haben mir auch einen Freund wiedergebracht. Ich wußte, wenn einer dazu in der Lage war, daß Sie es waren. Ich habe Sie zum Sturmbannführer der Waffen-SS befördert und Ihnen das Ritterkreuz verliehen. Ich weiß, daß Sie es schon tragen, denn ich habe den Befehl erteilt, daß man es Ihnen sofort überreicht...« Er hatte noch ein paar Worte des Dankes, und ich konnte fühlen, wie froh auch er war, daß der Duce gerettet war. Nach ihm kamen noch Keitel und Göring ans Telefon und beglückwünschten mich ebenfalls. Ich erklärte ihnen allen, daß die Befreiung des Duce nicht möglich gewesen wäre ohne den Mut und den Einfallsreichtum all derer, die an diesem Einsatz und seiner Planung beteiligt waren. Insbesondere erwähnte ich U.St.Fhr. Radl, Lt. Meier-Wehner, Pilot des Lastenseglers Nr. 3, und Hauptmann Gerlach. Kurz danach erfuhr ich zu meiner großen Freude, daß auch die Operation Hauptmann Mandels geglückt war und Donna Rachele, Annamaria und Romano sich wohlauf in München befanden.

Am nächsten Tag begleitete ich Mussolini in einem bequemen Junkers-Flugzeug von Wien nach München, wobei mir der über Nacht verjüngte und wieder vitale Duce seine Pläne erläuterte. Diese waren grandios. Seine neue Bewegung, die republikanisch-faschistische Partei, sollte die italienische Nation wieder hochbringen. Das Haus Savoyen hatte die faschistische Revolution nicht nur in keiner Weise unterstützt, sondern sabotiert. Der König, der keine Ahnung vom Regieren hatte, und seine Höflinge hatten den Duce unablässig im geheimen bekämpft und schließlich auch noch verraten. Josef Mazzini hatte recht. »Als unser Schiff am 27. Juli gegen Mitternacht an Gaeta vorbeikam«, fügte er hinzu, »glaubte ich erst, daß man mich in die berühmte Festung bringen würde, und bat, daß man mich, als besondere Ehre, in die Zelle bringen solle, in der der Held des Risorgimento 1870 eingekerkert war. Aber man brachte mich nach Ponza!«

Auf dem Flughafen Riem bei München nahm Mussolini gerührt seine Frau Donna Rachele und die beiden Kinder in die Arme. Wir blieben bis zum 15. September im Gästehaus der Reichsregierung in München. Der Duce bestand darauf, daß ich auch dort untergebracht wurde und mit ihm und seiner Familie die Mahlzeiten einnahm. So hatten wir noch mehrere Unterhaltungen. Er machte sich keinerlei Illusionen und wußte, daß der republikanisch-faschistische Staat noch große Schwierigkeiten zu überwinden hätte. Die neofaschistische Doktrin, deren Grundzüge Mussolini mir darlegte, war, mehr als nur ein »nationaler monarchistischer« Faschismus. Es war vor allem eine Aufforderung zur europäischen Vereinigung. Diese Einheit konnte nicht unter Vorherrschaft einer einzigen Nation oder einen kleinen Gruppe Nationen zustande kommen, sondern mußte alle Länder Europas umfassen. Die neue Doktrin beabsichtigte, alle befreiten Nationen zu vereinigen – nach außen, gegen die internationale Plutokratie, und nach innen – gegen den aggressiven Kapitalismus. Die europäischen Länder sollten sich zusammentun, um die ungeheuren Reichtümer des afrikanischen Kontinents gemeinsam zu bewirtschaften, zum Nutzen der afrikanischen und europäischen Völker.

Mussolini sagte mir, daß er sehr viel über die Idee von Eurafrika nachgedacht habe. Sie sei nur zu verwirklichen, wenn man den alten Kontinent über die egoistischen und begrenzten Nationalismen hinwegbringe und neu organisiere. Sonst wären die europäischen Völker trotz ihrer gemeinsamen Kultur nicht imstande, zu überleben. Die Ära der Bruderkriege sei vorbei. Es gelte, sich zu vereinigen oder unterzugehen.

