Artikelsammlung 2009



I N H A L T


Frank (Halgadom)


Die Anziehungskraft der dunklen Künste und der Blick hinter das Offensichtliche

Warum nur inspiriert uns das Finstere mehr als das Helle? Ist nicht bei Tageslicht alles viel deutlicher und besser zu erkennen? Bezieht man sich auf das Offensichtliche, lautet die Antwort ganz klar: Ja! Nun gibt es eine Vielzahl von Menschen, auf die das Offensichtliche (Oberflächliche?) wenig Anziehungskraft ausübt. Die Gründe können verschieden sein. Der eine ist der Meinung, daß es noch „etwas anderes“ geben muß, der andere fühlt sich vom Morbiden oder Mystischen angezogen, wieder ein anderer hat es gerne weit ab der Massen und noch ein anderer will einfach nur einen Sonnenbrand vermeiden. Tatsache ist, daß das Dunkle und Unbekannte die Imaginationsfähigkeit des Menschen anspornt. Als Selbstversuch könnte man in den Wald gehen, sich eine Höhle suchen und eine zeitlang in die gähnende Leere blicken.

...Geheimes Land am Wegesrand/Du das blieb stets unerkannt/Du, so vieles hast verbannt/Bleiben Deine Wunder unbekannt...1

Ein tiefer Brunnen würde es auch tun. Unweigerlich fragt man sich nach einer Weile: War da nicht etwas im Dunkeln? Habe ich da nicht gerade etwas gehört? Und schon beginnt die Phantasie alle möglichen Bilder vor unserem geistigen Auge zu formen. Zumindest mir geht es so. Ich wage aber zu behaupten, daß es jedem so ergeht, der sich auf irgendeine Art und Weise für das Geheimnisvolle, Dunkle und Mystische/Mythische interessiert. In der Regel sind die Phantasie und die Vorstellungskraft bei Menschen, die der dunklen Seite zugewandt sind, ausgeprägter als bei Menschen, die zu den Klängen von den Flippers oder den Wildecker Herzbuben hin und her schunkeln. Vielleicht ein etwas überzogenes Beispiel...

Es gibt verschiedene Wege, seine dunkle Seite kreativ auszuleben. Sei es durch Musik, Poesie, Skulpturen oder Bilder. Die Facetten jeglicher Ausdrucksform können dabei variieren. Bilder können von „dunkel angehaucht“ bis „pervers“ oder „obszön“ wirken, was alles wiederum im Auge des Betrachters liegt. Da ich selbst Musiker bin, bleibe ich bei meinen „Leisten“. Es gibt Subkulturen, die stellen „das Böse“ in ihren Mittelpunkt. In ihren Texten geht es um dunkle Philosophie, oder sie beten zu Dämonen oder zum Teufel, bitten um Zerstörung der Christenheit, besudeln sich mit Blut und zelebrieren Orgien auf der Bühne oder im Proberaum – Black Metal. Nutzt man solche Dinge als sogenannte intellektuelle Unterdruckkammer, sei dies legitim. Alles andere wäre invertiertes Christentum, da man sich wieder irgendetwas unterwirft. Dann gibt es Musiker, die in ihren Texten Hymnen an die Vorfahren und die alten Götter singen oder der dunklen Seite des Heidentums frönen – Pagan Metal. Manchmal unterscheiden sich beide Musikstile nur durch ihre Texte, die Musik ist in beiden Fällen düster, roh und rasend. Apropos rasend – nicht selten wird mit dieser Art von Musik Wotans wilde Jagd in Verbindung gebracht, die in den Perchten, einem immer noch praktizierten Brauch, vor allem in Österreich, als Kulturgut überlebt hat. Ein rasendes Heer, das wie irre über die Bewohner herfällt.

...Schwerter rasseln Schilde blitzen/Wilde Fratzen peingeplagt/Es braust durch die dunkle Nacht/Wotans wilde Jagd...

Ob nun dieser dunkle Mythos diese Art von Musik geschaffen hat, sei dahingestellt. Vielleicht macht sich auf diese Weise auch nur das kollektive Unterbewußtsein bei denjenigen Menschen Luft, die den entsprechenden Sinn dafür besitzen. Eine andere Art der dunklen Klänge wäre Neofolk. Im Brennpunkt dieses Genres stehen Poesie und Naturmystik. Meist minimalistisch auf einer akustischen Gitarre vorgetragen, entfaltet diese Musik auf ihre ganz eigene Art und Weise ihre Magie und zieht die Zuhörerschaft in ihren Bann. Oft angelehnt an die Ästhetik, die im Deutschland der Dreißigerjahre des letzten Jahrtausends ihre Blüte hatte, auch bekannt als Deutschlands „dunkelste Zeit“, wird sie oft von wahnhaften Gutmenschen auf Äußerlichkeiten reduziert und somit völlig unreflektiert dargestellt. Das ist natürlich auch ein Mittel, etwas interessant zu machen, auch wenn eigentlich genau das Gegenteil gewollt ist – die „Verteufelung“! Aus den Reihen der Gutmenschen ertönt schnell der Vorwurf, man würde dies und das leugnen, da man durch das Verwenden von Runen irgendetwas glorifizieren oder verherrlichen würde. Eine sehr selbstgerechte Weltsicht. Denn der Umkehrschluß könnte ebenso auf eben jene „Anständigen“ angewandt werden: Wer Demokratie glorifiziert oder verherrlicht, leugnet doch automatisch Hiroshima und Nagasaki?! Solch eine Transferleistung darf man von Borderline-Patienten jedoch nicht erwarten, die ihren Leben darin einen Sinn geben, sich selbst zu verleugnen und nach christlich-morgenländischer Tradition selbst zu geißeln. Der Reiz des Verbotenen hat eben eine starke Anziehungskraft auf den Menschen. Vor allem auf den, der ständig hinterfragt. Steckt denn nicht in jedem von uns der Keim, vorgesteckte Grenzen zu überschreiten, das gesellschaftliche Korsett zu durchbrechen und ganz man selbst zu sein?

Halgadom | Album Heimstatt (2007)

Wanderer zwischen Black-, Paganmetal und Neofolk: Halgadom, Album "Heimstatt" (2007)


Da das Dunkle meist mit etwas Verborgenem einhergeht, gibt es viel Raum für Spekulationen. Manche Menschen verspüren dabei Angst und Unbehagen. Ich empfinde eher Interesse dafür, denn verspricht nicht eine Spekulation eine Veränderung zumindest des Denkens als Resultat? Und hat sich erst das Denken geändert, ändert sich auch das Handeln. Sicherlich kann jede Veränderung in die Hose gehen; soll heißen, einen Nachteil zur Folge haben. Es ist jedoch nur als eine neue Herausforderung zu sehen, die zu meistern ist. Schließlich bekommt man in den wenigsten Ausnahmen etwas geschenkt, sondern man muß um alles in dieser Welt des ewigen Ringens kämpfen.

Alles, was einem mißfällt und nicht irgendwie verarbeitet werden kann, verbannt man in die Tiefen des eigenen Unterbewußten. Doch Vorsicht: Wer nur verbannt und nicht irgendwann „freiläßt“, den kann es in der Luft zerfetzen, wenn der Fenrir in einem zu stark wird und sein ganz persönliches Ragnarök zu toben beginnt.

...Lange hat man dich verbannt wo deine Kräfte wuchsen/An Gjöll, den Felsen, band man dich, bis Ragnarök wird rufen/Kein Schwert, kein Speer und auch kein Heer wird dich jemals bezwingen/Die ganze Welt, wenn Wolfszeit ist, wirst Du im Zorn verschlingen...

So entstehen am Ende Psychopathen. Unbewußt fühlen sich viele Menschen vielleicht gerade aus diesem Grunde, den der Befreiung von inneren Zwängen, von dunkler Kunst angezogen und fasziniert, wagen aber nicht den Schritt, sie nach außen hin zu leben, aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung. Die dunkle Kunst kann einem helfen, diese zerstörerischen Energien zu kanalisieren. Zerstörung ist nichts Verwerfliches, wenn man einen Plan hat, was nach der Zerstörung entstehen soll. Somit hat nicht jeder das Recht zu zerstören.

...Mächtig schwingt des Geistes Kraft erfüllt bis zu den Sternen/Die Fesseln wurden abgestreift verbannt in weite Fernen/Zu Höherem ward auserwählt der schaffen kann das Neue/Doch liegt die Wurzel tief im Grund zum Alten halt die Treue...

Es ist das ewige Sein und Werden, das Rad der Zeit, das das Junge altern läßt, bis es stirbt und wieder neu gebiert.

Sich Gedanken zu machen, alles in Frage zu stellen, selbstständig Ideen zu entwerfen, „Nein!“ sagen, anders sein. All das steht in Zusammenhang mit der oder besser gesagt den dunklen Künsten. Stirbt die dunkle Seite im Menschen, sterben die Evolution und das Wachstum. Denn wir sind wie Berge, die im Sonnenlicht die Schatten (unsere Ideen) werfen, unter denen der Wanderer Schutz und Erholung auf seinem weiten Marsch findet. Eine Welt ohne uns bringt Einseitigkeit. Einseitigkeit ist nicht nur auf die Ernährung beschränkt sehr ungesund. Ignoranz und Dummheit schlagen uns oft entgegen. Doch sollte man uns dankbar sein, daß wir so sind wie wir sind und eine Alternative zum langweiligen und gleichgeschalteten Einheitsbrei darstellen. Das Vieh, das zur Schlachtbank geführt wird, mag uns verspotten in seiner Kurzsichtigkeit, kann es doch nicht sehen, wo sein Weg endet. Wir wissen es sehr wohl. In diesem Sinne: ...So vieles auf der weiten Erde trug sich selbst zum Grabe hin/Erfüllt es doch auf seine Weise diesen tiefen Weltensinn/In strömend Blut ertrinkt das Leben, Tränen füllen silbern Seen/Leichenberge, Feuersturm, dem Tod kann keiner widerstehen...

Januar 2009

Kontakt zum Autor: www.halgadom.org; www.sonnenkreuz.net



1 Die kursiv gedruckten Stellen stammen aus den Texten von Liedern meiner Neofolk-Metalgruppe Halgadom.


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Hubert Schreiner


Schicksalsjahr 1945 – Meine Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft

(Vortrag vom 31. Juli 1975)

Mai 1945 –  Die Waffen im Deutschen Reich beginnen zu schweigen. Im letzten Bericht der Wehrmacht (9. Mai 1945) heißt es:

„Den Leistungen und Opfern der deutschen Soldaten zu Wasser, zu Lande und in der Luft wird auch der Gegner die Achtung nicht versagen. Jeder Soldat kann deshalb die Waffen aufrecht und stolz aus der Hand legen und in den schwersten Stunden unserer Geschichte tapfer und zuversichtlich an die Arbeit gehen für das ewige Leben unseres Volkes. Die Wehrmacht gedenkt in dieser schweren Stunde ihrer vor dem Feind gebliebenen Kameraden. Die Toten verpflichten zu bedingungsloser Treue, zu Gehorsam und Disziplin gegenüber dem aus zahllosen Wunden blutenden Vaterland.“

Für viele Soldaten der Wehrmacht und der Waffen-SS verlängert sich jedoch der tägliche Überlebenskampf, ihr Schicksal ist völlig ungewiß. Werden sie in der feldgrauen Masse der endlosen Gefangenenkolonnen nach Osten ziehen? In den Lagern der Alliierten Hunger und Witterung ausgesetzt werden, oder sich in den Heimatort und zu den Angehörigen durchschlagen können? Das Chaos und die existentielle Unsicherheit der Frühlings- und Sommermonate des Schicksalsjahres 1945 prägen auf höchst unterschiedliche Weise deutsche Soldatenbiographien. Natürlich wollen die Soldaten in erster Linie der Gefangenschaft in Rußland entgehen, einem Land das immer noch vom Weltanschauungsfeind Nr. 1 beherrscht wird und dem der Krieg zahllose Wunden geschlagen hat. Rußland, nicht die Westalliierten, hat die Hauptlast des Krieges getragen und war in erster Linie für den Sieg über das Deutsche Reich verantwortlich. In der Roten Armee begegneten Wehrmacht und Waffen-SS einem Feind, der nach den zahlreichen schweren Niederlagen zu Beginn des Krieges durch die großen Anstrengungen von Neuaufstellung und Reorganisation, nicht nur militärisch ebenbürtig wurde, sondern ebenfalls von einem entschlossenen Kampfgeist beseelt war.

Die Opfer und Verluste an Menschen und Material und zudem die menschenunwürdige Behandlung gefangener Rotarmisten und das oftmals mutwillige Verhungernlassen russischer Kriegsgefangener durch Wehrmachtsstellen, läßt nun Racheakte bzw. rücksichtslose Eintreibung von Kompensationsleistungen unmittelbar nach Kriegsende befürchten.

Daß die Behandlung der russischen Gefangenen ein Kriegsverbrechen war, darüber kann kein Zweifel bestehen, dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, daß sich in der Frühphase des Krieges, ganze Einheiten der roten Armee ergaben oder gefangen genommen werden konnten und die Versorgung dieser Massen schnell die logistische Leistungskraft der Wehrmacht überforderte. Zudem entschloß sich eine nicht unerhebliche Zahl antibolschewistisch eingestellter Russen in den Dienst von Wehrmacht und Waffen-SS zu treten, als Soldaten, als Mitarbeiter der Besatzungsbehörden oder als Truppenhelfer. Diese Soldaten konnten so dem Schicksal vieler ihrer Kameraden entgehen.

