Der russische Mensch


Edwin Erich Dwinger



Anmerkung der Redaktion der Velesova Sloboda: Jürgen Rieger, deutscher Anwalt und Politiker, hat sich an uns mit der Bitte gewandt, diesen Schulungsbrief der Leibstandarte SS Adolf Hitler vom 20. Oktober 1943 ins Netz zu setzen. Als Beispiel dafür, daß in Deutschland keine „Untermenschentheorie“ verbreitet war. Wir haben seinen Wunsch sieben Jahre nach seinem Tod erfüllt.


Weiteste Räume trennen uns vom Kriegsschauplatz des Ostens. Wir wissen aber um seine Härte. Der Befehl des Führers kann uns jederzeit aus den Fluren Italiens in die Steppen des Ostens zurückrufen. Die folgenden Worte des Dichters Edwin Erich Dwinger haben uns allen etwas zu sagen.

Der Krieg gegen ein revolutioniertes Volk ist keine militärische Angelegenheit allein, das sollten wir vor allem schon deswegen wissen, weil wir außer den Sowjets das einzige noch revolutionierte Volk der Welt sind. Keines der westlichen saturierten Völker könnte einen Krieg wie diesen führen, da sie, des Geistes ihrer Feinde keinen Hauch verspürend, ihn auf der militärischen Ebene in jedem Fall verlieren würden. Wir als selbst revolutioniertes Volk sollten ihn jedoch auch auf der anderen Ebene zu führen versuchen, und uns dürfte aus der Kenntnis revolutionärer Psychologie hierbei im Grunde kein Fehler unterlaufen. Die Voraussetzung zu einem fruchtbaren Vorwärtskommen auf diesem Gebiet ist allerdings einmal, daß wir jene Gegenkraft nicht mit Schlagworten bagatellisieren, sondern uns wenigstens vor uns selbst eingestehen, daß wir Deutschen in diesem Jahrhundert nicht die einzige Revolution durchführten zum zweiten aber, daß wir uns ehrlich um eine gründliche Kenntnis der heutigen russischen Psyche bemühen.

Es müßte also theoretisch jeder Soldat dahin geschult werden, daß er in diesem Kampfe nicht nur Soldat, sondern auch selbst ein Stück Politiker sein muß. Das politische Fingerspitzengefühl muß er oft sogar im Kampf, in der Ruhe aber fast zu jeder Stunde beweisen, die ihn mit dem Volk dieses Landes zusammenführt. Ohne Kenntnis seiner Psychologie aber wird er den russischen Menschen immer falsch behandeln: ihn falsch behandeln heißt jedoch wiederum, ihn den darauf ja nur wartenden Partisanen zuzutreiben, dieser gefährlichsten Schöpfung der revolutionären Kriegführung, an der in den Bürgerkriegen jede Besetzung eines Großraumes scheiterte.

Diese Partisanenbewegung dürfen wir also keineswegs unterschätzen, sie ist nur bei objektivster Beurteilung zu überwinden. Aber auch sie ist nicht rein militärisch zu zerschlagen, denn das würde Hunderttausende von Gendarmeriesoldaten erfordern, auch sie ist im wesentlichen nur vom Politischen her unwirksam zu machen, muß durch Gewinnung des Volkes von ihm selbst abgestoßen werden.