Im November 1943, beim 1. Kongreß der republikanisch-faschistischen Partei, hielt der Duce eine Rede in diesem Sinne. Ich kann also bestätigen, daß der Neofaschismus – der sich vom »königlichen« Faschismus total unterscheidet – keine Erfindung Hitlers ist, wie von vielen Historikern behauptet wurde. Der Duce hatte seit seiner Gefangennahme (am 25. Juli 1943) sowohl in Ponza, als auch in Sta. Maddalena und auf dem Campo Imperatore Zeit genug zur Verfügung, um über diese Probleme nachzudenken. Von ihm habe ich mir den Satz gemerkt: »Wir fühlen uns nicht als Italiener, weil wir Europäer sind, sondern wir fühlen uns als Europäer in dem Maße, in dem wir uns wirklich als Italiener fühlen.«

Im Lauf des Nachmittags am Montag, dem 13. September 1943, bat Edda Ciano ihren Vater, den Mann zu empfangen, der den Duce so wirkungsvoll im »Großen Rat der Faschisten« verraten hatte. Frau Ciano behauptete, daß es sich um »ein tragisches Mißverständnis« handele, und daß Galeazzo bereit sei, ihm Erklärungen dafür zu liefern. Donna Rachele weigerte sich hartnäckig, ihren Schwiegersohn zu empfangen. Sie konnte ihn nicht ausstehen und sagte, daß »mit ihm das Unglück in die Familie gekommen« sei. Der Duce gab jedoch den Bitten seiner Tochter nach. Er empfing Ciano, verlangte allerdings, daß ich bei der Unterredung dabei sein solle. Ich befürchtete, daß Donna Rachele jeden Augenblick erscheinen konnte, um ihrem Schwiegersohn die Meinung zu sagen. Die Unterredung war nur kurz. Ciano machte dem Duce Komplimente, beglückwünschte ihn und versuchte sich zu rechtfertigen. Sein Verhalten war so jämmerlich, daß ich richtig in Verlegenheit kam. Mussolini war sehr kühl, und das Gespräch war schnell beendet. Ich begleitete Ciano hinaus, befürchtete aber immer noch, plötzlich Donna Rachele auftauchen zu sehen. Er verabschiedete sich. Der Duce sagte mir daraufhin, daß er sich verpflichtet fühle, diejenigen zu bestrafen, die ihn auf so niederträchtige Weise verraten hätten – nämlich die Führer der Palastrevolution, der er zum Opfer gefallen war. Ich konnte mich nicht zurückhalten, zu fragen:

»Duce, Sie werden also auch den Mann, der eben hier war, vor Gericht bringen?«

»Das muß sein!« antwortete Mussolini ernst. »Ich mache mir keinerlei Illusionen über den Ausgang des Prozesses. Wenn es mir auch schwerfällt und Eddas Kummer sehr groß sein wird – ich muß so handeln. Wenn ich bedenke, daß der größte Vorwurf, den mir Scorza während dieser verhängnisvollen Nacht machte, der war, daß ich nicht tyrannisch genug sei! Er hat gewagt, im Großen Rat zu sagen: >Sie waren in diesem Jahrhundert der Mann, dem man am wenigsten gehorchte!< Das sagte er, Scorza!«

Am Nachmittag des 15. Septembers kamen wir im FHQu an. Hitler erwartete den Duce am Flughafen und bereitete ihm einen herzlichen Empfang. In Wahrheit hatte die faschistische Republik, die neu entstehen sollte, keine andere Basis als die Freundschaft dieser beiden Männer und als Anhänger einige zehntausend Menschen. Italien war jetzt noch mehr als im Jahre 1921 anfällig für den Kommunismus, denn dieses Mal trat der Kommunismus als Verbündeter der großen Demokratien auf. Hitler bat mich, ihm einen genauen Bericht über den Verlauf des Einsatzes zu liefern. Ich trug zwei Stunden lang vor. Ich wußte immer noch nicht, was aus den Lastenseglern Nr. 1 und 2 geworden war und aus denen, die beim Abflug in Pratica di Mare nicht vom Boden abgekommen waren. Ich hielt die letzten beiden für verloren und teilte Hitler ehrlich mit, daß wahrscheinlich 30 Prozent der am Unternehmen beteiligten Soldaten vermißt seien. Der deutsche Rundfunk meldete dann einen »Verlust von 30 Prozent«, und mir wurde hinterher vorgeworfen, unsere Verluste übertrieben zu  haben,   »um  die  Operation  gefährlicher hinzustellen«. Zwei  Wochen später hatten Radl und ich Gelegenheit, eine Stunde lang im deutschen Rundfunk zu sprechen und alles aufzuklären. Wir hatten tatsächlich nur zehn Verletzte zu beklagen.