Soldaten der Russische Befreiungsarmee (ROA)

Soldaten der Russische Befreiungsarmee (ROA)

ROA Plakat | Sieg um jeden Preis

ROA-Plakat mit russischer Fahne und Hakenkreuz


Zurück zum Schicksalsjahr 1945 und seiner Betrachtung in der Nachkriegszeit: Wer in der Bundesrepublik Deutschland als „Schaufenster des Westens“ und de facto Satellitenstaat der USA aufgewachsen und sozialisiert worden ist, wird sich daran erinnern, daß in Medien, Politik und „Öffentlichkeit“ grundsätzlich der Tenor durchschlug, daß die Racheakte „der Russen“, die Verschleppung der Landser in die barbarische Kriegsgefangenschaft im Osten usw. das eigentliche Übel im Sommer 1945 gewesen sei. Die Westalliierten hätten im Gegensatz dazu Milde geübt und überwiegend die Verständigung mit den besiegten deutschen Soldaten gesucht. Natürlich gingen sie nicht in dieser großen Zahl in westalliierte Kriegsgefangenschaft und mußten auch nicht zig Jahre dort unter härtesten Bedingungen Zwangarbeit verrichten, die „Milde“ der Westalliierten ist eine Mär, eine politische Zweckbehauptung. Stellvertretend ist auf die von den Amerikanern eingerichteten „Hunger- und Todeslager“ an den Rheinwiesen zu verweisen, die trotz aller Befreiungsrhetorik Tatorte eines bislang juristisch nicht aufgearbeiteten und damit ungesühnten Kriegsverbrechens waren. Die Zahl der in diesen verhungerten und an Krankheit gestorbenen deutschen Soldaten, die man bewußt diesem Schicksal überließ, dürfte weit in die Tausende, vielleicht sogar Hunderttausende gehen.

Ein Grund für die mangelnde Bereitschaft sich ebenso mit den westalliierten Kriegsverbrechen auseinander zu setzen, liegt im Kalten Krieg und seinem Dualismus der Großmächte. Die neuen Eliten der BRD strebten die Westbindung, auch zum Preis einer möglichen Einigung Deutschlands als neutraler europäischer Mittelstaat, zielstrebig an. Dabei spielten viele genuin national-konservative Kreise in ihrem verständlichen, aber völlig übersteigerten Antikommunismus die Rolle des „nützlichen Idioten“ der USA und negierten die Gegensätze zwischen dem tradierten deutschen Verständnis von Staat, Gesellschaft und Kultur. Sie begünstigten damit das Vordringen des „american way of life“ und bereiteten den Boden für eine rücksichtslose Amerikanisierung und eine kulturelle Umpolung der deutschen Volkskultur, die in der DDR nie in solchem Maß stattgefunden hat. Im Zuge dieser wurde die Aufarbeitung und Verfolgung der an deutschen Soldaten durch die Westalliierten verübten Verbrechen zwar nicht völlig verhindert, stand aber immer im Schatten und wurde durch größtmögliche öffentliche Bagatellisierung politisch weitgehend neutralisiert.

Es geht in diesem Vorwort weder um einen generellen Freispruch für die Rote Armee und die sowjetrussische Besatzungsmacht noch um eine generelle Anklage der Westalliierten, sondern um ein differenziertes Bild, das die Behandlung deutscher Soldaten in westalliierter und sowjet-russischer Kriegsgefangenschaft in alle ihren Facetten aufzeigt. Es muß, völlig gleichgültig wie man zum Beginn und Verlauf des Krieges steht, der Nachwelt zeigen, daß viele Landser, die wie ihre Feinde ihre Pflicht getan und dabei nach soldatischem Ethos gehandelt hatten, im Jahr 1945 entrechtet und schlichtweg Opfer wurden und Schlimmstes durchmachen mußten. Ihrer muß man gedenken und die an ihnen verübten Verbrechen als solche benennen dürfen – ohne Rücksicht auf aktuelle politische Befindlichkeiten.

Mit Hubert Schreiner soll im Folgenden ein Landser zu Wort kommen, der im Sommer 1945 Schrecken wie Glück erlebte und schließlich zu seiner Familie zurückkehren konnte:

Die Geschichte, von der ich heute berichten will, hat sich vor genau 30 Jahren zugetragen: in den Tagen vom 8. Mai bis 7. Juni 1945. Sie handelt von der Flucht aus russischer Gefangenschaft. Angesichts der bittersten Not und des trostlosen Elends so vieler Deutscher ist mir mein Soldatenschicksal damals gar nicht so überlieferungswert vorgekommen. Heute, nach einem Menschenalter, da die Ereignisse Geschichte geworden sind, gewinnen die menschlichen Aspekte und das Abenteuerliche meiner Erlebnisse an Gewicht. Sie sind es auch, die ich des Erzählens wert finde. Einen anderen Grund, warum ich Ihnen, meine Freunde, die Geschichte nicht vorenthalte, mögen Sie in einer mit den Lebensjahren wachsenden Mitteilsamkeit über persönlich wichtig erscheinende Ereignisse und Erfahrungen sehen.

Vom Anfang des Krieges (meine Einberufung: 26. August 1939) bis zur Kapitulation am 8.Mai 1945 gehörte ich derselben Einheit an, einer bei Amberg zusammengestellten Fliegerhorstkommandantur. Wir versorgten und betreuten Einsatzstaffeln an allen Fronten, in Frankreich, Belgien, Jugoslawien, mußten gegen Kriegsende nach Südungarn weichen, wurden mitten im Ausbau eines Flugplatzes nach Wien-Pöchlarn verlegt, erfuhren dort von der bedingungslosen Kapitulation und gaben unsererseits den letzten Tagesbefehl heraus.

Wer den 8.Mai 1945 als Soldat erlebte, kennt das erniedrigende Gefühl, die schmachvolle Ohnmacht, mit der man seine Waffen abliefert und endgültig zum »Objekt« wird. Noch am Abend des 8.Mai traten wir, z. T. noch motorisiert oder bespannt, den Weg in das Sammellager Prägarten 20 km nördlich von Linz an. Dort wurden in den folgenden Tagen auf freiem, schattenlosem Feld etwa 16000 Mann aus allen Teilen der 6. Armee und aus verschiedenen Truppengattungen wie Luftwaffe, Polizei und SS zusammengetrieben. Die Amerikaner hatten das Lager im Abstand von 50 m durch Panzer und durch Posten und Streifen dazwischen hermetisch abgeschlossen. Schutzlos dem Wetter ausgesetzt, auf die mitgeführten Verpflegungsreste angewiesen, wurde uns die Trostlosigkeit des Gefangenendaseins immer klarer. Als einer unserer Kameraden durchdrehte und lediglich mit Hose bekleidet auf einen Panzer zulief, wurde er zusammengeschossen. Als der Lagerälteste, der auch mein Einheitskommandeur war, beim amerikanischen Kommando Einspruch einlegte, wurde ihm Bescheid, daß die Amis großmütig »auf eine Entschuldigung deutscherseits verzichteten«.

Am Morgen des 13. Mai kam über Lautsprecher die Anordnung, wir sollten Marschblöcke zu 500 Mann bilden und uns in Richtung Linz aufstellen. Ich ordnete mich mit einem Kameraden, zu dem ich besonderes Vertrauen hatte, einem Unteroffizier aus dem Ersten Weltkrieg der 2. Reihe des 2. Blocks ein. Nachdem wir die Landstraße erreicht hatten, ging die Marschrichtung aber nicht nach Süden gegen Linz, sondern nordwärts nach Prägarten. Im Ort ritten für jeden Marschblock sechs russische Soldaten auf. Während die Amerikaner abdrehten, wurde uns über Lautsprecher erklärt, daß wir nun russische Gefangene seien, daß wir nach Osten zum Wiederaufbau von Stalingrad marschierten und daß jeder Fluchtversuch ohne Anruf mit der Waffe verhindert würde.

Die Sonne stand in den folgenden Tagen sengend über uns. Tage schon fehlte es an Wasser, unsere Verpflegung war längst zu Ende. Am dritten Marschtag, wir hatten die Gegend von Zwettl erreicht, gab es erstmals für je fünf Mann einen Barras, also zwei Pfund Brot! So trotteten wir meist schweigend dahin. Und doch ahnte ich, daß Martin Krämer, mein Kamerad neben mir, von Beruf Zimmermeister und Landwirt, wie ich mit Sorge und Sehnsucht an Zuhause dachte und im Übrigen mit scharfen Sinnen die Lage auslotete. Diese Lage aber bot keinen Hoffnungsschimmer. Während einer Rast wurde unser Gepäck durchsucht. Dabei fand sich bei einem Luftwaffensoldaten eine Pistole. Er wurde in den Straßengraben geschleift und erschossen. Wer nicht mehr mitmarschieren konnte oder sich am Straßenrand ausruhen wollte, wurde durch Genickschuß liquidiert. Da unter den wahllos zusammen gesammelten Gefangenen auch ältere und kranke Soldaten waren, knallte es schon in den ersten Tagen recht häufig.

Am 21.Mai, wir hatten uns in sieben Tagen bis nördlich Preßburg (Bratislava) geschleppt, kamen wir nach Durchqueren eines Waldes in aller Frühe an drei große Weiher. Der erste Marschblock konnte der Versuchung, mit Wasser in Berührung zu kommen, zu trinken und die Haut zu netzen, nicht widerstehen und stürzte trotz der Warnschüsse, die auch mit gezielten Schüssen durchsetzt waren, zu den Weihern. Auf die Knallerei hin ritt die Hälfte der Bewachungsmannschaft unseres 2. Blocks nach vorne, um mitzuballern. Dadurch vergrößerten sich die Abstände in unserer Bewachung. Rechts von der Straße noch Stangenwald mit Unterholz, die Ablenkung, die verdünnte Bewachung: Blitzschnell erfaßte ich die Gunst des Augenblicks, bog an den Straßenrand heraus, täuschte das im Gehen übliche Austreten vor, um nach vorn und hinten zu sichern. Auf meinen Zuruf:  »Komm, jetzt paßt es!« war auch schon Martin Krämer bei mir, und im Nu waren wir im Wald verschwunden. Unser Ausreißen wäre kaum von den Bewachern bemerkt worden, hätten sich dem Herdentrieb folgend nicht weitere Kameraden der Flucht angeschlossen. Unser Vorsprung war nur gering, jeden Augenblick mußten die Russen am Waldrand erscheinen. Instinktiv gaben wir das ebene Holz den Nachkommenden frei, durchstießen einen Haken schlagend einige Hecken und erkletterten, ins Unterholz geduckt, einen mit Felsbrocken durchsetzten Hang. Ob einige Kugeln, die über uns durch das Gehölz pfiffen, uns gezielt galten, weiß ich nicht. Da Pferde und Russen nicht die Nase von Hunden und nicht die Steigfähigkeit von Gemsen und ausgerissenen Landsern haben, die Russen noch dazu im ebenen Holz leichtere Beute fanden, fühlten wir uns schnell außer Gefahr und konnten nach etwa 20 Minuten eine erste Verschnaufpause einlegen. Das Schicksal der Kameraden, die mit uns fliehen wollten, war den MP-Salven unschwer zu entnehmen. Ich hatte mit Martin die Flucht nicht besprochen, es war im Einzelnen nichts vereinbart. Aber jeder wußte, was der andere dachte, und wir waren bereit, füreinander und miteinander zu handeln. Wir hatten uns vom Schutz der Kameraden abgesetzt, waren nunmehr auf uns selbst gestellt. Es war ein Spiel auf Leben und Tod. Die kleinste Unvorsichtigkeit konnte unser Ende bedeuten. Noch bei der Auflösung der letzten Kommandantur hatte ich einige Kartenabschnitte zu mir genommen, die ich in meinem Fliegerrucksack versteckt hielt. Wir legten Standort und Marschrichtung fest und erkannten die Länge und die Schwierigkeiten, die uns von daheim trennten. Mit Hilfe der Karten, Martins Taschenuhr und auch einiger Sternbilder fanden wir Richt- und Zielpunkte für unsere täglichen Märsche. Anfangs hielten wir uns streng daran, nur nachts zu wandern, manchmal geradezu zu pirschen. Schwierigkeiten gab es anfangs auch mit der Verpflegung. Wir mußten rasch einsehen, daß trotz Martins Kenntnisse der eßbaren Kräuter Feld und Wald im Mai zwei hungrige Landser nicht ernährt. Also ging's ans Fechten. Die Bevölkerung in Österreich, vor allem aber die Volksdeutschen in der Tschechei, unterstützten uns, wo es nur ging. Man teilte das Wenige mit uns und ermöglichte manche Rast im Schutz einer Scheune oder eines Stalles. Allmählich dehnten wir unsere Marschzeiten in die Morgenstunden aus und waren auch in der Dämmerung schon wieder unterwegs. Nur bei den Flußübergängen haperte es. Martin war nur 1,66 m groß, konnte nicht schwimmen und hatte daher etwas gegen fließende Gewässer über 1,40 m Tiefe. Besonders die Moldau, die sich unserem Weg mit ihrem Bogen bei Untermoldau in die Quere legte, ist mir gar nicht so symphonisch in Erinnerung, wie Smetana sie zum Klingen bringt. Aber als das Gepäck am jenseitigen Ufer lag, schafften wir mit vereinten Kräften und einigen Schluck Moldau auch Martin. Nach der Karte hatten wir den Längengrad von Wien längst passiert und näherten uns Zwettl. Wenn wir richtig mitgezählt hatten, war es der 26.Mai, als wir am späten Morgen noch eine ziemlich ebene, mit Stauden und Buschwerk reichlich bestockte Fläche überqueren wollten, hinter der wir ein Dorf vermuteten. Wir setzten gerade zum Sprung über eine Straße an, als unvermutet ein russischer Soldat auf dem Fahrrad in die Straße einbog. Wir glitten von der Straße zurück, krochen durch ein Gebüsch und: landeten mitten in einem russischen Biwak. Aus der Traum? Nein, nur nicht aufgeben? Unter Bewachung von drei Mann wurden wir zu einem etwa 3 km entfernten Haus geführt, in dem, soviel konnten wir heraushören, der Kommissar wohnte.