Nachdem es Stalin in gewissem Umfang zweifellos gelungen ist, den Behauptungskampf seines Systems in einen vaterländischen Krieg umzufälschen, ist ihm damit ein Teil jener patriotischen Hingabe zugute gekommen, die schon immer eine der stärksten Kräfte des russischen Menschen war. Ein in seiner naturhaften Intelligenz revolutioniertes, in seiner breiten Masse zudem patriotisiertes Rußland ist aber mit einer militärischen Besetzung nicht gewonnen, damit fängt seine Eroberung im tieferen Sinne überhaupt erst an. Der Ostmensch lebt in erster Linie nicht im «Ich», sein tiefstes Wesen lebt noch herdenhaft im «Wir». Diese Eigenschaft entspringt der ungeheuren Raumgröße seines Landes, sie führt in der endlosen Weite zu jenem engen Zusammenschluß, wie er sich auch in den Herden der Steppe bei Ungewitterdrohung bildet. Hier liegt das Geheimnis des Propagandaerfolges, den die Sowjets zweifellos, vor allem auch überraschend schnell errangen. Diese Propaganda hat ihn jedoch gleichzeitig aus einem naturhaften Hinleben herausgerissen, ihm eine geistige Ideenwelt unverbunden aufgepfropft, der nun wie bei allen Halbgebildeten eine Unmenge Unsinn entsprießt. Wir dürfen uns aber durch diesen oftmals blühenden Unsinn nicht täuschen lassen, gerade er ist das Zeichen einer echten Revolutionierung einfacher Menschen, die nach ihrer Erweckung nun auch weiter angesprochen werden wollen. Ihr entspringt im übrigen auch jene Grausamkeit, die der alte Russe keineswegs im heutigen Masse hatte.

Ein nicht organisch gewachsener Geist richtet immer Unheil an, er führt wohl aus dem jungfräulichen Erdgrund heraus zu unerhörten Schöpfungen, da ihm vor allem eine alles übertreffende, ungehemmte Phantasie eigen ist, aber er überschlägt sich auch meist in diesem jugendlichen Schöpfungsakt. Man hat schon immer nicht mit Unrecht gesagt, daß das russische ein weibliches, das deutsche hingegen ein männliches Volk sei. So wird auch der Russe mehr gelebt, als er selbst lebt, aber das ist von ihm aus eine Stärke. Gerade in solchen Zeiten wie den jetzigen dürfen wir das nicht unterschätzen, denn er bringt dadurch dem Massenwesen so viel Echtes entgegen, daß die Masse im Gegensatz zu uns fast alle ihre an sich typischen Schwächen verliert, durch diese innere Echtheit zu einer zweifellos starken Form aufläuft. Sie fragt daher auch weniger danach, wie sie lebt, ihr ist entscheidend, daß sie überhaupt noch leben kann. Uns Europäer schwächt überspitzte Vermassung, den Menschen des Ostraums aber stärkt sie.

Auf das militärische Gebiet übertragen wird sie uns dort immer unterlegen sein, wo wir sie aus dem Intellekt zu Tode manövrieren können, aber nur schwer zu überwinden dort, wo sie als echte Masse frontal anstürmen kann. Hier müssen wir aber noch eine weitere Erkenntnis gewinnen, nämlich die, daß wir ihre Kriegslage überhaupt nicht europäisch beurteilen dürfen. Ein nach solchen Gesichtspunkten errungener Sieg über sie ist noch keiner, das haben uns die ersten Kesselschlachten bewiesen, die jedes westliche Volk nach drei Monaten zur Aufgabe gezwungen hätten. Die russische Masse gleicht darin, eben von ihrem spezifisch Naturhaften her, viel eher einem primitiv empfindungslosen Kaltblüter, dem man ruhig einige Glieder abschlagen kann, ohne daß er deswegen schon zu sterben braucht. Dies Volk wird also nur besiegt sein, wenn man ihm den Kopf zermalmt, der Kopf aber ist die revolutionäre Idee, die seine Masse immer wieder anspricht, sie damit auch immer aufs neue gewinnt. «Du hast wohl meinen Leib gehabt, aber meine Seele noch lange nicht!“ heißt eine weitverbreitete Sentenz, die aber den Kern des Russisch-Weiblichen trifft.