Am nächsten Tag, dem 16. September, kam Hermann Göring im Sonderzug an und stellte mir seinerseits eine Menge Fragen. Er verlieh mir das Fliegerabzeichen in Gold, bemerkte aber, daß ich eine große Verantwortung übernommen hätte, als ich den Duce in der Maschine Gerlachs begleitete. Obwohl er verstehe, sagte er, daß ich dasselbe Risiko wie Mussolini habe tragen wollen, da ich einen persönlichen Befehl des Führers ausführte. Ich benutzte die Gelegenheit und bat den Reichsmarschall, Hauptmann Gerlach und Leutnant Meier-Wehner für das Ritterkreuz vorschlagen zu dürfen. Hitler gab seine Zustimmung für die beiden hohen Orden, sowie für die Auszeichnung an meine Freiwilligen und Karl Radl, der auch zum Hauptsturmführer ernannt wurde.

Etwas später hatte ich noch einmal einen Vortrag über den Einsatz vor einem guten Dutzend Generalen des FHQu zu halten. Göring und Jodl saßen in der ersten Reihe. Wenn einige eine Rede im Generalstabsstil erwartet hatten, so wurden sie sicher enttäuscht. Ich erzählte die Ereignisse, wie sie stattgefunden hatten, wie wir sie erlebt hatten, mit unseren Hoffnungen und Irrtümern, aber auch unserem Willen, trotz allem den Einsatz erfolgreich durchzuführen.

Am nächsten Tag sprach mir Oberst Strewe, der für die militärische Sicherheit verantwortliche Kommandeur der Wolfsschanze, seine Befürchtungen aus: ob das FHQu meiner Meinung nach ausreichend gegen einen feindlichen Einsatz gesichert sei? Ich konnte ihm nur sagen:

»Das FHQu ist zweifellos sehr gut getarnt. Seine Zugänge sind gut bewacht. Aber ein feindlicher Angriff darauf ist immer möglich. Auch alle Hauptquartiere können selbstverständlich wie jedes andere militärische Ziel angegriffen werden.«

Ich nahm am »Mitternachtstee« teil. Hitler saß zwischen seinen beiden Sekretärinnen Johanna Wolff und Traudl Jung und trank Tee. An diesem Abend unterhielt er sich hauptsächlich mit Botschafter Hewel, der Ribbentrop im Führerhauptquartier vertrat.

»Wenn Sie ins FHQu kommen, Skorzeny, sind Sie selbstverständlich immer zum Mitternachtstee eingeladen«, sagte Hitler. »Ich würde mich freuen, Sie öfter hier zu sehen.«

Ich dankte Hitler, nutzte aber in Zukunft diese Einladung, zum Mitternachtstee zu kommen, nicht aus, der sich oft bis drei oder vier Uhr morgens hinzog. Bei dieser Gelegenheit versuchten viele ihre Karriere zu machen – durch Schmeicheleien und Intrigen, sofern es ihnen gelang, die Aufmerksamkeit des immer im FHQu anwesenden Reichsleiters Martin Bormann auf lieh zu ziehen.

Heute bedauere ich, daß ich nicht so oft wie möglich an diesem Mitternachtstee teilgenommen habe. So hätte ich Hitler auf Realitäten aufmerksam machen können, die er nicht kannte. Es heißt heute, daß es nicht möglich gewesen sei, ihm mit einer eigenen Meinung entgegenzutreten. Das stimmt nicht. Er diskutierte gerne mit seinen Gesprächspartnern, wenn diese über die zur Diskussion stehenden Probleme gut informiert waren und vernünftige Vorschläge machten. Ab Herbst 1943 ließ dann sein gesundheitlicher Zustand immer mehr nach – unter dem Einfluß der »Behandlung« des Dr. Morell, eines gefährlichen Kurpfuschers, der von Bormann unterstützt wurde.

Bormann, den Reichsleiter der Partei, kannte ich nicht bis zu dem Tage, an dem er mich zum Abendessen einlud (am 16. September 1943). Ich kam mit geringer Verspätung an, was nicht nach dem Geschmack des ebenfalls anwesenden Reichsführers Himmler war. Bevor ich mich überhaupt entschuldigen konnte, machte er mir einige hämische Bemerkungen. Heute versuche ich vergebens, mir auch nur eines der unbedeutenden Gesprächsthemen Bormanns ins Gedächtnis zurückzurufen. Himmler seinerseits war nicht gesprächig. Bormann versuchte allerdings mir vorzuschreiben, was ich dem Führer berichten sollte und was nicht. Kurz, eine eisige Atmosphäre. Joachim v. Ribbentrop, den ich schon nachmittags auf Einladung zum Kaffee besucht hatte, war ebenfalls wenig unterhaltend. Er empfing mich sehr protokollmäßig, saß auf einem höheren Fauteuil als die anderen und bot mir türkische Zigaretten an, die mit seinen Initialen versehen waren. Ich mußte feststellen, daß unser Außenminister über das, was sich in den letzten Monaten in Italien ereignet hatte, recht schlecht informiert war.