Frische Nehrung, Ostpreußen, Mai 1945

Frische Nehrung, Ostpreußen, Mai 1945:
Deutsche Soldaten geraten in Gefangenschaft der Roten Armee


Die Sonne näherte sich schon dem Zenit und brannte viel zu grell auf uns herab, als der Kommissar, in erdbrauner Uniform mit goldenem Stern auf der Mütze, unter der Haustür erschien. In einwandfreiem, fast akzentfreiem Deutsch stellte er fest: »Ihr seid dem Gefangenentransport entlaufen. Ihr wißt doch, was euch bevorsteht?« Wenn wir es nicht gewußt hätten, wäre es uns schnell klar geworden. Er verwies die Soldaten auf eine an das Anwesen anschließende Sandgrube. Ein Soldat holte eine Schaufel und rief uns zu: »Stalin-Orgel! Hitler kaputt!« Martin war inzwischen auf der Haustreppe in die Knie gesunken und betete leise vor sich hin. Er hatte mit dem Erdendasein abgeschlossen. Ich aber wollte alles versuchen, das Schicksal zu bezwingen. Zuerst zeigte ich den Entlassungsstempel in unseren Soldbüchern, den ich noch am 8. Mai selbst angebracht hatte. Dann verlegte ich mich aufs Reden, sprach von der Sehnsucht nach der Familie, erzählte von daheim, verwies darauf, daß auch wir, wie unsere Gegner, nur unsere Pflicht als Soldaten erfüllt hatten, versuchte klarzumachen, daß der Krieg ja nun beendet sei, redete vom Sport, von der Jagd, vom Handwerk. Da stoppte der Kommissar meinen Redefluß mit der nüchternen Feststellung, man könne nicht die entlaufenen Gefangenen dem Transport nachführen. Aber ich gab nicht auf. Als nächsten Versuch ließ ich beim Einstecken in die Gesäßtasche meine Brieftasche mit dem Soldbuch fallen. Nun ist die Lust am Fotografieren bei uns ein Familienerbstück. Ich hatte ständig gute Aufnahmen meiner Angehörigen bei mir. Die waren nun in großer Zahl meiner Brieftasche entquollen. Die Soldaten griffen interessiert danach und reichten dem Kommissar ausgerechnet eine Aufnahme, die mich mit meinen Brüdern im Klavierquartett musizierend zeigte. Dieses Bild löste dem bisher sehr wortkargen Kommissar die Zunge zu der Frage, was denn da musiziert worden sei? Wohl das Horst-Wessel-Lied oder Richard Wagner? Ich entgegnete, von Wagner gebe es für diese Besetzung nur das »Albumblatt«. Aber Kammermusik gebe es in allen Ländern, auch in Rußland. Von wem? wollte er wissen. Ich sprudelte gleich eine ganze Reihe von Namen russischer Komponisten hervor: Tschaikowski, Rimski-Korsakow, Strawinsky, Rachmaninow, Mussorgski und wer mir eben noch gerade einfiel. Und ich versicherte ihm, daß wir die russische Musik wohl kannten und sehr schätzten.

Mein erregt gestottertes Wissen hatte offensichtlich Eindruck auf ihn gemacht. Plötzlich milderte sich sein Ausdruck und in einem Ton, der fast freundlich klang, sagte er: »Ich will es probieren. Ich werde Ihnen drei Fragen stellen. Wissen Sie die Antwort, dann haben Sie nicht gelogen, und ich gebe Ihnen eine Chance.«

Seine erste Frage war nach der Melodie des Blumenwalzers aus dem Nußknackerballett von Tschaikowski. Die Suite daraus haben wir vierhändig am Klavier gespielt. Die Melodie war sofort da. Ich sang sie vor, soweit meine vor Aufregung gedrosselte, ausgetrocknete Kehle es zuließ.

Der Russe war zufrieden und stellte die zweite Frage, eine Melodie aus dem Ballett „Der Feuervogel" von Igor Strawinsky. Die Suite daraus hatten wir auf Schallplatten und das Hornthema aus dem Finale war uns daheim längst zum Signal geworden. Ich wollte das Thema wie so oft pfeifen. Aber die innere Spannung und der fehlende Speichel ließen keine Pfeiftöne zu, so daß ich es wieder mit krächzendem Singen versuchte. Es war keine musikalische Darbietung, doch der Kommissar hat sie mir abgenommen.

Die dritte Frage sollte wohl die schwerste sein. Sie galt dem Anfang des b-moll-Klavier-Konzerts von Tschaikowski. Die Schallplattenaufnahme davon hatte mir mein Bruder 1938 auf den Weihnachtstisch gelegt. Oft hatten wir den Klavierauszug mitgelesen. Mit dem Mut der Verzweiflung preßte ich die Melodien heraus, markierte in der Luft hämmernd den Klavierpart, dirigierte das imaginäre Orchester, gab den Hörnern, den Streichern, dem Blech die Einsätze.

Sichtlich beeindruckt beendete der Kommissar die schaurig-komische Vorstellung, indem er mich bei der Hand faßte und in den Hausgang zog. Ich griff nach Martin und zerrte ihn mit. Drinnen schloß er die Haustür ab, zeigte in Richtung des Hausgangs nach rückwärts und verschwand in sein Zimmer. Wir aber konnten durch die hintere Haustür ausreißen und uns nach einigen gehetzten und geschlichenen Kilometern ins Gebüsch verkriechen.

Der dünne Faden, an dem unser Leben gehangen hatte, war durch die verbindende Kraft der Musik zum rettenden Seil geworden. Mit neuem Mut und gestärkter Zuversicht setzten wir am Abend unseren Marsch fort und fanden sogar noch barmherzige Gastgeber. Aber wir waren auch neu zur Vorsicht gemahnt.

Feindberührung hatten wir nur noch an der Demarkationslinie bei Kaplitz in der Tschechei. Wir befanden uns dort schon auf amerikanisch besetztem Gebiet. Mit dem Instinkt und der Schläue des verfolgten Wildes schüttelten wir auftauchende kaugummikauende Eroberer ab. Sicher fühlten wir uns erst, und nach dem, was sich im Lande in diesen Tagen noch ereignete, zu früh, als wir wenig südlich des Dreiländerecks, am Dreisessel, bayerisches Gebiet erreichten. Am 16. Tag unserer Flucht, am 7. Juni 1945, mittags 12 Uhr, klopften wir an Martins Haustür in Weng. Die jüngste Tochter, die die Haustür aufschloß, erkannte ihren Vater nicht und holte die Mutter.

Koblenz 1945: Ein deutscher Soldat läuft über eine Nationalfahne

Koblenz 1945: Ein junger deutscher Soldat läuft über eine
zu Boden geworfene Nationalfahne in die amerikanische
Kriegsgefangenschaft


Nach zweitägiger Rast besorgte ich mir einen amerikanischen Fahrradausweis und legte die letzten 130 Kilometer, den größeren Orten ausweichend, mit dem Fahrrad zurück. Nach weiteren zwei Tagen konnte meine Mutter den zweiten ihrer vier Buben als Heimkehrer in die Arme schließen.

Für mich aber ging ein Erlebnis zu Ende, das sich heute wie ein Märchen anhört, mich aber noch lange Jahre bis in die Träume verfolgte.


Anhang und Literaturhinweise:

„Die Versuche möglichst viele Deutsche (Kriegsgefangene) zu beseitigen, habe ich selbst erlebt in Rumänien, 50.000 deutsche Soldaten liegen dort, über 20.000 der ehemaligen Mackensen-Armee des Ersten Weltkrieges, der Rest aus dem zweiten Weltkrieg! In Rußland selbst in 5-jähriger Gefangenschaft war solch ein Haß gegen Deutsche nicht zu spüren. Selbstredend gab es auch Fanatiker, aber der Großteil der russischen Bevölkerung war froh, das alles vorbei war und die deutschen Kriegsgefangenen waren vorzügliche Arbeiter; wir wurden respektiert und bekamen die gleichen Verpflegungssätze wie die Russen (…) Fünf Jahre Gefangenschaft haben vieles klarer sehen lassen, die Russen sind keine „Untermenschen“, nur Ilja Ehrenburg hatte die „Rote Armee“ durch seine Hetzschriften, die ich auch gelesen habe, zu solchen gemacht!“

(Ein „unglaublicher“ Leserbrief an die Zeitschrift „Phoenix“, Nr. 1, 2008)


Bei Aachen und Eschweiler 1945

Bei Aachen und Eschweiler 1945: Der Kampf tobt schon in deutschen Straßen und Ortschaften.
Diese Schützengruppe ist auf sich allein gestellt. Man weiß, daß man keine Lorbeeren mehr erringen kann,
man tut aber seine Pflicht.


● Mac Donogh, Giles: After the Reich. The brutal History of the Allied Occupation. New York 2007 (Basic Books).

Diese profunde Studie eines britischen Historikers und Deutschlandfachmanns, sorgte in den USA und Großbritannien für viel Aufsehen, wurde in Deutschland aber weitgehend totgeschwiegen. Mac Donogh stellt das ganze Grauen westalliierter Verbrechen an Soldaten und Zivilisten dar und nennt Verantwortliche. Durch diese Studie, die einem ungeheuren Tabubruch gleichkommt, steht auch dieser Teil der Geschichte des Zweiten Weltkriegs vor einer möglicherweise grundlegenden Revision. Die Wochenzeitung Junge Freiheit (Nr.17/08; April 2008) durchbrach erneut das Verschweigen und Unterdrücken politisch nicht erwünschter Studien durch die „Leitmedien“ und führte ein längeres Gespräch mit dem britischen Historiker. Mac Donogh äußerte sich wie folgt (Frage: Sie sprechen von Haß-Propaganda. Also trägt die US-Führung eine Mitverantwortung?): Darüber sollte man in Deutschland mehr nachdenken. Roosevelt etwa haßte Deutschland, aber nicht erst seit den Nazis, sondern schon seit seiner Schulzeit, die er in Deutschland verbracht hatte. Diese Haltung der US-Führung gegen Deutschland wurde durch die hartherzige Besatzungsdirektive JCS 1067 übermäßig lange zur Grundlage für das Verhalten der US-Truppen in Deutschland (…) es gab seit der Landung der Westalliierten in der Normandie zahllose westalliierte Kriegsverbrechen, die nie gesühnt worden sind. Oder denken sie daran, daß schon damals einfach ein neuer Status erfunden wurde, damit diverse Deutsche nicht gemäß der Genfer Konvention [für die Behandlung von Kriegsgefangenen] behandelt werden mußten. Oder denken sie etwa an die schlimmen Folterungen der deutschen Verdächtigen im Malmedy-Prozeß, ohne das dafür nur eine „Lyndie England“ [eine der Hauptangeklagten der Folter- und Demütigungsexzesse ab 2003 im US-Gefängnis Abu Gureib, Bagdad] vor Gericht gestellt worden wäre. Bemerkenswert ist übrigens, daß die Deutschen in der Regel ihre westalliierten Kriegsgefangenen besser behandelt haben als Ende des Krieges die Westalliierten die deutschen (…) Auf jeden Fall fehlt bis heute ein Bekenntnis der USA zu ihrer Verantwortung für den Tod von möglicherweise bis zu 40.000 deutscher Kriegsgefangener in den US-Rheinwiesenlagern.

Die US-Zeitschrift Boston Globe kommentierte diese bemerkenswerte und Bahn brechende Studie mit den Worten: „Mac Donogh entlarvt die moralischen Höhen, auf denen so viele von uns die Alliierten während des Zweiten Weltkriegs wähnen als schiefe Ebene“. 

● Weißmann, Karlheinz (Hg.): Die Besiegten. Die Deutschen in der Stunde des Zusammenbruchs. Schnellroda (Edition Antaios) 2005.

● Baque, James: Der geplante Tod. Deutsche Kriegsgefangene in französischen und amerikanischen Lagern 1945-1946. 2. Auflage 1996 (Ulstein). Eine Neuauflage ist 2008 im Verlag Pour le merite erschienen: 496 S., davon 16 S. s/w Abbildungen.

Das Werk erlangte schnell den Rang eines Standardwerkes, da es erstmals schonungslos die geplante Vernichtung deutscher Soldaten in den Lagern der Westalliierten darstellte und dokumentierte. Anläßlich der Neuauflage führte die Deutsche Militärzeitschrift (DMZ; Nr.67; Januar/Februar 2009) ein Gespräch mit dem Historiker, der sich sehr deutlich zum Schicksal deutscher Kriegsgefangener und Zivilisten äußerte und dieses in einen größeren historischen Kontext einordnete.

James Baque (DMZ: Der 8.Mai 1945 wird heute in der Bundesrepublik Deutschland als „Tag der Befreiung“ gefeiert, die Alliierten als „Befreier und Retter“ bezeichnet…): „Was für eine Mißdeutung. Die Alliierten befreiten keinen einzigen Deutschen. Im Gegenteil sie inhaftierten und bestraften die gesamte Deutsche Nation für fünf Jahre. Millionen Deutsche wurden in Gefängnisse und Lager gesteckt. Darüber hinaus läßt die Direktive JCS 1067 vom April 1945 keinen Zweifel an der Absicht der Alliierten. (…) Wir müssen davon ausgehen, daß zwischen 1945 und 1950 zudem noch etwa sechs Millionen deutsche Zivilisten an den Folgen von Hunger und Mißhandlung starben (…) Mindestens zehnmal so viele Deutsche starben in den französischen und US-amerikanischen Lagern, als in allen Kämpfen an der Westfront in Nordwesteuropa von Juni 1941 bis April 1945 gefallen sind. In den Lagern entlang des Ufers des Rheins verzeichneten die Ärzte der US-Streitkräfte eine erschreckende Sterblichkeitsrate – 80mal so hoch wie die höchste, die sie je in ihrem Leben festgestellt hatten (…) Bis Ende Mai 1945 waren mehr Menschen in US-Lagern gestorben als durch die Atombombenexplosion von Hiroshima. Insgesamt starben nach meinen Recherchen wahrscheinlich mehr als eine Million Menschen [im Jahr 1945] (…) Die westlichen Alliierten haben die Deutschen dazu umerzogen, sich „schuldig“ zu fühlen, sie haben die deutschen Medien lizenziert und kontrolliert, sie haben an den Schulbüchern mitgeschrieben. Zudem sollte während des kalten Krieges das westliche Bündnis, zu dem nun auch Westdeutschland gehörte, nicht durch unangenehme Wahrheiten belastet werden (DMZ: Wer war neben Eisenhower noch verantwortlich für die Planungen?) Der US-amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und sein enger Vertrauter und Freund Staatsekretär Henry Morgenthau. Morgenthau entwickelte den Plan, Deutschland für immer zu „kastrieren“. Dies sollte mit der völligen Zerstörung der deutschen Industrie gelingen. Deutschland sollte ins Mittelalter zurückgeworfen werden, ohne jede Industrie und ohne moderne Landwirtschaft, geplagt von Hungersnöten und Seuchen. Der US-amerikanische Außenminister Cordell Hull stellte fest, daß Morgenthaus Plan ‚in Deutschland alles mit der Ausnahme des Landes hinwegfegen würde’ (…) Hull rechnete mit etwa 20 Millionen Toten.“.