Nicht weniger wichtig jedoch als die Kenntnis des Urwesens ist, daß wir uns ohne Scheuklappen darüber klarwerden, daß dies Volk durch eine nunmehr fünfundzwanzigjährige Schulung ging, die ihm bis zu sichtbarem Stolz das Bewußtsein einhämmerte, der modernste Staat dieser in seinen Augen recht rückschrittlichen Erde zu sein. Jede nur durchschnittliche Intelligenz hat heute dort den Glauben, im Kampf gegen uns gegen die finsterste mittelalterliche Reaktion zu kämpfen, sein Leben also gleichzeitig für die fortschrittlichste Idee der Menschheit einzusetzen. Was eben dem Zarismus nie gelang, ist dem Bolschewismus total gelungen: Man hat auch den letzten Bettler persönlich aufgerufen, zu seiner größten Überraschung auch ihm gesagt: Auf dich kommt es jetzt an, dir stellen wir die größte Aufgabe... Man hat es dadurch tatsächlich fertiggebracht, diese schwere Masse zum erstenmal zu mobilisieren, sie aus ihrer Passivität zu Aktivisten zu machen, dadurch in diesen seit Jahrtausenden ruhenden Kräften Ungeheures aufgeweckt. Nun haben sie trotz zahlreicher Fehlschläge und Katastrophen zum erstenmal Leistungen gezeigt, wie sie eben nur jungfräulicher Brachboden zeigt, den man zum erstenmal mit einer Saat bestellt. Darum müssen auch wir sie jetzt ansprechen, darüber ist' nicht mehr hinwegzukommen; ihr dumpfer Schlaf ist nun einmal beendet, die frühere Bequemlichkeit für landfremder Eroberer vorbei, darin ist diese Masse auf keine Weise mehr zurückzuversetzen. Damit trifft eine der größten Aufgaben an den deutschen Menschen, nämlich jene, diese Völker für die europäische Völkerfamilie zu gewinnen.  

Diese Aufgabe aber können wir nur mit Erfolg lösen, wenn nicht nur jeder Offizier, jeder Soldat, jeder Dolmetscher, sondern überhaupt jeder Deutsche im Ostraum Propagandist wird. Die mehr oder weniger gute Lösung dieses Auftrages entscheidet neben dem Kriege über die Zukunft unseres Volkes, in ihr werden wir beweisen müssen, ob wir denn überhaupt schon als Menschen für die geistige Führung ganzer Völker reif genug sind. Wir dürfen also in erster Linie diese Massen nicht noch länger jener hämmernden Propaganda überlassen, die immer wieder ans dem Restrußland unwidersprochen auf sie eindringt, ihnen zumindest durch die Partisanen immer wieder allen inneren Aufbau zerstörend überbracht wird. Wir müssen also täglich Gegengifte in ihnen schaffen, müssen gewissermaßen mit den Sowjets um ihre Seelen ringen, uns nicht etwa zu gut für solche Arbeit dünken. Vor allein aber als die großen Gerechten zu ihnen kommen. Diese Aufgabe tritt von selbst an jeden heran, darüber hinaus müssen wir sie auch direkt organisieren.

Der Russe ist von seinen Parteirednern in vielleicht zehnfach so starker Weise angesprochen worden, als es bei uns während der Zeit des Kampfes um die Machtergreifung geschah, er ist es aber vor allem durch fünfundzwanzig Jahre in kaum zu überbietender Weise gewohnt geworden. In jedem Russen steckt zudem die Lust zum Diskutieren, hier liegen also die Fingerzeige für uns selbst. Man muß daher Redner zu ihnen schicken, durch die möglichst, wie bei unseren Vorgängern, auch der letzte Bettler erfaßt wird.