Als ich mich in der Wolfsschanze vom Duce verabschiedete, mußte ich ihm versprechen, ihn bald in Italien zu besuchen. Aber erst Mitte Juni 1944 kam ich in das am Westufer des Gardasees gelegene Gargnano, seinen neuen Regierungssitz – und daran trug Ribbentrop die Schuld. Bei Frascati erwarteten mich meine Soldaten. Ich hatte Erlaubnis bekommen, im motorisierten Marsch über Tirol und den Gardasee nach Innsbruck zu fahren, und befand mich eben in Innsbruck, als ich eine Nachricht aus Berlin erhielt, die die Generale Soleti und Cueli betraf. Mussolini hielt ersteren für verdächtig und sagte mir das auch. Dagegen hatte er ein gewisses Vertrauen zu Cueli, weil ihn dieser auf dem Gran Sasso gut behandelt hatte. Man erinnere sich, daß der Duce sein Gepäck Radl anvertraute, der es den beiden italienischen Generalen aushändigte. Diese nahmen in dem schließlich reparierten zweiten Fieseler Storch Platz und kamen ebenfalls nach München. Dort übergaben sie dem Duce sein Gepäck, wollten nach Italien zurückkehren und befanden sich eben in Innsbruck, wo ihr eigenes Gepäck routinemäßig kontrolliert wurde. So erfuhren wir, daß dabei Papiere auftauchten, die anscheinend Mussolini selbst gehörten und daher konfisziert wurden. Ich sah später mit eigenen Augen, daß es sich dabei um das Tagebuch Mussolinis handelte. Ich hatte meine eigene Rolle in diesem Abenteuer zu Ende gespielt und meldete infolgedessen nur der Dienststelle Ribbentrops, daß diese Papiere dem Reichsaußenminister zugesandt würden und von dort Mussolini, der immer noch Hitlers Gast war, zurückgegeben werden sollten. Man sollte ihm natürlich erklären, daß sein Tagebuch im Gepäck der beiden Generale gefunden wurde, als sie die Grenze passieren wollten.

Von Rom und Frascati, wo mir meine Freiwilligen einen begeisterten Empfang bereitet hatten, rückten wir bis zum Gardasee herauf, wo das HQu des I. Panzerkorps der Waffen-SS lag, die mein ehemaliger Chef, General Paul Hausser, kommandierte. Der uns dort bereitete Empfang kompensierte alle unsere überwundenen Mühen. Dort vergaßen wir allen Ärger, die kleinen Hindernisse, die uns in den Weg gelegt wurden, und die Intrigen. Dort nahm ich auch ein Geschenk des Duce in Empfang: ein großartiges Lancia Sportkabriolett. Ich konnte ihm aber erst Mitte Juni persönlich dafür danken. Denn in der Wilhelmstraße wurde das in Innsbruck entdeckte Tagebuch über acht Monate zurückbehalten, und ich mußte mehrere Male nachdrücklich bitten, daß man es mir aushändigen möge, da ich ohne dieses Tagebuch Mussolini nicht besuchen konnte. Möglicherweise wurden darin die Diplomatenkünste Ribbentrops scharf kritisiert.

Im Juni 1944 begab ich mich zusammen mit Hauptmann Radl nach Gargnano. Mussolini empfing uns herzlich in der Villa Feltrinelli. Aber vorher gaben uns noch Botschafter Rahn und seine Dienststelle eine Menge Empfehlungen mit auf den Weg, über was es sich schickte, zu sprechen, und was besser nicht erwähnt werden sollte. Es war uns unangenehm, feststellen zu müssen, daß sich bei der Villa nur sehr wenige italienische Wachsoldaten befanden. Wache hielt ein Bataillon der Waffen-SS – als ob Mussolini nicht tausend italienische Soldaten zu seinem Schutz und seiner Verteidigung hätte auftreiben können. Hatten wir ihn vom Gran Sasso befreit, um ihn aufs neue als Gefangenen zu sehen? Es war ganz klar zu erkennen: Mussolini war kein freier Mann. Mich überkam große Traurigkeit. Es kam noch schlimmer, als er uns in seinem kleinen Arbeitszimmer empfing: er bot den Anblick eines alten Löwen ohne Mähne. Erneut beschuldigte er das Haus Savoyen und bedauerte, daß Herzog Aosta in Nairobi im März 1942 in der Gefangenschaft gestorben war.