Henry Morgenthau | Morgenthau-Plan

Henry Morgenthau, Urheber des „Morgenthau-Plans“:
Verhinderter Henker deutscher Soldaten und Zivilisten


● Venohr, Wolfgang: Die Abwehrschlacht. Jugenderinnerungen 1940-1955. Berlin 2002 (Verlag Junge Freiheit).

● Ernst von Salomon: Der Fragebogen. Hamburg 1951.

Der große Preuße und Nationalkonservative berichtet von der anderen Seite der „Befreiung“ – von Folter, Demütigung  und völliger Entrechtung deutscher Soldaten in US-amerikanischen Kriegsgefangenenlagern - „Der Fragebogen heißt das Buch ganz einfach und ist nach dem Gerüst des Fragebogens der Alliierten Militärregierung abgefaßt, den zwölf Millionen Deutsche ausfüllen müssen, um mögliches schuldhaftes Verhalten in der Zeit des Dritten Reiches aufdecken zu können. Wer den Fragebogen nicht beantwortet, bekommt keine Lebensmittelmarken. Aus den insgesamt 131 Fragen macht Salomon ein 670 Seiten starkes Buch, das einschlägt wie eine Bombe. Gleich in den ersten Wochen werden 60.000 Exemplare verkauft. Das Buch wird in mehrere Sprachen übersetzt. Es trifft den Nerv der Zeit, es berichtet nicht nur über das subjektive Erleben Ernst Salamons, sondern setzt ein Zeichen, führt die Entnazifizierung ad absurdum“ [Jürgen Hatzenbichler: Querdenker. Konservative Revolutionäre. Engerda (Arun) 1. Aufl. 1996]. 

● Joseph Martin Bauer: Soweit die Füße tragen. München 1951.

Der Roman, seit seinem Erscheinen in über 15 Sprachen übersetzt, wurde mehrmals verfilmt, zuletzt 2001. Er erzählt auf die spektakuläre Flucht eines Kriegsgefangenen, dem das unvorstellbare gelingt: Die Flucht aus einem im äußersten Sibirien gelegenen Lager durch Zentralasien bis zur sowjetisch-iranischen Grenze.

● Grigorij Klimow: Berliner Kreml. Köln 1951.


Vorwort und Edition: Robert Schreiner (München), Februar 2009


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Jean Haudry


Der physische Typus der Indoeuropäer

Seit über einem Jahrhundert haben die Linguisten immer wieder behauptet, daß der Begriff des Indoeuropäischen sich auf eine Sprachgemeinschaft beziehe, die keine rassische Homogenität bedinge. Der Ausdruck »indoeuropäische Rasse« mag zwar unangemessen sein; es ist dennoch legitim, die von den Sprechenden dargestellten physischen Merkmale bestimmen zu wollen. Dazu verfügen wir über zwei Informationsquellen: die anthropologische Untersuchung der Menschenknochen, die an (aus anderen Gründen) als indoeuropäisch geltenden Fundorten ausgegraben wurden, sowie die Zeugnisse der frühen Texte und bildlichen Dokumente. Diese zweite Quelle hat den Vorteil, von keiner Hypothese abhängig zu sein. Nun treffen diese Zeugnisse übereinstimmend auf die Nordvölker zu, wenn nicht auf das gesamte Volk, so doch auf seine Oberschichten.

Die Germanen würden, so Tacitus, den ersten Fall veranschaulichen: »Ich selbst schließe mich den Meinungen derer an, die glauben, daß die Stämme Germaniens - in keiner Weise durch eheliche Verbindungen mit anderen Völkern verfälscht — ein eigenwüchsiges, reines Volk von unvergleichlicher Eigenart sind. Darum ist auch die äußere Erscheinung trotz der großen Zahl von Menschen bei allen die gleiche: Alle haben trotzige, blaue Augen, rotblondes Haar und hünenhafte Leiber« (Germania, IV) Die moderne Anthropologie hat dieses Urteil allerdings korrigiert [M. Much: Die Germania des Tacitus, S. 95; Hans F. K. Günther, Rassenkunde des deutschen Volkes].

Fritz Klimsch | Anadyomene

Die gesamte griechische Bildhauerkunst von der minoischen bis zur hellenistischen,
gibt Göttinnen und Göttern goldene Haare und eine übermenschliche Gestalt.
Oben: Fritz Klimsch, Anadyomene.


Hermes des Praxiteles, 340 v.d.Z.

Hermes des Praxiteles, 340 v.d.Z.


Bei den Kelten »trifft man seltener auf das klassische Ideal des großen starken Kelten mit blondem Schopf und milchweißer Haut« [F. Le Roux, C. J. Guyonvarc'h: La civilisation celtique, S. 57]. Das liegt - nach Auffassung derselben Autoren — daran, daß »die Kelten in ihren einzelnen Staaten nur eine aristokratische und kriegerische Minorität waren«. Der Brauch des Haarbleichens weist auf die soziale Bedeutung des physischen Typus hin. Dieser Umstand ist noch mehr ausgeprägt im vedischen Indien, wo Indra, der blonde Gott (hári-) den arischen Kriegern den Sieg über ihre dunkelhäutigen Gegner, die »nasenlosen« dasá- gibt; letztere bilden die dämonische Rasse der Finsternis, wie die Fomore der irischen Sage. Das Weiß der Haut ist nämlich die Farbe des Licht- bzw. Taghimmels, während die schwarze Farbe zum Nachthimmel und zur Hölle gehört. Die Übereinstimmung zwischen physischem Typus und sozialem Status kommt im Merkgedicht von Rig (Edda) zum Ausdruck: Jarl, der Adlige, ist hellblond (»Licht war sein Haar, hell die Wange«), Karl, der Freie, ist rothaarig und hat frische Wangen, Thraell, der Knecht, ist dunkelhäutig. Obwohl blonde Haare in Armenien selten vorkommen, erwähnt das armenische Volksepos schon deshalb so oft dieses physische Merkmal seiner Helden. Und in Griechenland »sind die klassischen Dichter, von Homer bis Euripides, darauf versessen, uns die Helden als groß und blond darzustellen. Die gesamte Bildhauerkunst, von der minoischen bis zur hellenistischen, gibt Göttinnen und Göttern, mit Ausnahme vielleicht von Zeus, goldene Haare und eine übermenschliche Gestalt.« [F. Faure, La vie quotidienne en Grece au temps de la guerre de Troie, S. 48.] Zwar, Faure weist darauf hin, war der physische Durchschnittstypus ein ganz anderer, aber das Zeugnis ist umso bedeutungsvoller: Der nordische Typus wird schon deshalb als physisches Ideal angesehen, weil es der Typus der höheren Bevölkerungsschicht war. Das bezeugen die bildlichen Quellen. In seiner Studie über das griechische Profil zeigte R. Peterson [R. Peterson, JIES, 2, 1974, S. 385-406], daß die Bildnisse von Eupatriden (Adligen) alle Züge des nordischen Typs aufweisen.

Venus von Capua

Venus von Capua


Augustus 63 v.d.Z. – 14 n.d.Z.

Augustus 63 v.d.Z. – 14 n.d.Z. (erster römischer Kaiser)


Dort, wie in Indien, wo eine Gesetzgebung die zwischenständische Heirat verbot, sind die physischen Unterschiede zwischen den höheren Kasten, in denen der nordische Typus weitgehend vertreten ist, und den unteren, in denen er völlig ausbleibt, deutlich sichtbar [Hans F. K. Günther: Die nordische Rasse bei den Indogermanen Asiens, 1934, S.67; L. Renou, J. Filliozot, L’Inde classique, I, S.48].

Die Untersuchung der in Kurgan gefundenen Gebeine bekräftigt diese Angaben: Dort »überwiegen die hochgewachsenen Dolichozephalen mit schmaler, stark gebogener Nase und einem ebenfalls schmalen Gesicht, das feiner und viel enger ausfällt als bei den stämmigen Cromagnon-Menschen aus dem Dnjepr-Becken« [G.D. Kumar, JIES, I, 1973, S.66f.].

L. Kilians jüngste Studie« [L. Kilian, Zum Ursprung der Indogermanen, Bonn 1983] bekräftigt gänzlich diese Ansichten, indem sie den Unterschied zwischen der schmalen Gesichtsform in der eigentlichen nordischen Rasse und der die dalische Rasse kennzeichnenden breiten Form besonders hervorhebt. Und er schließt mit den Worten: »Wir dürfen wohl von einer engeren ursprünglichen Verbindung mindestens eines erheblichen Teiles der Indogermanen mit der nordischen Rasse ausgehen«.

Die Rasseneinheit der indoeuropäischen Aristokratie muß durch die Endogamie verstärkt worden sein; ihr physischer Typus wurde als Zeichen der Überlegenheit, als Erscheinungsbild des sie beseelenden *menos angesehen. Man empfand sie als Bindeglied zwischen den indoeuropäischen Fremdvölkern, über die Sprachunterschiede (die dennoch den 'Barbaren' abgrenzen) hinaus und trotz der sie gegeneinander hetzenden Konflikte: Wie ließe sich Äschylus' erstaunliche Bezeichnung der streitenden persischen und griechischen Nationen als »Schwestern des gleichen Bluts« sonst erklären (Die Perser, 185-186)?

Unbekannter Hellene aus dem 5. Jht.

Unbekannter Hellene aus dem 5. Jht.


Die heutige Hämatologie bekräftigt unverhofft die Intuitionen des traditionalen Denkens. Das — heutzutage in Westeuropa und im nahen Osten beobachtbare — Mißverhältnis zwischen den Genen HLA-Al und HLA-B8 zum Beispiel führten L. Degos, A. Jacquard und J. Dausset auf die indoeuropäischen Völkerwanderungen zurück [Actualities hematologiques, 1976, 10. Reihenfolge, S.223, vgl. ebenfalls J.Bernard, Le sang et L’histoire, 1983, S.41]


Literatur :

Otto Huth: Sagen, Sinnbilder, Sitten des Volkes, Widukind-Verlag / Alexander Boß, Berlin 1942.

Hans F. K. Günther: Frömmigkeit nordischer Artung, Verlag Franz v. Bebenburg, Pähl/Obb. 1963.

Julius Evola: Imperialismo pagano - II fascismo dinanzi al pericolo euro-cristiano, con una appendice polemica sulle reazioni di parte guelfa, Atanor, Todi-Roma 1923; dt: Heidnischer Imperialismus, Armanen-Verlag, Leipzig 1933.

Jean Haudry: Les Indo-Europeens, Presses Universitaires de France, Paris 1981; dt: Die Indo-Europäer, Thule-Bibliothek, Karolinger-Verlag, Wien 1986.

(aus: Elemente Nr.5, Wintersonnenwende 1990)


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Erich Glagau


Dr. Janko Janeff

Dr. Janko Janeff


Bewahrt die Natur! Oder Ihr mordet Euch selbst

„Deutschlands Sendung hat überhaupt immer
darin bestanden,
Europa vor dem Untergang zu retten.
Das ist einmal sein Auftrag
in der Weltgeschichte.“

(Dr. Janko Janeff)

Danksagung an meinen jungen bulgarischen Freund,
Anton Ratschev,
der mich mit seinem Landsmann Dr. Janko Janeff „bekannt
machte“ und zu dieser Arbeit anregte!

Danksagung an
Frau Dr. Helga Leinweber,
die für mich das Buch „Dämonie des Jahrhunderts“
suchte, fand und mir schenkte!

Eigenverlag Erich Glagau
Beethovenstr. 14, D-34225 Baunatal
T.+F. 0561/4912850

Nachdruck erlaubt!


Dr. JANKO  JANEFF

Versuch einer Würdigung

dieses großen Bulgaren und Europäers,

der am 13. Februar 1945 von alliierten Terrorbombern in Dresden

ermordet wurde.


Kurzbiographie

Janko Janeff wurde am 13. 12. 1900 in Pestera, Bezirk Plovdiv geboren. Mit 19 Jahren hatte er bereits drei Gedicht-Sammlungen veröffentlicht:

1918: „Sünde und Kummer“;

1918: „Nach Norden“;

1919: „Sehnsüchte“

1919 ging er nach Deutschland, um Dramaturgie zu studieren, ließ sich aber für Philosophie immatrikulieren. Bis 1923 ist er Student in Leipzig, Freiburg und Heidelberg. Seine Doktorarbeit trug den Titel „Leben und Übermensch“ 1923.

Danach geht er nach Bulgarien zurück und arbeitet in der Universitäts-Bibliothek in Sofia. Seine literarischen Werke in dieser Zeit sind:

1926: „Antichrist“;

1927-28 zwei Bücher über Hegel;

1928-32 folgen weitere Werke.

Sein großer Wurf erscheint in Bulgarien: „Der heroische Mensch“.

Auf eine Einladung der Deutschen Reichsregierung geht Dr. Janko Janeff nach Berlin, um an der Universität in Berlin Vorlesungen zu halten. Er liebt Deutschland und bleibt hier, ohne seiner Heimat untreu zu werden. 1942 nimmt er an der Konferenz „Neues Europa“ in Dresden teil und hält einen Vortrag mit dem Titel „Die Seele Europas“.

Am 13. Februar 1945 ermordeten die Alliierten mit ihren Terrorbombern diesen bedeutenden Europäer mit Hunderttausenden deutschen Zivilisten in Dresden.

***

Unter dem Begriff „Die Preußen des Balkans“ standen die Bulgaren hoch im Kurs der Völker Europas. Eine Bestätigung erfährt man durch das Buch von Dr. JANKO JANEFF


DÄMONIE DES JAHRHUNDERTS

Es ist 1939 bei Heligsche Verlagsanstalt in Leipzig erschienen.