Der Russe ist als naturhafter Mensch ein Wesen des Widerhalls, sprichst du ihn als Bestie an, wird er dir als Bestie antworten, rufst du ihn aber als Menschen an, wird er dir sein Menschlichstes entgegen tragen! Oder auch einfacher gesagt: Wie du in der Wald schreist, so schallt es aus ihm heraus! Es ist eine alte Erfahrung aller Russenkenner, daß dies Mittel im Bürgerkrieg fast nie versagte, wenn der Betreffende nur den echten Ton dafür fand: „Bist du nicht ein Mensch?“  Das war gleichsam ein Zauberwort. Daneben gibt es einen zweiten Sesam, das sind alle Worte, die seinen Hang zur Reue erwecken. Bei allem muß es sich jedoch darum handeln, ihnen Vertrauen zu uns einzuflößen, denn unter seinem Mangel hatten sie am meisten gelitten, die ewigen Denunziationen haben sie am meisten gequält — schaffen wir ihnen diese endlose Furcht vom Herzen, machen wir sie wieder zu vertrauensvollen Kindern, haben wir sie zweifellos im Tiefsten gewonnen. Darum sei es hier nochmals gesagt: Die russische Seele ist viele tausend Jahre alt, ihre Struktur können zwanzig Jahre nicht wesenhaft verändert haben.

Auch hier kann man natürlich keine Erfahrung verallgemeinern, es gibt neben fanatischen Bolschewisten noch immer gleichgültige Bauern, neben ihnen aber selbstverständlich auch tödliche Feinde des Systems, denn einmal war der Eingriff der Fünfjahrespläne, zum anderen der des Terrors in einzelne Familien zu hart, als daß sich nicht auch ein Typ des Rächers herausgebildet hätte. Im Grunde sind aber seine alten Wesenszüge auch heute noch die gleichen, steht das weltumspannendste Wollen neben dem kläglichsten Versagen, lebt fanatische Begeisterung neben tierischer Stumpfheit, das Streben nach absoluter Gerechtigkeit neben der schreiendsten Ungerechtigkeit, ringt kältester Atheismus mit heiligenhaftester Frömmigkeit, krassester Materialismus mit idealistischer Hingabe. Wir müssen daher in erster Linie mit Gegensätzlichem arbeiten; da sie eine echte Freundlichkeit nicht mehr kennen, müssen wir ihnen diese gewinnend bringen, da man ihnen nur barsch befahl, müssen wir mit Höflichkeit anordnen, da man keinen Erlaß zu begründen pflegte, müssen wir jeden vernünftig zu erklären suchen. Den russischen Natschalnik durch den einstigen deutschen Feldwebel ersetzen zu wollen, wäre jedenfalls der größte Fehler, denn Befehlen gehört auch der Russe lieber,  wenn sie von        den eigenen Volksgenossen kommen, vor allem ist er durch Strafen derart abgebrüht, daß diese kaum Wirkung bei ihm zeigen werden. Dieser Typ ist in Rußland jedenfalls völlig fehl am Platze. Erstens können wir den GPU-Mann an Härte doch nicht übertreffen, zudem sollen wir ja dort überhaupt nicht kleinlich verwalten, sondern das Volk zu einem neuen Menschentum zurückführen.

Dies ist aber vor allem deswegen so schwer, vor allem deswegen nur mit Differenziertheit zu erreichen, weil der Sowjetrusse sich ja einbildet ein solches bereits erreicht zu haben. Er fühlt sich keineswegs als der bekannte Arbeitssklave, sondern er fühlt sich faktisch als der freieste Mensch der Erde, natürlich nur so weit, als er dem System an sich zustimmt. Dies ist aber jene Schicht, die auf die Masse allein Einfluß hat, weil sie über eine gewisse Pseudointelligenz verfügt. Ihr steht daher auch die Rede zur Verfügung, der ein echter Russe immer unterliegt. Sie also muß vor allen gewonnen werden. Natürlich ist sein Freiheitsgefühl völlig subjektiv, um es mit einem krassen Bilde zu sagen, fühlt er es genau so wie jener Hypnotisierte, der mit Behagen eine Kartoffel als Apfel ißt. Es ist ihm also lediglich suggeriert, aber darauf kommt es ja nicht an. Jedenfalls glaubt er, in Ihrem Besitz zu sein, fühlt er die Ketten größtenteils gar nicht mehr. So sind auch tausend andere Dinge zu sehen, die wir sonst nicht verstehen würden, fast alle beruhen auf der Suggestion der Propaganda, aber für ihn sind sie eben Wirklichkeiten.