»Ich habe mich getäuscht, weil man mich getäuscht hat«, sagte er uns. »Es freut mich, heute ehrliche Sozialisten als Anhänger der faschistischen Republik zu sehen, die sich früher geweigert haben, mir zu folgen. Zum Beispiel der ehemalige Kommunistenchef Niccolò Bombacci und Carlo Silvestri[1]. Die Verräter meinen, sie könnten sich retten – da irren sie sich aber. Sie glaubten, daß unsere Feinde sie für ihren Verrat belohnen würden. Aber sie werden jetzt schon wie Kriecher behandelt. Badoglio mußte sein Amt dreimal niederlegen. Der König hat zugunsten seines Sohnes abgedankt. Gewiß, Umberto war es einerlei, sich als guten Leninisten hinzustellen, sofern er nur König wurde. Aber er wird von Ercoli, der direkt aus Moskau kommt, ausgeschaltet werden[2]

»Im Haus Savoyen sind sie überzeugt, die Krone gerettet zu haben. Aber ich kann Ihnen eines voraussagen, Skorzeny, diese Krone ist für immer verloren.«

Ich übergab ihm sein Tagebuch und bat ihn, die Verspätung der Rückgabe zu entschuldigen, für die nicht ich verantwortlich sei. Er erwiderte, dessen sei er ganz sicher. Dann kamen wir auf ein anderes Thema zu sprechen, nämlich die Bemühungen des republikanischen Italiens zugunsten der Achse und des Sieges.

Aber die Begeisterung und die Überzeugung, die er noch neun Monate vorher gezeigt hatte, waren nicht mehr vorhanden. Er schien sich nur selbst zu überzeugen. Ich bat ihn, für alle Beteiligten des Einsatzes am Gran Sasso Fotos von ihm mit seiner Widmung zu versehen, was er gerne tat. Die Widmung des Duce lautete:

»Meinem Freund Otto Skorzeny,
der mir das Leben gerettet hat.
Wir werden für die gleiche Sache kämpfen:
für ein vereintes und freies Europa.«

Im Oktober 1943 ließ der Duce allen auf dem Campo Imperatore in Lastenseglern gelandeten Fallschirmjägern und meinen sechzehn Waffen-SS-Männern goldene Armbanduhren überreichen, auf deren Ziffernblatt das berühmte »M« eingraviert war. Jeder Offizier erhielt eine goldene Stoppuhr. Mir schenkte der Duce zusammen mit der Armbanduhr und der Stoppuhr eine goldene Taschenuhr, deren »M« aus Rubinen bestand und das Datum vom 12.9.1943 trug. Sie wurde mir von den Amerikanern 1945 abgenommen. Auch andere Souvenirs verschwanden in diesem Durcheinander! Die Fotos, der Ehrendolch der faschistischen Miliz, sowie die Medaille des »Ordens der hundert Musketiere«, die nur hundert italienischen Soldaten verliehen wurde. Inzwischen haben mir Freunde eine Kopie dieser Medaille geschickt. Im Laufe des Tages hatte ich noch Gelegenheit, mich mit Fürst Junio-Valerio Borghese, dem Chef der berühmten X-Mas-Flottilla, zu unterhalten. »Welchen Irrsinn«, sagte er noch, »begehen die westlichen Alliierten, indem sie Stalin beistehen! Wenn Deutschland je verliert, wird Europas Herz getroffen! Churchill, Roosevelt, die Engländer und die Amerikaner werden eines Tages noch bitter bereuen, sich mit dem militanten Kommunismus verbündet zu haben. Wir werden mit Ihnen bis zum Schluß kämpfen, weil wir italienische Patrioten sind und bewußte Europäer.«

Radl und ich nahmen die Mahlzeiten mit dem Duce und seiner Familie in der Villa Feltrinelli ein. Ein Angehöriger des deutschen Außenministeriums war ebenfalls dabei und bemühte sich, die Unterhaltung auf friedliche Themen zu lenken. Aber der Duce, der die europäische Geschichte gründlichst kannte und insbesondere die deutsche, amüsierte sich. Vom »Großen Friedrich« sagte er, daß dieser gleichzeitig außergewöhnliche politische und militärische Fähigkeiten besaß, womit er sich im Grunde selbst kritisierte. Der Botschaftsrat saß wie auf glühenden Kohlen, als Mussolini von der erstaunlichen diplomatischen Virtuosität Friedrichs des Großen sprach, die dieser in den Jahren 1740–1786 entwickelte.