Die Sprache eines Philosophen ist wegen eigener Begriffsbestimmungen nicht immer leicht zu verstehen. Manchmal muß ich mich hineinfühlen, weil ich dort nicht zu Hause bin. Janko Janeff weiß jedoch trotz der Unzulänglichkeit der Sprache, all das auszudrücken, was ihn, in Anbetracht der Größe der Erschütterung, innerlich aufwühlt. Und ich kann das, was diesen Philosophen bewegt hat, bei tieferem Schürfen durchaus nachempfinden.

Sein großer Kummer war der Zustand der vom Christentum bestimmten Geschichte des europäischen Abendlandes. Es jammerte ihn, daß der urwüchsige, naturverbundene, lebens-bejahende Europäer indogermanischer Herkunft durch das orientalische Christentum mosaischer Prägung in zweitausend Jahren zum Gegenteil umerzogen und sogar umgepolt worden war: Naturabgewandt, lebensverneinend, schuldbeladen, einem grausamen Gott ausgeliefert, volksfeindlich, sich selbst erniedrigend und die „Auserwähltheit“ eines kleinen orientalischen Volkes anerkennend.

Er ist tief erschüttert, daß der europäische Mensch dieser zersetzten Welt durch die künstlichen Vorstellungsgebilde sowohl den Instinkt als auch die Fähigkeit eine Gefahr zu wittern, bereits verloren hat. Es sieht so aus, als habe sich der Mensch von der Natur sogar verabschiedet.

Vom Ursprung her wurde der Mensch nämlich in die Natur hineingesetzt. Durch artfremde, künstliche, widernatürliche Dogmen, aber gerade deshalb zum Glauben gezwungen(!), wurde der Mensch in der Seele verdorben, und hat sich so von seiner Lebens-Basis entfernt.

Dr. Janeff beklagt die Verschwommenheit von Ergriffenheit des Instinkts gegenüber der Natur und dem theoretischen Glaubensbegriff der scheinbaren Wissenschaft des Glaubens. Darin erkennt er das Unheil des theologischen Intellektualismus. Man kann von einer Art Umnachtung des Geistes sprechen, wenn man die Schriften der Gegenwartstheologen über ihre Erkenntnis und Rechtfertigung des Glaubens, über Kirche und Heidentum aufschlägt. Was kann schon mit den gebräuchlichsten Worten wie „Erlösung“, „Gnade“, „Tod“ und „Sünde“ innerlich positiv bewegt werden? Denn diese Begriffe verhalten sich zum Geschenk des Lebens abweisend. Der indogermanische, der europäische Mensch ist nämlich vom Ursprung her lebensbejahend!

Wir sind nicht in der Lage zu sagen, wie das frühere Heidentum sich gestaltet hat. Dies ist auch nicht wichtig, weil wir nicht an eine Restaurierung denken. Die Sprache der Feinde des Heidentums begnügt sich mit „Bilderverehrung“, „Götzendienst“ und dgl. Wir versuchen heute mit Begriffen wie „Rasse“, „Blut“, „Lebensganzheit“ den Wesensbereich der indogermanischen Weltschau und die Gebundenheit an Überlieferung, an Sage und Brauch zu bezeichnen. Sie sind nicht nur allgemein übliche Begriffsgebilde, sondern überwältigende Erlebnisse, die den Lebensrhythmus der Ahnen bedingten.

Janeff sieht den künftigen Kampf zur Überwindung des Christentums mit aller Konsequenz: Es führt zu einer furchtbaren Begegnung, bei der die letzte Auseinandersetzung zwischen Mensch und Kirche, zwischen Urgefühl und Lehrsatz stattfindet; eine Revolution eines sich neuprägenden Denkens, aus dem Zorn gegen den Trug-Schein und dem klaren NEIN! Er erwartet den Jubel der sich aus Jehovas Gefangenschaft befreienden europäischen Menschen!

Auch die Sprache der orientalischen „Religion“ ist fremd in ihren ewigen „Offenbarungen“, in deren Worten die Bilder des Nichts und zerbrochenen und seufzenden Klänge liegen. Es fehlt in allem die urwüchsige Kraft des naturverbundenen Menschen. In jedem christlichen Wort zittert die Seele Europas.

Janeff sieht auch in den Gesichtern der christlich Belasteten den gekennzeichneten Blick, die Falten der Stirn und die verkniffenen Lippen als Merkmal der zugegebenen ewigen Verdammnis. Es ist das Gesicht des ewigen Sklaven, der aber nach Freiheit dürstet. Nur der nordische Mensch hat bis heute sein autonomes Gesicht nicht verloren: ursprungs-näher, souveräner! Selbst in den Epochen der schrecklichen Verödung im Namen des morgenländischen Kreuzes empfindet er den Schrei des sich auf seine Existenznähe wieder besinnenden abendländischen Menschen.

Über Jahrhunderte ist trotz der bedingungslosen Erziehung zur unbegründeten Demut und zum Gehorsam gegen die Verkünder der angeblichen Minderwertigkeit des urwüchsigen Menschen im Bereich der indogermanischen Nachfolger das Aufbäumen zu spüren gewesen. Janeff sieht die Grundlagen auch in der Landschaft: Dunkle Berge schaffen Götter als Wächter des Blutes; sie sind keine übersinnlichen Gestalten, sondern lebendiger Mythos, in dem das Volk den Sinn für die Reinheit seines Geistes und die Unantastbarkeit seiner Tugenden und seines Geistes verkörpert. Die schönsten Heldensagen sind mit der Berglandschaft verbunden, während das Gebet und der Psalm in der unheimlichen Wüste entstanden sind. Die Kirche ist eine Institution der Wüstenlandschaft, in welcher der Mensch sich naturfremd und zeitfremd fühlt.

Auch Nietzsche schreibt: Ein Jesus Christus war nur in einer jüdischen Landschaft möglich, über der fortwährend die düstere Gewitterwolke des zürnenden Jehova hing.

Jeder Mensch wurzelt in dem Gesetz der lebendigen Besonderheit seines Bereiches, in dem Rhythmus der Natur, die um ihn lebt. Janko Janeff erzählt von seinen heimatlichen Balkanbergen zwischen Asien und Europa. Er liebt sein Bulgarien, und er schwärmt davon, weil er sich mit dieser Natur als eine Einheit fühlt. Er beklagt die Herrschaft des Ostens. Die Hagia Sophia ist nicht weit. Überall ist Furcht und Zittern. Dennoch: In dieser Welt walten Mächte, die kein gebildeter Jesuit und kein Reformator der Kirche begreifen kann. Es ist die Erfahrung des Allgegenwärtigen, des Geheimnisses der stolzen Landschaft, der Einheit von Wille und Gipfel, von Gedanken und Höhe. Dann offenbart sich die Ruhe, die große Weltruhe: Der Mensch befreit sich von der Erinnerung an seine Ohnmacht. Überall, wo der Stamm mit der Landschaft der Schluchten und Felsen verwachsen ist, erhält sich die magische Wurzel der Seele, das Wesen der Sippe, der Kult der Sprache und des Verwegenen. Der Mensch ist hier Urwächter des Blutes und seines Geheimnisses.

Dagegen ist die schicksalsgleichgültige Großstadtwelt krankhaft und nervös. Die Großstadt ist morgenländisch, händlerisch, ahasverisch; ihr Ursprung ist im Osten zu suchen, in der Heimat des internationalen Wechselgeschäfts und des internationalen Kapitals. Die Großstadt der modernen Welt, so wie sie jetzt besteht, hat kein Antlitz, weil sie landschaftslos ist; sie ist feige, weil sie von Dieben der Gedanken, Magikern und Technikern geistiger Armut erfüllt ist. Es fehlt der Großstadt der dörfliche Primitivismus, die Ahnungen des an die Sippe gebundenen Menschen, die Einfalt und Selbstverständlichkeit der elementaren Weltanschauung. Der Fortschritt, die Wissenschaft trennten das Bewußtsein des Menschen vom Erdgebundenen. Wenn der völkisch und geschichtlich neutral gewordene Bürger sich wieder nach der Natur sehnte, so tat er es aus Verzweiflung über seine eigene Ohnmacht und seine innerliche Verarmung. In der Natur fand er die Idylle, die Landschaft des Glücks, des Ausruhens und der Zerstreuung. Aus dieser Landschaft sind die Poesie des Sentimentalen und der moderne Tourismus entstanden.

Seit dem Durchbruch der christlichen Jenseitspredigt hat das Abendland jeden Zusammenhang mit der sie tragenden Landschaft verloren, die die geschichtliche Gestaltung der arischen Völker kennzeichnet, wie sie zuerst im Iran oder bei den Waldstämmen des Nordens zum Ausdruck kam. Die letzten Träger des Landschaftserlebnisses im heidnischen Europa waren die germanischen Stämme, die auf dem Boden der Römer ihre Reiche zu gründen versuchten.

Das Evangelium ist überhaupt der Natur fremd, wie das ganze Mittelalter und seine Verkörperungen der Flucht aus dem Zeitlichen und Sinnlichen und wie auch alle anderen Kulturen, die unter morgenländischem Einfluß entstanden sind. Das Christentum kennt nur die farblose und müde Unnatur der Gnadenbedürftigen. 

Was Luther zwang zu protestieren, war der innere Trieb zur Entscheidung an der Grenze zweier verschiedener Epochen des abendländischen Geschehens. Nur Luther konnte so handeln, nur dieser Revolutionär und Verleumder aus Instinkt. Luthers Gestalt ist von dem Willen zur Entscheidung bedingt; er will etwas und er vollbringt etwas. Daher wirkt Luthers Stimme wie ein donnernder Ruf durch die Jahrhunderte bis in unsere Tage hinein. Nicht weil diese Stimme die Wahrheit, die letzte Wahrheit ausspricht, sondern weil sie aus der Urquelle entspringt, aus der Ergriffenheit, die mit dem Trieb zur persönlichen Durchsetzung und nicht nur mit dem Programm der Umbildung irgend einer Institution verbunden ist, weil sie eben ein Schrei aus der letzten Vereinsamung der abendländischen Seele ist. – Uns fehlt heute die Verwegenheit, die überwältigende Prophetie der Wende, das Erlebnis der Stunde des Schicksals, die herannaht.

Wer heute ein Philosoph sein will, muß verachten und kämpfen können und zwar aus innerer unerbittlichen Notwendigkeit. Das ist der Akzent des Räuberischen in der Philosophie jeder Aufbruchzeit überhaupt, nicht nur unserer Zeit. Es ist der Leichtsinn und die Lust am Abenteuerlichen, an Ironie und Entweihung, was den neuen Philosophen begeistert und ihn mit Einfällen überschüttet, die wie ein Blitz die Welt der Schuld erhellen. Wer heute philosophiert, muß nicht nur an die Ionier denken, die scherzten, wenn sie über das Wahre sprachen, sondern auch an Sokrates, an die Dialektik des Hohns. Durch die Ironie enthüllt sich das Verdammte und das Gesicht des Verdammten.

Aus der oft gebräuchlichen, etwas im Zickzack verlaufenden Philosophen-Sprache übersetzt, sagt Janko Janeff:

Wer da meint, mit der Aufgabe seines (orientalischen) „Glaubens“ vor dem Nichts oder im Nichts zu stehen, der hat in Wirklichkeit mit dem Ende seines „Glaubens“ zum „Urglauben“ zurückgefunden.

Hier muß man allerdings den Begriff des „Glaubens“ für alle verständlich definieren: Da der Glaube nur das beinhalten kann, was man nicht weiß, wurde er gegenüber den Leicht-Gläubigen zu schlimmsten Auswüchsen bis hin zu Verbrechen mißbraucht. Dennoch hatte es sich so eingebürgert, daß ein Mensch, der vorgab, keinen „Glauben“ zu haben, fast wie ein Ungeheuer betrachtet wurde. Deshalb hat der Autor zur leichteren Überleitung das Wort „Urglauben“ gebraucht.

Gemeint hat er damit die Rückkehr des befreiten Menschen zur urwüchsigen ganzheitlichen, existenzerweckenden Verbundenheit zur Natur, also eine Verneinung als Befreiung des Betrogenen, des Verstoßenen. Er hatte erkannt, daß der gedachte „Gott“ über Jahrtausende nun genug geredet hatte, und trotzdem nicht überzeugen konnte.

Janeff erinnert an berühmte Menschen wie Luther, Kant, Hegel, Hölderlin und Goethe, die den Kampf gegen die orientalische „Religion“ aufgenommen haben. Je nach der Tiefe der eingetriebenen Gewalt-Religion konnten sie sich mehr oder weniger befreien. Auch die geistige Revolution durch den Reformator Luther wird kritisch untersucht. Wobei der damalige Zeitgeist des mosaischen Christentums mit seinem Absolutheits-Anspruch nicht unberücksichtigt werden darf. So waren sie eben als Menschen entsprechend ihrer Zeit geprägt. Deshalb konnte auch Luthers Wirken nur Stückwerk bleiben. Gegen Ende seines Lebens hat Luther durchaus geahnt, welche Riesenarbeit noch zu tun sein wird, um dem deutschen Volk zu seinem arteigenen „Glauben“ zu verhelfen. Schließlich bleibt nur ein Schluß übrig: „Religion“ bedeutet nicht Läuterung des Geistes, sondern seine Verdunkelung! Sie ist Massenglaube, Massenheil und Massenbefriedigung. Sie betrifft die Frage nach der Bändigung der Persönlichkeit, die sich selbst aufgegeben hat, nach der Eroberung des Instinkts, der nicht mehr der Natur treu geblieben ist. Es ist die Frage nach der Organisation der „Gläubigen“ und Hoffenden.

Von diesem Gesichtspunkt aus ist das Christentum Religion. Es entstand aus der Propaganda der Erwartung. Es rief die Massen zum Aufruhr, untergrub das Reich der bäuerlichen Wirklichkeit. Nicht zufällig wurzelt das Christentum in Israel; es übernahm die Methode der Werbung, den Synagogenstil und die Beherrschung durch die Angst.

Wider die Natur ist die Bejahung des Erniedrigten, die Verherrlichung des schwachen Menschen, der immer übervölkisch empfindet, der Aufruf zur „Verbrüderung“ der Völker und der Affekt der Vergebung, das Drama des nahenden Gerichts, die Verschwörung des Pöbels im Namen eines Gottes der Rache gegen die Herrschenden und Arttreuen. Der apostolische Begriff der „Herde“ wurzelt in diesem Aufruf an die Masse.