Man muß Ausgewählten von ihnen die ganze soziale Fürsorge unserer Fabriken zeigen, denn auch bei ihnen handelt es sich ja immer um das gleiche, daß sie überhaupt keine Vergleichsmöglichkeit mehr hatten, die erste Möglichkeit dazu muß die nur darauf stehende Propaganda zerstören, ihr also in kürzesten Frist den gesamten Boden entziehen. Ferner ist dort ein Bonzentum im Sinne unserer Systemzeit keineswegs üblich, das beweisen die Listen der Insassen der lsolatoren, einer Art verschärften Konzentrationslager, denn in ihnen sitzen neben faulen Bettlern Dutzende von Politruks, sitzen neben nachlässig gewesenen roten Direktoren die höchsten Gebietskommissare, oft nur wegen irgendwelcher zutage getretenen Leistungsmängel, oftmals für frühere Verdienste sogar mit dem Orden der Roten Fahne ausgezeichnet. Hierin steckt auch eines jener Geheimnisse, auf denen die unerwartete Widerstandskraft des Systems beruht, folglich kommen wir mit dem Begriff Untermenschen nicht länger aus, kommen wir seinen Problemen gegenüber mit derartigen Primitivisierungen überhaupt nicht weiter. Es gibt dort also immer noch eine große Zahl von Idealisten, da wir ihnen diese nun in ihrer Weltanschauung nicht ersetzen können, müssen wir sie vor allem durch, bessere Leistungen zu übertreffen suchen, was uns gegenüber dem sowjetischen Raubbau ein leichtes sein dürfte.

Denn alle Lebensopfer unserer Soldaten würden eines Tages zwecklos sein, wenn in den rückwärtigen Gebieten irgendwelche krasse Mangel einreißen, sich dort halbverdaute Begriffe ohne jede tiefere Kenntnis austoben dürfen. Nur wer Vorbild sein kann, ist dort mit Erfolg zu brauchen. Jedenfalls ist ein primitives Herausstellen eines Herrenstandpunktes immer falsch, weil der Russe durch seine weltanschauliche Schulung längst darüber hinaus ist, sich durch derartiges Auftreten nur irgendwie imponieren zu lassen, wenigstens beeindruckt das den durch seine Intelligenz Stimme habenden Führer nicht mehr, der aber ist für das Weiterwirken unserer Idee der Entscheidende. Also komme man nicht immer wieder mit dem bequemen Einwand der Russe wolle den Herrn sehen, ihm müsse man mit Glanz imponieren, das sind nichts als dumme Einwände eine längst versunkenen Zeit. Dem neuen russischen Menschen imponiert nur mehr Schlichtheit, nur mehr echte Leistung in jeder Beziehung – jeder billige Prunk scheint ihm reaktionär, so hämmerte es 25-jährige Schulung in ihn hinein. Wie man den General äußerlich bislang kaum vom Soldaten unterscheiden kann, so hebt sich auch der Kommissar wenigstens äußerlich kaum von ihm ab – dem Sowjetrussen daher noch mit irgendwelchem äußerlichem Aufwand imponieren zu wollen, dafür lief er zu lange durch die bolschewistische Schulung der Gleichheit.