Man fühlte, daß den Duce die Gegenwart kaum mehr interessierte. Er war nicht mehr Staatschef, sondern Philosoph, Historiker, ein weitblickender Theoretiker, der die Synthese zwischen Tradition und Revolution suchte, zwischen Sozialismus und Nationalismus zugunsten eines versöhnten Europas.

Als wir uns von ihm verabschiedeten, bat er mich, ihn oft zu besuchen. Er nahm meine Hand in seine Hände; ich ahnte nicht, daß ich ihn zum letzten Mal gesehen hatte.

»Dieser Einsatz im Gebirgsmassiv des Gran Sasso erregte ein weltweites Aufsehen«, schreibt Charles Foley in Commando extraordinary. Ich weiß nicht, wer den albernen Einfall hatte, acht Tage später eine P. K. (Propagandakompanie) der Fallschirmjäger auf den Gran Sasso zu schicken, um dort einen Film zu drehen, der unsere Operation wiedergeben sollte und in jeder Hinsicht absolut mittelmäßig war. Nur der 2914 m hohe Gran Sasso spielte darin eine überzeugende Rolle. Auch wäre es mir lieber gewesen, wenn die deutsche und italienische Presse nicht so viele Hirngespinste gedruckt und auch mein Foto nicht veröffentlicht hätten.

Dieser Einsatz hatte auch psychologische Auswirkungen bei unseren Soldaten. Elf Offiziere der Division Brandenburg beantragten ihre Versetzung nach Friedenthal. Dies war der Anlaß meines ersten Gesprächs mit Admiral Canaris, wobei ich seinen Charakter kennenlernte. Dieser Mann hatte etwas von einer Qualle an sich, von einem flüchtenden Aal. Ich frage mich heute, weshalb er auf seinem Schreibtisch ein Porträt Hitlers stehen hatte: eines von Roosevelt, Churchill oder Stalin hätte den Zweck besser erfüllt. Die Unterhaltung dauerte stundenlang. Von Zeit zu Zeit erschien Oberst Lahousen und erklärte, daß dieser oder jener Offizier für die Division Brandenburg unentbehrlich sei. Nach drei Stunden Verhandlung erklärte mir Canaris:

»Gut. Schön, ich werde die Versetzung befehlen... Nein, warten Sie. ... ich denke eben an etwas anderes«, und so weiter.

Es mußte wieder von neuem angefangen werden, und erst nach vier Stunden gab der Admiral, wenn auch nur sehr widerwillig, nach. Unter den von der Brandenburg nach Friedenthal versetzten Offizieren befand sich Oberleutnant Adrian von Fölkersam, der Sproß einer alten baltischen Familie. Sein Großvater war noch Admiral in der zaristischen Flotte gewesen und hatte während des russisch-japanischen Krieges eine Flottille kommandiert. Er sprach fließend Russisch, Französisch und Englisch und hatte Wirtschaftswissenschaft an der Universität Berlin studiert. Mit den Brandenburgern hatte er schon gewagte Einsätze unternommen wie Vorstöße hinter die sowjetischen Linien, einen Angriff auf einen Divisionsstab der Roten Armee Anfang des Jahres 1942 und so weiter. Er wurde bald mein Stabschef.

Fölkersam teilte mir mit, daß sich bei der Division Brandenburg seltsame Dinge abspielten. Die Französisch oder Arabisch sprechenden Soldaten wurden nach Rußland geschickt, diejenigen, die Englisch oder Russisch sprachen, auf den Balkan. Er hatte durch eigenartige Zufälle erfahren, daß bestimmte Kommandos an einem bestimmten Punkt im Nahen Osten, den USA und anderswo erwartet wurden (Operation Pastorius). Da bestimmte Einheiten der Brandenburger neu aufgestellt wurden und die jungen Offiziere weniger Initiative zeigten, entschied Canaris, die Brandenburg als einfache Divisionseinheit der Wehrmacht zu benutzen, obwohl die Brandenburger für spezielle Missionen eingesetzt werden konnten, sollten und auch dazu ausgebildet waren.

Fölkersam und die von den Brandenburgern versetzten Offiziere konnten sich freiwillig zur Waffen-SS verpflichten. Anschließend genehmigten mir die Generale Jüttner und Jodl ganz allgemein, alle Soldaten der drei Waffengattungen Heer, Luftwaffe und Marine für meine Jagdverbände zu rekrutieren. Am 5. August 1943 wurde aus dem Sonderverband z.b.V. Friedenthal das SS-Jägerbataillon 502 mit Stabskompanie und drei motorisierten Kompanien. Etwas später wurde das SS-Jägerbataillon zum Jagdverband Mitte ausgeweitet, zu dem noch vier weitere Bataillone kamen, das Lehrbataillon und andere. Im September 1944 wurden schließlich auf Befehl von General Guderian, Generalstabschef des Heeres, neun Einheiten der Division Brandenburg zu den SS-Jagdverbänden versetzt und unter mein Kommando gestellt. Die Bataillone und Kompanien wurden immer getrennt und an verschiedenen Fronten eingesetzt.