Das Christentum ist die Unterbrechung der Geschichte des arischen Lebens, das in einem ganz anderen Grund wurzelt. Es ist das größte Ereignis in der Geschichte, der Weltsatanismus des Orients! Es ist der gewaltigste und gewaltsamste Akt der Zersetzung des ursprünglichen Lebensgehalts, die Erniedrigung des Geistes, der das Recht auf seine selbstbewußte Gestaltung aufgeben mußte. Nichts ursprünglich Griechisches ging darum in die christliche Heilsvorstellung ein. Das Griechentum wurde von dieser Predigt erst durch das alles Fremde fälschende und ausbeutende Mittelmeerjudentum übernommen. Vor den platonischen Ideen stand das hellenistische Judentum in Wahrheit mit derselben Verachtung, mit der es aus seinem Rasseninstinkt und seinem Haß gegen jede andere  Macht und Formbildung des Arischen in allen späteren Jahrhunderten gestanden hat, immer wieder danach strebend, Athen zum Mittelpunkt seiner Rassegenossen, Pythagoras zu einem Schriftgelehrten, Platon zu einem Schüler Jehovas, Rom zum Offenbarungsort seiner Berufung und zum Ende des Cäsarismus zu machen. Das hatte auch der Kirchenvater Tertullian erkannt, der sagte: „Was hat Athen mit Jerusalem zu tun?“

Janeff spricht von der Hegelschen Philosophie: Er verfiel in den Irrtum, die Ableitung des Europäischen aus dem asiatischen Judentum zum Ausgangspunkt seiner Philosophie der Geschichte des Geistes zu machen. Gerade die Ahnung der Ursprünglichkeit des Schöpferischen, des weltbildenden Geistes hat Hegel nicht zum Ausdruck gebracht, denn er fühlte sich an die christliche Lehre gebunden.

(Aus diesem Grunde ist die weitere Entwicklung zu erklären, daß z. B. ehemals für Marxismus und Kommunismus Begeisterte heute nicht diesen Weg Mosaismus > Christentum > Kommunismus wahrnehmen, sondern das Christentum als ein Ideal für die Menschheit erahnen wollen, das nichts mit dem Mosaismus zu tun hat.)

Um noch einmal zu betonen: Das Christentum entstand aus der Entweihung des arischen Daseins, schreibt Janko Janeff!       

 Bei der Durchsetzung des Christentums kämpften zwei Mächte: Erstens die Macht des mit dem Adel des Lebens niemals verbunden gewesenen Menschen aus dem Orient und zweitens die der naturnahen Kraft ruhenden Menschen, die den Wanderstab nicht kannten. Es siegte der Geist der Wüste, weil er immer stärker gewesen ist als der selbstherrschende Geist des Mythos. Immer sollte die Masse und nicht das Volk, die Religion und nicht die Sage siegen. Der Galiläer wußte das und berief sich darum nicht auf den Mythos, sondern auf den Trieb des vorderasiatischen Menschentums. Noch besser wußte das Paulus, der seine Massenversammlungen zu Versammlungen der Verschwörer gegen den arischen Weltgedanken machte. Mit dem Untergang des Mythos begann der Siegeszug der christlichen Verkündigung. Die Massen drangen in die Entwicklung der Völker ein und verwüsteten alles, was artgerecht zu leben versuchte.

Es kam zur Vernichtung der letzten kultischen Zusammenhänge zwischen Mensch und Leben. Daß in dem abendländischen Denken nicht mehr der Mythos gespürt werden kann – das ist der Grund, warum wir mit dem Denken immer schwächer wurden, bis wir in eine Art von heiliger Stumpfheit gefallen sind.

Der mit dem Mythos verkehrende Mensch lebt in der sich selbst ergründeten Mitte und braucht nicht zu erwarten und nicht nach messianischer Hilfe zu rufen. Er ist erfüllt und lebt in der Erfüllung der Natur, von der er ein Teil ist.

Das Christentum, das aus der asiatischen Agonie der Sehnsucht hervorging, bleibt im Unabwendbaren und Zerrissenen stecken. Es ist die unerlöste Leidenschaft des christlichen Glaubens, das sich wiederholende Leid Hiobs. Jeden Augblick steckt der Christ in Schwierigkeiten, so daß er von einer Gnadenpredigt auf die nächste angewiesen ist.

Darin liegt der gewaltige Unterschied und Widerspruch zum eigentlichen, zum naturbedingten Auftrag des bewußt lebenden Menschen:

Das Leben mit den natürlichen Mitteln, die ihm geboten werden, selber in die Hand zu nehmen, und es zu gestalten! Eine eingeredete imaginäre Hilfe, geboren in einer manchmal sicher hoffnungslosen Wüste, kann mit Wunschdenken oder um Gnade flehend niemals herbeigezaubert werden. Diejenigen, die die Menschen einerseits mit himmlischen Wünschen locken und andererseits mit höllischen Qualen drohen, kennen genau die Nutzlosigkeit ihrer Argumentation, aber sie können für sich die irdischen Erfolge ihres sittlichen Betrugs verbuchen.

In der Ohnmacht ihres imaginären Gottes ist der Widerspruch begründet. Für den Menschen ist die christliche Heilsvorstellung eine Tragik. Sie führt dazu, sich durch eingepredigte, Fata Morgana-ähnliche Täuschungen einer Wüsten-Religion vom natürlichen Lebens-Auftrag zu entfernen. Letzten Endes werden die Menschen verstümmeln, geistig-seelisch und körperlich. Sie sind nicht mehr mit den Fähigkeiten ausgerüstet, die das Leben erfordert. Der religiöse Wahn läßt sie wie in fröhlicher Trance am wirklichen Leben vorbei vegetieren.

Damit steht die ganze Welt im Widerspruch. Der selbstgemachte „Gott“ ist Opfer seines Urwillens, seines Schöpfungs-planes, seines Versuchs, die Sünde zur Grundlage der Existenzordnung zu machen.

Wie Gott Hiob nicht hörte, so hört der Mensch auch seinen „Gott“ nicht. Im Grunde bleibt der Mensch allein. Die vorgetäuschte Verbindung zwischen wenigen Menschen und Gott vor einigen tausend Jahren hat keine Wirkung hinterlassen. Lediglich eine Einbildung,  den  Menschen  von seinem von  der  Allnatur geschenkten Leben zu entfremden. Der uneingeschränkte Wille zum Leben, zur Tat, welche die Erfüllung des Lebens bedeutete, war verkümmert. In dieser hilflosen Lage befindet sich der Mensch, seitdem er sich vom indoarischen Lebenssinn entfernt hat.

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Ob die Welt in Zion oder in Golgatha verklärt wurde, ob die Zeit mit der vorexilischen Weissagung und der Wanderschaft der Juden oder mit dem Kreuz und der paulinischen Sendung beginnt, ist eine müßige theologische Frage. Denn es besteht überhaupt keine Kluft zwischen dem alten und dem neuen Testament, zwischen dem Tempel des Gottes Jakobs und der mit paulinischem Geist erfüllten Kirche. Die christliche Heilslehre ist das Ergebnis der im alten Testament begonnen Geschichte der Gottesoffenbarung. Das bestätigt Jesus: „Wähnet nicht, daß ich gekommen bin, Moses und die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Und deshalb sagte Paulus, daß mit Christus das Gesetz endet.

In Wahrheit endet das Gesetz nicht. Das weltliche Gesetz ist ewig. Das jüdische Gesetz ist erfunden, nicht um die Geschichte der Menschheit, sondern die der Propheten zur Erfüllung zu bringen, um den Weg zur Beherrschung der Völker frei zu machen.

Die Erfüllung, d. h. die Überwindung aller Hindernisse für den Siegeszug Israels mußte kommen, sie war schon in Zion vorbereitet, wo Jahve brüllte und donnerte. Das Wichtigste ist, daß die Historie der Schöpfung bis zur Offenbarung die Linie der jüdischen Weltentwicklung zum Ausdruck bringt. Diese Historie konnte mit dem Urfluch und den Posaunen vor den Toren Jerusalems nicht enden. Sie zielte notwendig zum Evangelium hin, zur Verwirklichung der letzten Aufgabe, zum Jubel der morgenländischen Seele: „Das Reich Gottes ist da! Dein ist das Reich!“

Die Aufgabe der paulinischen Lehrverkündigung lag gerade darin, zu begründen, daß Christus das Ende des am Sinai geschlossenen Bundes und der Anfang des neuen Bundes ist, der in Wahrheit die Fortsetzung des alten Bundes darstellt und die Weltwirklichkeit, die Weltumgestaltung im Geiste der Frömmigkeit Israels möglich macht. Das Judentum ahnte, daß seine Bestimmung sich nicht im alten Bunde mit dem Herrn aller Völker und Reiche der Welt erfüllen werde, sondern daß es erst durch das Evangelium den endgültigen Sieg erringen werde. Erst mit dem Evangelium brach die eigentliche Sendung Alljudas durch. Und darauf ist der jüdische Beschluß begründet: Christentum ist Judentum für Nichtjuden.

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Das Grundmotiv des alten Testamentes wurde durch das Evangelium des Nazareners zum Vermächtnis für das Abendland. Deshalb ist Paulus der eigentliche Erneuerer des jüdischen Testamentes und der Schöpfer des neuen Bundes, der ebenso auf der heiligen Tyrannis Gottvaters beruht. Die Angst bereitet den Weg des Christentums vor. Es ist das Grunderlebnis der Schwäche, des Fliehens vor dem Leben. Es ist das Ende der Hoffnung auf sich selbst und auf das Leben. Die sakrale Angst entsteht, wenn der Mensch am Ende ist, an seinem eigenen Ende; wenn er nicht mehr selbstbewußt ist und wenn er in der Leere versinkt. Der Geist stirbt, wenn die Angst durchbricht, denn dann redet nicht mehr der Mensch, sondern der jüdische Gott. Die Erwartung der Gnade ist das Drama der Angst, die Erlösung aus der Furcht der eigenen Existenzwidrigkeit. Daraus entwickelte sich die Erbsünden-Religion bis zu Luthers verhängnisvollem Satz: „Der Mensch ist determiniert (vorbestimmt) zur Sünde“ und bis zur heutigen Theologie.

Die Angst beherrschte den vorderasiatischen Raum, so daß sogar andere Völker ihre rassischen Werte aufgaben und keine selbstbewußte, heldische Weltschau mehr duldeten. Janeff sieht keine andere Ursache, die diese gewaltige Auflösung des blutbedingten Lebensbildes zustande brachte, als das durchbrechende Furchtgefühl. Darum herrschte hier nicht mehr ein Volk oder ein lebendiges, in dem eigenen Wesensbereich verankertes Reich, sondern ein übernationales Gesindel, das erste Weltbürgertum und Großstadtjudentum, das nur dann zum Angriff schreitet, wenn die völkisch und rassisch gegründeten Organismen zur Zersetzung getrieben werden.

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„Kampf mit dem fremden Gott“ überschreibt Janeff ein Kapitel seines Buches.

Es gibt nichts Schwereres und Unerträglicheres auch für die gefallene Existenz, als sich selbst in dem Zustand der Erbarmungslosigkeit zu befinden. Das ist der Fluch, der in den alle Autonomie und alle Schicksalhaftigkeit zertrümmernden Worten liegt: „O Mensch, wer bist denn du, daß du Gott widersprichst?“

Hier setzte die Protesttheologie Martin Luthers an, die Theologie der Entdämonisierung der Erstarrtheit und der Weltangst. Er hängt aber an dem Gott der Ferne und an dem Gott der Nähe. Wie alle seine Vorläufer und Lehrer der Erhabenheit des Schöpfers konnte sich auch Luther nicht von der Magik des alttestamentlichen Zornbegriffs befreien und von der abstrakten Konstituierung der Abhängigkeit von der Sünde. Es ist dies der Grundgedanke der Tradition der Nichtigkeitstheologie dieser ganzen religiösen Welt. Er bezieht sich dabei nicht nur auf die sündigen Menschen, die vor Gott zu schweigen und zu zittern haben, sondern auf die ganze Kreatürlichkeit; alles wird von Gott „verzehrt“ und zu „Asche und Staub“ gemacht. Es wird die göttliche Herrlichkeit nur als Feindschaft, als Widerwille allen Geschöpfen gegenüber. Die Strafe, die unwiderruflich ist, ist das eigentliche Wesen Gottes.

Luthers wesentliche Tat liegt aber in dem Streben zur Überwindung des alttestamentlichen Existenzbegriffes und in der Neugewinnung der indogermanischen Gottesschau. Das ist der Akzent der germanischen Deutung des Absoluten, der Aufhebung des bloß Jenseitigen und Erschreckenden. Luthers Persönlichkeit ruht in dem Drang, das Evangelium als Grundlage der Heilsordnung und nicht als Folge der jüdischen Schöpfungssage zu deuten. Das heißt, daß Luther nicht Gott in Christus, sondern Christus in Gott sucht. Der Gedanke, daß nur Christus die Welt mit dem Himmel verbinden kann, ist das Entscheidende Moment in der Lehre Luthers.

Janeff erkennt Luthers Absicht: Er will Gott in dem sich mit der Welt versöhnten Gott, in dem erscheinenden und redenden, mitleidenden und schicksalsbedingten Gott wiederfinden. Das ist der Sinn seines Evangeliums, seiner Umwandlung der überlieferten Orientreligion. Dies ist Luthers Sicht: Als Gott ist Christus Mensch und als Mensch ist er wahrhafter Gott. Damit gibt Luther den morgenländischen Glaubenssinn auf und sucht Gott nicht mehr außerhalb der Wirklichkeit des Existentiellen. Damit ist nicht Gott, sondern der Mensch das Entscheidende. Seine Christologie ist ohne den Begriff des Menschen undenkbar. Das ist das eigentliche revolutionäre Moment in der Lehre Luthers.