Mit dem Worte Schulung komme ich zum letzten Funkt, der aber nicht minder wichtig ist als die anderen. Hüten wir uns vor allem davor, in gedankenloser Weise ihre Schulen anzutasten, ohne sie sofort durch solche mit neuer Ausrichtung zu ersetzen, denn wir müssen hierzu vor allem wissen, daß der Schulwille einer der echtesten des Sowjetstaates war. Fast alle weiblichen Komsomolzen haben jahrelang ihre Feierabende geopfert, um bei den ältesten Bauern „das Analphabetentum zu liquidieren“, damit ist tatsächlich im breitesten Volk ein echter Bildungswille erweckt. Nicht umsonst hat man in raffiniertester Weise gerade alle alten Schlösser in Schulen umgewandelt. Diese Schulen also wiederum in Schlösser für irgendwelche Verwaltungsstäbe zurückzuverwandeln, hieße der bolschewistischen Gegenpropaganda eine unüberwindliche Stoßkraft verleihen. Wie dies ist manche der „Errungenschaften“ also echt, das meiste allerdings beruht auf jener Hypnose, die ich vorher einem Bilde kennzeichnete. Aus dieser heraus sah die Masse aber kaum die furchtbare Gegenwart, sah sie über sie hinaus immer nur die Zukunft.

Aus dem gleichen Grunde berührte sie auch das materielle Elend nicht so, wie wir es uns vorstellen, war es für sie immer nur der Übergang zu einem goldenen Zeitalter. Gerade unter diesem Blickpunkt müssen wir uns darüber klar sein, daß es dem Bolschewismus unter Stalins Führung gelungen ist, den ganzen religiösen Fanatismus der Russen, der schon immer die Menschheit für das Jenseits erlösen wollte, aus seinen früheren himmlischen Räumen auf das Diesseits umzuschalten, nur so können wir einen echten Sieg über seine dämonische Verführungskraft erringen. Durch ihn wurde seine grenzenlose Leidensfähigkeit auf das diesseitige Paradies gerichtet, da wir aber dieser noch seinem Erlösungsfanatismus an Stärke ein Gleiches entgegensetzen können, können wir diese Kräfte nur aus differenziertester geistiger Überlegenheit niederringen.

Alles was den westlichen Völkern gegenüber zum Sieg führte, aus dem Revolutionären heraus auch gegen jede alternde Saturiertheit zum Siege führen müßte, also wesensmäßig in jedem Fall instinktiv das Richtige war, ist gegen diesen Gegner schon aus dem Grunde nicht wirksam, weil er einmal wie wir selbst durch und durch revolutioniert ist, uns im, übrigen aber durch revolutionäre Starrheit sogar übertrifft. Was im Westen auf jeder Ebene zum Erfolg führen müßte, da dort gegen die von uns angesetzte Kräfte, vor allem soweit sie politischer Natur waren, irgendwelche gleichwertigen Gegengewichte nicht vorhanden waren, kann im Osten in gleicher Methode nicht mehr angewandt werden, da wir den Sowjets gegenüber in ähnlicher Weise Westen, als Westler aber ihm in diesen Methoden unterlegen sind. Ein Erfolg ihm gegenüber kann also nur aus dem Intellekt errungen werden, unter dauernder Beachtung einer höchst entwickelten Taktik, denn nur auf diesem Gebiet sind wir dem Osten überlegen. In allem anderen aber haben wir mit seiner Gegenkraft zu rechnen, darüber müssen wir uns als erstes klar sein, mag es sich um revolutionären Fanatismus, mag es sich um revolutionäre Opferfreudigkeit, mag es sich um revolutionäre Leidensfähigkeit handeln, denn während uns auf dieser Ebene eine wahre Siedehitze gegenübersteht, können wir in diesem Sinne nur als  wohltemperiert gelten. Auf dieser Arena können wir ihn also nicht niederwerfen, denn auf ihr ist der primitive Ostmensch vom kultivierten Westmenschen grundsätzlich nicht zu schlagen.

Das Ganze nochmals zusammenfassend, besteht die sicherste Gewähr, den Entscheidungskampf dieser Welten dadurch zu bestehen, daß wir den Russen von innen her gewinnen, zumindest den der besetzten Gebiete zum Europäer machen.

„Der Dietrich“, Schulungsbrief der Leibstandarte SS Adolf Hitler vom 20. Oktober 1943


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