So konnte ich mich frühzeitig von der Einflußsphäre Schellenbergs lösen und erhielt die Befehle vom OKW, von Generaloberst Jodl oder meistens von Hitler direkt.

»Nach der Operation vom Gran Sasso«, konnte Charles Foley schreiben, »wurde Friedenthal zum Sammelplatz für alle Draufgänger und Spezialisten des kriegerischen Handwerks. Skorzeny hatte unter seinem Befehl Soldaten des Heeres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine. Friedenthal war zu einem gewissen Zeitpunkt von diesen Freiwilligen regelrecht überflutet, die in seinen Einheiten kämpfen wollten: wilde Draufgänger, Bannerträger, Idealisten und die >Harten<, die sich bei sensationellen Aktionen auszeichnen wollten ... Hunderte von Fotos aus Friedenthal zeigen Skorzeny, wie er seine Leute ausbildet. Man erkennt seine Offiziere an ihrem müden Aussehen: Skorzeny drillte und trainierte sie unnachgiebig, damit sie in der Lage waren, vorhergesehene und auch unvorhergesehene Schwierigkeiten zu überwinden.«

Am 28. April 1945 befand ich mich in meinem Befehlszug in der Nähe von Salzburg. Ich hatte meinen Befehlsstand in zwei Spezialwaggons eingerichtet, die ich mit vielen Schwierigkeiten aus Berlin kommen ließ. Meine Aufgabe war, die berühmte »Alpenfestung« zusammen mit FM Schörner zu organisieren. Ich verfügte über ein gutes Meldesystem mit Telex, Telefonen und einem Dutzend Funkgeräten und stand somit mit allen Fronten in Verbindung.

Nachmittags kam eine Meldung vom Abhördienst. Der italienische Rundfunk hatte bekanntgegeben, Benito Mussolini sei von den Partisanen gefangengenommen und erschossen worden. Ich hielt das für unmöglich. Wenn der Duce nicht mehr lebte, so dann, weil er sich selbst das Leben genommen hatte; davon war ich fest überzeugt. Ich wußte, daß Mussolini in Gargnano von einem Bataillon der Waffen-SS bewacht wurde. Es war überhaupt nicht vorstellbar, daß eine noch so große Einheit von Widerstandskämpfern ein Bataillon der Waffen-SS in seinem Quartier erfolgreich überfallen konnte. Sicher, ich wußte nichts von den Verhandlungen, die General Wolff und sein Adjutant Dollmann mit Dulles in Bern führten: der Duce wurde darüber nicht informiert! Aber Himmler hatte Kenntnis davon. Es gelang mir schließlich, Kontakt mit Major Beck aufzunehmen, dem Chef meines Jagdverbandes Italien, der seinerseits vergeblich versuchte, mit mir in Verbindung zu treten. Er klärte mich über eine Tatsache auf, die ihm allzu spät bekannt wurde: der Duce verließ am 18. April Gargnano, um sich nach Mailand zu begeben. Irgend jemand hatte das zum Schutz des Duce stationierte Bataillon der Waffen-SS zurückgezogen und es an die Front geschickt... »Aber welcher Idiot hat denn diesen Befehl erteilt?« fragte ich Dr. Beck. »Keine Ahnung«, antwortete er. »Wir hörten nur, daß das Bataillon durch eine Kompanie der Luftwaffe ersetzt werden sollte. Und ich weiß nicht, ob das schon der Fall war. Später erfuhr ich, daß der Duce Mailand in der Nacht vom 25-/26. April in Richtung Norden verlassen habe, und zwar nach einer Unterredung mit Kardinal Schuster und einem der Führer der Widerstandskämpfer, General Cadorna[3]. Der Duce wollte sich nicht ergeben ...«

»Nach Norden, sagten Sie? In die Schweiz oder nach Österreich?« »Ich erfuhr eben, daß er bei der Präfektur in Como angehalten hat, um dort auf eine starke Milizkolonne unter Befehl von Pavolini zu warten und um in den Valtinibergen Widerstand zu leisten. Sicher ist, daß kein einziger Soldat der Waffen-SS mehr bei ihm war. Es war zu spät. Wir konnten nichts mehr machen ...«