Luthers Auffassung ist dennoch nicht frei von theologischen Überlieferungen. Wie ein Verrat an der abendländischen Mission und an der Weltschau germanischer Prägung klingen seine Worte: „Verflucht sei, wie gesagt wird, daß Christus Fleisch aus Fleisch geboren sei ... Er ist zwar von Natur Marien Kind, aber hat doch ein geistlich Fleisch ... darinnen der heilige Geist wohnt und sein Fleisch gar durchgeistigt hat.“

Luther wird sich selbst untreu, wenn er später meint, Christus nicht mehr als Mensch zu sehen. Luther kam von Furcht und dem Zittern vor der Erhabenheit des pharisäischen Gottes nicht los. Auch dieser titanische Mensch war von der Nichtigkeitspsychose des Morgenlandes befangen. Der innere Kampf kommt nicht zum Abschluß. Die letzte Entscheidung hat Luther nicht getroffen.

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Nach Luther sieht die Welt nicht anders aus. Israel, so scheint es, hat über die Welt und die Völker gesiegt. Europas Geschichte gleicht einer unwiderstehlichen Angriffswelle gegen die Irrtümer des Glaubens und des Dogmas auf allen Gebieten der geistigen Entscheidungen, und deshalb befindet sich unser Kontinent seit der neuen Zeitrechnung ununterbrochen in einem Zustand der latenten Revolution. 

Daß wir Christen geworden sind, das ist unser Verhängnis und das ist der Grund für unsere unermüdliche Auflehnungsarbeit. Unsere bleibende Kultur ist aus dem Zweifel, aus der Kritik, aus der Not der Seele und des Geistes geboren. Diese Kultur kann nicht versöhnt und vollendet werden, solange wir uns im Zustand der Befangenheit und Überfremdung befinden. Deshalb gibt es nirgends so viel Zusammenbrüche wie in der Geschichte des Abendlandes. Was bisher unternommen wurde, waren heroische Unternehmen, den abendländischen Menschen zu retten, indem er mit dem Gesetz des Kosmos wieder verbunden wird.

Janeff spricht von Hegel: Seine „Logik“ ist mehr als nur eine Wissenschaft von den Formen und dem Prozeß des Denkens. Es ist die Freude des Wiederbesinnens. Man kann es die Stimme des Blutes nennen oder den Weckruf des Genius, den die arische Rasse in sich trägt und der immer wieder zu rufen beginnt, wenn es sich bedroht fühlt, obwohl es nur wie ein Schema des Intellektes erscheint, in dem keine Spur von dem zu finden ist, was wir Leben, Zeit, Zufälligkeit nennen.

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Es ist unmöglich, vom christlichen Glauben den Weg zu der Erkenntnis der Lebens-Geschlossenheit des Menschen und der gesamten Natur zu finden, weil die Vorstellung von der ewigen Schuld des Menschen diesen Weg versperrt. Die Welt bleibt im Tode begraben, auch wenn sie durch die Taufe verklärt wird und sich behaupten will. Weder der östliche Gnadenweg noch der Protestantismus oder der Katholizismus kann zum Erlebnis des Lebensganzen führen. Das Evangelium entspringt aus der Voraussetzung der geistigen, seelischen und körperlichen Armut und Rechtlosigkeit.

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Die neue Geschichte unseres Erdteils ist die Geschichte des Strebens nach Überwindung des mittelmeerischen Christentums und des asiatischen Gesetzes der Sünde.

Immer wieder versucht sich das „christliche Abendland“ mit dem Lorbeer großer Deutscher und Europäer zu schmücken, wie Bach, Dürer und vielen anderen Kulturgestaltern. Man meint, diese Leistungen wären allein durch die christliche Religion möglich gewesen. Ich fordere die christlichen Würdenträger auf, die Namen der vergleichbaren Kulturschaffenden der Länder zu nennen, die nach der Missionierung ähnliches hervorgebracht haben: In Afrika! In Süd- und Mittelamerika und sonst wo in der Welt!     

Es gelingt ihnen nicht! Der germanische Geist, die nordische Seele sprechen aus den Werken dieser Künstler! Sie bemühten sich, in das Christentum etwas hineinzudenken, was es nicht haben konnte und nicht haben kann! Diese „Religion“ ist ein künstliches Gebilde aus morgenländischen Märchen, Lügen und Hirngespinsten, die in einen anderen Lebensraum gehören, aber niemals in den europäischen!

Was europäische Kunstgestalter, zum Beispiel in der Architektur, geschaffen haben, drückt die Sehnsucht nach dem Erhabenem aus. Es ist die Sehnsucht nach dem Rhythmus der hinaufstrebenden Linien, nach Erhebung über das dunkle Reich der morgenländische Religion, die den Menschen die ewige Verschuldung und die ewige Fesselung einreden möchte. Und wo der Welt der ewige Schmerz und der ewige Jammer um ein eingebildetes Erbarmen und deshalb ein erbärmliches Diesseits eingeredet wird. Das zu überwinden drückt die gewaltige Diesseits-Kunst europäischer Gestalter aus!

Alles führt zu der Erkenntnis, daß der abendländische Geist die Arbeit als einen Segen empfindet. Darin sucht er Ruhe und Licht! Das Verdienen ist nicht der ursprüngliche Antrieb!

Das heutige Europa lebt noch in der Geschichte seiner Verdammnis. Es ist daher keine andere Lebenshaltung und keine andere Weltanschauung im christlichen Erdteil möglich als die pessimistische. Der Pessimismus ist die wahre Rechtfertigung und die Folge des christlichen Glaubens.

Schopenhauer hatte recht. Überall witterte er den Atem „Gottes“, den Fluch. Er malte in seinen Büchern das trostlose Gemälde der „Schöpfung“. Er war wie kein anderer vom Anblick der Nichtigkeit erschüttert. Er sah „Gott“ in die Augen, er erkannte ihn und hielt es für überflüssig, weiter mit ihm zu reden.

Der Heroismus Europas ist ein Notgriff, ein Alarmruf, nicht im christlich-asiatischen Schulddasein weiter zu ersticken. Nur so ist nicht nur die tiefste Schicksalslehre der abendländischen Philosophie entstanden; auch die Musik, die Sprache des Trostes und der feierliche tragische Gesang wurzeln hier. Was die Seele Beethovens aufwühlte – des Menschen, der gleich Schopenhauer nicht mehr mit Gott demütig reden wollte, weil ihm dies auch als ein überflüssiges und zweckloses Spiel erschien. Vor der Armut des christlichen Humanismus und Rationalismus gab es für ihn keinen anderen Ausweg als das Reich der Töne, der Gestaltung des Ringens um die Niederhaltung der Bestie der Verdammnis. Hier offenbart sich der Genius des Abendlandes, der Sieger über den fremden abendländischen Gott.

Das Ringen um die Gestaltung der ursprünglichen Einheit des Geistes und die Rechtfertigung seiner Erhabenheit über die finstere Unruhe des asiatisch-christlichen Bewußtseins macht Beethoven zum Propheten eines neuen und selbstmächtigen abendländischen Menschen, zum Träger des Durchbruchs, den er in sich selbst vollzogen hat.

Auch Goethe lebte in dem Reich des Ursprungshaften. Er hat die Last der Weltlüge niemals empfunden. Er dachte und lebte so, als ob das Christentum niemals geschaffen worden wäre. Er brauchte nichts zu erkämpfen; sein Auge war das Auge der Natur selbst. Beethoven ringt, während Goethe schaut und das All bewundert. Darum ist Beethoven mit der ganzen abendländischen Tragik beladen. Für Goethe gab es überhaupt keine christliche Geschichte. Er herrschte in Europa und über Europa, er gehörte weder zu seiner Zeit noch zu irgend einer anderen Zeit der modernen Entwicklung, zu keinem Dogma und zu keiner Kirche, weil er ein Heide im tiefsten Sinne der Selbstgestaltung war.

Hölderlin leidet unter der Last des Schuldgefühls; es ist das tiefste Erlebnis, das das christliche Abendland überhaupt kennt: Das Erlebnis der unendlichen Leere und der unendlichen Ohnmacht. Hölderlins Welt ist überhaupt keine konkrete Wirklichkeit. Und seine Sprache wurzelt in der Ergriffenheit vor dem auferlegten Weltbild.

Auch Nietzsche steht inmitten derselben Entwicklung, der Auflehnung des germanisch-arischen Schicksalsgefühls gegen die Überfremdung Europas und gegen den alten Wüstengott; der sich entschloß, den endgültigen Untergang dieses Gottes zu verkündigen.

Mit ihm enden nicht nur die Geschichte des Christentums, sondern auch alle seine Varianten und Sektenbildungen aus dem Bereich der geistigen Umnachtung des Abendländertums. Der von sich sagte: „Ich bin meiner Art nach kriegerisch. Angreifen gehört zu meinen Instinkten.“ Und zur Geschichte des deutschen Geistes sagt er: „Wenn je ein Deutscher etwas Großes tat, so geschah es in der Not, im Zustand der Tapferkeit, der zusammengebissenen Zähne, der gespanntesten Besonnenheit.“

Deshalb ist Nietzsche der Vater des aufgebrochenen Orgiasmus des Gegenwartsgeistes, der Freude, in Gefahr zu leben und zu kämpfen. Dieser letzte Barbar Europas setzte sich unmittelbar neben den alten Gott, um seinen Pulsschlag zu spüren, in seine Augen zu sehen, in seinem Gewissen zu lesen. Und er sah, daß dieser Gott schon tot war.

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Bei allem Mut als Pionier an der geistigen Front Europas zu stehen, stellt Janko Janeff fest: Eine radikale Umwälzung ist von heute auf morgen nicht möglich. Sie kann auch nicht allein von uns, der Gegenwartsgeneration vollzogen werden. Wir müssen uns auf den vergessenen Symbolgehalt des Lebens berufen und auf die Wut des schöpferischen Instinkt. Denn wir wissen, daß dieser Gehalt nicht völlig vernichtet wurde. Unser naturverbundenes Brauchtum ist durch keine Lehre oder Gewalt auszurotten.

Was das Abendland heute braucht, ist eine ursprüngliche Welt- und Lebenshaltung und eine einfache Sittengestaltung, die uns spüren läßt, daß wir mit der Erde verbunden sind und mit der unendlichen Natur, aus der alles Lebendige wächst. Gerade das Christentum hat bewiesen, daß es trotz langer Herrschaft nicht imstande ist, das Problem der geistigen Freiheit zu lösen, weil es auf ganz anderen „Wertbegriffen“ beruht. Der christliche Friede ist kein Friede zwischen den Völkern, sondern er ist der abstrakte Weltfriede, die Utopie des religiösen wie des politischen Anarchismus. Alles, was völkisch ist wird von der christlichen Weltstaatsmetaphysik verneint. Sie verneinen damit ihre eigene undurchdachte, morgenländisch-märchenhafte, naturfremde Schöpfungsgeschichte.   

Zwar behaupten die Wortführer des kirchlichen Christentums, allein die Religion der Gnade sorge für das Wohl der Völker, daß nur sie imstande sei, Gerechtigkeit und Wahrheit zu stiften, aber dann frage ich, Janko Janeff, warum die Kirche in den schwersten Stunden der europäischen Geschichte stumm und gleichgültig geblieben ist oder nichts unternommen hat, eine bessere Zukunft zu sichern? Wieviel Kriege haben die Wächter des heiligen Abendlandes vereitelt? Was richten die Kirchen aus, wenn Millionen Frauen und Kinder verhungern oder durch Kriege ums Leben kommen? Durch die Kirche gibt das Christentum seine transzendente Gebundenheit preis und verwandelt sich in ein politisches Machtsystem, in eine Lehre von der Herrschaft des Priestertums, des dogmatisch institutionierten Geistes über die Willensgestaltung des Menschen, über den Staat und die Formungen des praktischen Lebens überhaupt. Die Kirche hat viel mehr gesündigt als der von der Ursünde gefesselte Mensch

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Überwindung der Wissenschaft

Das Christentum verneint überhaupt die Autonomie des Existentiellen, was im Gegensatz zu der Welthaltung des schöpferischen abendländischen Menschen steht. Wir suchen den Urgrund alles Bestehenden. Dieser Urgrund ist das Volk. Das Volk behauptet sich selbst eben als Volk, als einen Teil des Kosmos. Und das ist die Grundtatsache: die Völker sind nicht gnadebedürftig, erlösungssuchend. Das Christentum zerstörte den Organismus der Völker und dadurch auch ihren Genius. Seit dem Hereinbruch des neuen religiösen Nihilismus verschwanden die artbedingten und starken Völker.

Die Wissenschaft ist im gestaltfremden Orient geboren, wie der christliche Humanismus, der Intellekt ist aus derselben Feindschaft gegen die Existenz, gegen den lebendigen Welturgrund entstanden, aus der sich der neue Glaube gegen die Entwicklung der ursprünglichen Volkstümer aufbäumte. Die Wissenschaft des Intellektes in ihrer echten abendländischen Prägung führt niemals zum Lebendigen und niemals wird sie imstande sein, den Menschen in seiner Weltgebundenheit zu erfassen. Nach Kant ist der Verstand von dem Durst erfüllt, Regeln zu erfinden und beruhigt sich nur, falls er diese Regeln findet. Einen Verstand hat die Wissenschaft erfunden, der sich nur im Abstrakten befriedigt weiß und dessen Amt darin besteht, das Artbedingte zu beseitigen. Der Arier zeigt seine Kraft vielmehr im originellen Schaffen; seine ehrliche Achtung vor dem Leben erlaubt es ihm nicht, nur zu zerlegen und zu beschreiben. Der Intellekt, der Herr der Wissenschaft, vernichtet alles Wesensgebundene und Arterweckende. Der Mensch, der nur Intellekt geworden ist, ist die Fratze des Teufels, die er sich erfunden hat.

Die erste wahre abendländische Wissenschaft war Magie, Einheit von Welt- und Gottvorstellung, Naturverehrung, urbäuerliche nordische Schau.