Nichts! Und in den Valtinibergen! Wir wären uns ganz nahe gewesen, hätten die 5000 Mann Pavolinis tatsächlich existiert und wir hätten den Befehl erhalten, in den Alpen zum letzten Kampf anzutreten ... Also wurde unsere Waffen-SS dazu benutzt, den Duce gefangenzuhalten und nicht, um ihn zu verteidigen! GFM Kesselring hätte eine solche Gemeinheit nie zugelassen! Aber er befand sich in Bad Nauheim als Oberbefehlshaber der Westfront in Vertretung des Feldmarschalls Rundstedt. Der Rest ist bekannt. Mussolini wurde von allen verlassen. Und der Henker, der Kommunist Audisio-Valerio, ein ehemaliges Mitglied der Arbeiter-Internationalen im Spanischen Bürgerkrieg, sagt: »Duce, ich komme, um Sie zu retten!« Er erkundigt sich vorsichtig: »Sie sind doch nicht bewaffnet?«

Man hat sogar geschrieben, Mussolini sei nicht tapfer gestorben. Nach der Aussage des Chauffeurs von Audisio waren jedoch die letzten Worte des Duce:

»Schießt direkt ins Herz!« Jeder kennt die schrecklichen Fotos vom Loretoplatz in Mailand.


(Aus dem Buch: Otto Skorzeny. Meine Kommandounternehmen)



[1] Bombacci hatte 1927 mit Moskau gebrochen. Er schloß sich der neuen faschistischen Republik an und wurde von Partisanen ermordet. Silvestri war Journalist und wurde 1924 verhaftet, weil er geschrieben hatte, Mussolini hätte den Befehl erteilt, den sozialistischen Abgeordneten Matteotti zu ermorden. Inzwischen bekam Silvestri den Beweis, daß Mussolini mit diesem Mord nichts zu tun hatte. Der Duce empfing ihn in Gargnano, und beide Männer schlössen Frieden. (A. d. Red.)

[2] Am 2. April 1944 rief der Kommunistenführer Ercoli durch Radlo-Bari das italienische Volk auf, »zusammen mit den großen Demokratien den Kampf gegen den Faschismus aufzunehmen«, und lobte die ruhmreichen sowjetischen Armeen, »die Europa befreien« würden.

[3] Dieser General Cadorna war der Sohn eines ehemaligen Oberbefehlshabers der italienischen Truppen, deren Front von den k.u.k. Truppen in Carporetto im Oktober/November 1917 durchbrochen wurde. Der italienische Ministerpräsident Orlando hatte Marschall Foch erklärt, daß Cadorna fest entschlossen sei, »bis zum Schluß zu kämpfen, und wenn er sich nach Sizilien zurückziehen müßte«. Worauf Foch antwortete: »Das kommt gar nicht in Frage. Der Widerstand muß an der Piave erfolgen!« (Marschall Foch, Memoiren, 2. Teil). 1922 bemühte sich der Duce darum, die Ehre des alten Cadorna wiederherzustellen. (A. d. Red.)


12. September 1943: Mussolini mit seinen Befreiern

12. September 1943: Mussolini mit seinen Befreiern, dem italienischen General Soleti
und seinem Bewacher General Cueli.

Mussolini im Fieseler Storch

Nach seiner Befreiung am 12.09.1943 nahm Mussolini Platz auf dem Felsplateau des Gran Sasso
bereitgestellten Fieseler Storch. Am Steuerknüppel Hauptmann Gerlach, über den Duce gebeugt
Otto Skorzeny (in Luftwaffen-Uniform), der darauf bestand, Mussolini auf seinem Flug ins Tal
zu begleiten.

Nach der Befreiung Mussolinis

Nach der Befreiung Mussolinis. Von links nach rechts: Skorzeny, Mors, Schwerdt, Mussolini,
Skorzenys Adjutant Karl Radl und in Zivil General Cueli, der Bewacher Mussolinis.

Die SS-Männer vom Kommando Skorzeny

Die SS-Männer vom Kommando Skorzeny, die am Handstreich der Befreiung Benito Mussolinis
beteiligt waren, wurden als Ehrengästen aus Anlaß der Feier des Erntedankfestes am 03.10.1943
im Berliner Sportpalast gefeiert. Von links nach rechts: Cieslewitz, Manns, Warger, Holzer,
Schwerdt und Menzel.


Diese Dokumentation über Otto Skorzeny, die am 02.12.10 vom ORF ausgestrahlt wurde,
ist zwar politisch engagiert, bedenklich und historisch nicht haltbar, aber dennoch
gewährt sie teilweise interessante Einblicke in das Leben des berühmten Mannes.


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