Der Intellekt an sich ist wertlos und die Bildung, die auf ihm beruht, ist kulturfeindlich. Die Wissenden, die Modernen, die Großstadtgelehrten, die Beherrscher der Physik und der Alchimie des Begrifflichen sind die geistlosesten Menschen, das Sinnbild der Armut an persönlichem Schauen und an Bereitschaft zur Tat. Wieviel Geschlechter sind durch die Verwissenschaftlichung des „Individuums“ verdorben, wieviel junge Menschen haben ihre Schulbildung mit kranker Seele, mit erstarrtem Denken, mit lahmgelegtem Leib abgeschlossen ... Solche Menschen bestimmten später die Entwicklung der Staaten und der Kultur. Noch heute werden sie massenhaft produziert, da die abendländische Schule, trotz „Reformen“ und „Reorganisationen“, noch immer der Natur und dem völkisch geläuterten Bewußtsein fremd ist. Sie beruht noch weiter auf dem Wahn, daß Bildung wertvoller als das Leben sei. Die Idee der Persönlichkeit kam erst vor kurzem wieder zum Durchbruch (1939) ... Solche Revolutionen werden nach Meinung von Janko Janeff nur von „einfachen“ Menschen durchgeführt, nicht von Professoren und Wirtschaftstheoretikern oder Psychologen. Heute hat der bloße Gelehrte nichts zu sagen; er ist uns genau so fremd wie die Priesterschaft. Begriffe ohne Anschauungen sind nicht nur leer, sondern sie sind auch menschenzersetzend und revolutionsverneinend; sie sind bloße Dogmen, nicht Kräfte, die wir Ideen oder Geist oder etwas Ähnliches nennen können.    

Alles Wahrhafte ergreift, denn alles, was wahr ist, erfaßt den ganzen Menschen. Die Wahrheit ist etwas Gewaltiges, sie bedeutet die Offenbarung der verborgenen Zusammenhänge zwischen Mensch und dem Geschehen, zwischen Licht und Rasse, zwischen Wille und Welturgrund. Diese Erkenntnis deutet auf den Unterschied der Anlagen und der Absichten. Hier scheiden sich die Geister.

Die Wissenschaft des erwachten indogermanischen Lebensbewußtseins haftet nicht an Scheinbildern, sondern ist entstanden aus der Bindung des Bewußtseins an das Existentielle und seine Urordnung. Alles hat seine Wurzeln in den Bereichen der Landschaft, des Stammes, in der Unsterblichkeit des Blutes.

Etwas Verbrecherisches liegt darin, wenn die europäische Jugend fortwährend mit abstrakten Gebilden und Formeln beladen wird, um „intelligent“ auszusehen.

Es ist ein Gesetz der historischen Entwicklung, daß bei der Entweihung der Art, bei dem Zugrunderichten aller Tugenden des Schicksalsmenschen, wie Tapferkeit, Aufrichtigkeit, Vornehmheit, Ehrfurcht vor dem Persönlichen, das Prinzip der leeren Form zur Herrschaft gelangt und dadurch das Prinzip der Nihilisierung der ursprünglichen Lebensordnung. Europa muß wieder das Lebendige erwecken; seine Jugend braucht kein abstraktes Wissen. Die Jugend muß begeistert werden; bereits bei ihrem Auftreten in das praktische und soziale Leben muß sie von dem großen Schicksalssinn unserer Gegenwart überwältigt werden. Es ist viel besser, wenn soldatisch erzogen wird als Lateinisch zu lernen. Aus ihren Reihen müssen kampfesfrohe Naturen hervortreten, neue Wikinger.

Wenn Europa weiter bestehen will, muß es neue Schulen errichten, Paläste der ewigen Jugend. Das Erziehungs- und Bildungsproblem ist schließlich ein solches des Heroentums. Erziehung zum Verwegenen ist etwas vielfach Schwereres als die bloße Bildung und das Wissensammeln. Im Bauerntum liegt heute die einzige lebendiggebliebene Ursprungskraft unseres Menschentums. Europa darf nicht wieder Zeiten erleben, da die Führer der Völker die Schwellen der Kirchen küßten. Rauhe Menschen müssen kommen, damit die Geschichte zur Weltmelodie des Bauerntums wird, wie sie Herder und Ernst Moritz Arndt ahnten.

Viele Staaten gingen unter, als das Landvolk verschwand. Die stärksten Heere lösten sich auf, wenn das Blut nicht mehr rein blieb und wenn das Dorf zu welken begann. Das Bauerntum muß als das lebendige Bollwerk des Abendlandes verstanden werden, dessen Bestimmung immer darin bestand und bestehen wird, die Kräfte des Volkes zu schützen und sie zu erneuern.

Dieser Prozeß der Entbäuerung muß mit allen Mitteln bekämpft werden, damit die Dorfgemeinschaft erhalten bleibt. Je weniger Städte, desto reiner und zukunftsreicher ist das Volk. Je weniger Wissenschaft, desto stärker blüht die Volksseele....


***

Die Menschen wie die Völker werden nur dann bestehen
können, wenn sie die antike Weisheit
mit ihrem Instinkt beherzigen:

Gemeinnutz geht vor Eigennutz.

Daran erinnerte und das forderte vor
1000 Jahren Thomas von Aquin.

Das lebte und erlebte vor 70 Jahren
das Deutsche Volk.

Erich Glagau, 2006


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Dietrich Schuler


Kommentare zur Bibel

Die endlose Folge von Bibelzitaten, die jeweils brutalste Kriegs- und Beutezüge des ›Auserwählten Volkes‹, eine ununterbrochene Reihe von Gräßlichkeiten, Blutbädern, Perversitäten und Gaunereien enthalten, sind nicht nur für weiche Gemüter fast unerträglich. Und erschüttert steht man am Ende vor dem Fazit: Ja, dies alles steht tatsächlich drin in der ›Heiligen Schrift‹. Aber noch erschütternder und quälender ist die Frage: Wie war und ist solches möglich, wie konnte ein solch bluttriefendes Erzeugnis zum ›Buch der Bücher‹ und zur angeblichen Grundlage der europäischen Kultur hochstilisiert werden?


Falsche Religionsdeutungen und Verkennung des Wesens europäischer Kultur

Es soll bereits weit über eine Milliarde Bibeln in mehr als tausend Sprachen geben. Jede Stelle darin ist unzählige Male kommentiert worden, jeder Satz hat seine genaue Registrierung durch die Namen der ›Propheten‹ und die Zahlenfolge ihrer Aussagen, ob wahr oder erfunden. Und dennoch behielt dieses Buch von Jahrhundert zu Jahrhundert seinen ›Heiligenschein‹. Wenn dies aber trotz aller Scheußlichkeiten seines Inhalts, trotz der handgreiflichen Lügen und fantastischen Geschichtsklitterungen so ist, dann fragt man sich, ob menschliche Vernunft etwa nur ein leerer Begriff ist. Denn längst liegt ja die Bibel nicht nur in einem für die breiten Massen unverständlichen Griechisch oder Latein vor, sondern auch in den Volkssprachen, so daß sie jeder lesen kann. Auch wenn man einwendet, daß ja immer nur wenige wirklich lesen und die meisten keine Ahnung von Buchinhalten haben, ändert das an dem niederschmetternden Endergebnis nichts. Daraus ergibt sich, daß letztlich nicht entscheidend ist, was jemand sagt, sondern wer es sagt und wie. Dieser ›Wer‹ ist in diesem Falle die Bibel. Und sie ist alt. Alt wird meist mit ehrwürdig verbunden. Wurde sie nicht von zahllosen Theologengenerationen als Ausdruck absoluter ewiger Wahrheit gepriesen? „Auch der Moder adelt“, sagt Nietzsche. Und dieser Altersbonus wirkte durch die Jahrhunderte wie eine Droge. Da wuchs ein Nimbus, der alles vernünftige Nachdenken und allen gesunden Menschenverstand entmachtete. Gewiß, viele Millionen Bibelleser mögen über manche besonders krasse Stelle des ›Buches der Bücher‹ gestolpert sein, sie waren darob verblüfft, reagierten da und dort konsterniert und verständnislos. Aber bei den meisten Christen siegt immer wieder die Wirkung des Numinosen (Unbegreiflichen), der Glaube an die höhere Weisheit einer ›Heiligen Schrift‹ und ihrer angeblich göttlichen Eingebungen. „Meine Wege sind nicht eure Wege“. Klein und verzagt, aber letztlich bereitwillig, zweifelt der Christ an aller Menschenvernunft und ergibt sich ›freudig‹ einer Lehre, die ihm am Ende ein paradiesisches Jenseits verheißt, das ihn aller Beschwernisse enthebt.

In der Verbreitung eines magischen Fluidums (persönliche Ausstrahlung) waren die hebräischen ›Propheten‹ und Märchenerzähler unübertroffene Meister. Das Alte Testament ist ein integrierender Bestandteil der christlichen Bibel mit ungeheurem Einfluß insbesondere in der angelsächsischen Welt. Das Christentum ist somit ein Judäochristentum und daher untrennbar mit der mosaischen Religion verknüpft. Dies ist von ungeheurer welthistorischer Bedeutung und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der heutigen Lage.

Sind alle diese im Namen ›Gottes‹ und des Herrn Zebaoth verübten Greueltaten und die abenteuerlichen Behauptungen von ›Propheten‹, die diesen ›Herrn Herrn‹ oft wie einen Laufburschen für ihre undurchsichtigen Zwecke gebrauchen, anders zu ertragen, als durch eine sarkastische Kommentierung, welche die Seele schützt und befreit?

Dies angesichts der Tatsache, daß wir nun doch immerhin schon einige Jahrhunderte um fassender wissenschaftlicher Erkenntnisse auf allen Gebieten hinter uns haben und angesichts der geschichtlichen Erfahrung, daß dieser Bibelgott schon millionenfach für die konträrsten und übelsten Zwecke bemüht und instrumentalisiert wurde? Wir werden nicht sagen ›mißbraucht‹, denn kann man einen nichtexistenten Gott, wie ihn die Bibel orientalisch märchenhaft und allzumenschlich schildert, wirklich mißbrauchen?

Dies führt zunächst zu dem Schluß, daß die Bibel über viele Jahrhunderte leider viel zu ernst genommen wurde, und dieses Faktum enthält eine entsetzliche Tragödie. Nun aber ist das Judäochristentum in unerhörtem Maß geschichtswirksam geworden. Das Alte Testament bildet einen integrierenden Bestandteil der christlichen Bibel. Gerade in jüngster Zeit ist es auffallend, daß die gleichgeschalteten Medien häufig von den ›jüdisch-christlichen Grundlagen unserer Kultur‹ reden, sofern Europa überhaupt einmal durch den multikulturellen Nebel hindurch noch eigene Konturen gestattet werden. Früher war da immer nur von ›christlicher Kultur‹ und vom ›christlichen Abendland‹ die Rede. Und in diesem Zusammenhang ist dies auch durchaus logisch, denn das Christentum wurzelt im Judentum. Das Christentum ist also vom Judentum abhängig, aber das Judentum nicht vom Christentum, es sei denn indirekt. Dies deshalb, weil die heutige jüdische Weltstellung ohne fast 15 Jahrhunderte ›christliches Abendland‹ gänzlich undenkbar wäre. Mit der Übernahme des Christentums durch Europa aber war diese Stellung vorprogrammiert, und dies hängt eng mit dem ›induzierten Irresein‹ durch eine jahrtausendealte kombinierte Wüstenreligion zusammen.

Es ist nun von ganz wesentlicher Bedeutung für alle Erdenzukunft, insbesondere für die weiße Menschenart, die sich bereits in der demografischen Todesspirale dreht, aus der im wahrsten Sinne heillosen Verwirrung herauszufinden, die alles Reden über Religion kennzeichnet. Eines ist sicher: Wenn die im AT niedergelegte mosaische Lehre und Weltsicht Religion ist, dann besitzt das Judentum die rassebezogenste Religion, die überhaupt gedacht werden kann. Daran kann nach der Überfülle von Beweisen, die man in der ›Heiligen Schrift‹ findet, gar kein Zweifel mehr bestehen, die es bei wirklichen Kennern der Bibel ohnehin längst nicht mehr gab. Denn all das steht, um es zu wiederholen, wirklich darin, wobei die fragwürdige Entstehungsgeschichte der Bibel und die zahllosen, etwas voneinander abweichenden Übersetzungen letztlich gleichgültig sind. Und hier werfen wir sogleich die zunächst unbeantwortete Frage voraus: Ist gerade dieser rassebewußte Grundcharakter des Mosaismus, die Tatsache, daß für den Juden der Nächste immer nur der Volksgenosse bedeutet und sonst nichts, das Geheimnis des Überlebens des Judentums in Jahrtausenden der Diaspora, hebräisch der Galuth? Und in Sonderheit das Geheimnis der jüdischen Weltdominanz in geistiger, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die nur Narren bestreiten können?


Die Verheerungen durch den christlichen Religionsbegriff

Wenn also das Judentum eine rassebewußte Religion besitzt, dann muß es sich bei diesem um eine ›Rasse‹ oder zumindest um ein Volk handeln, das fast immer international postiert war. Zwar kann man bei den Juden die verschiedensten anthropologischen Typen entdecken – die Hebräer bilden also ein Rassengemisch mit einem bestimmten Kern wie andere Völker – aber in den Jahrhunderten des Ghettodaseins vollzog sich eine intensive Engzucht unter ihnen, so daß sich Juden meist sofort erkennen, wir also etwas ungenau von einer ›seelischen Rasse‹ sprechen können.

Es ist nun bezeichnend, daß im Laufe der Geschichte des Antisemitismus und im Zuge der zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Nichtjuden die ersteren sich stets erfolgreich damit tarnten, das Judentum sei ja ›nur‹ eine Religion, und schon von daher könne von irgendwelchen Herrschaftsbestrebungen überhaupt keine Rede sein. Geschickt wurde dabei auf christliche Befindlichkeiten spekuliert und die Tatsache, daß eben die Europäer seit 1000 Jahren oder schon seit der Antike ausschließlich die christliche Spielart als Religion schlechthin betrachteten, so daß Religion und Christentum praktisch Synonyme wurden. Wer also ›religiös‹ war, wer sich religiös äußerte, erhielt im kollektiven Unterbewußtsein sofort den vorauseilenden Bonus absoluter Unschuld. Vor allem galt es als ausgemacht, daß Religion mit Politik nicht das Geringste zu tun habe, ja, daß diese beiden Begriffe die größten nur denkbaren Gegensätze bildeten, da doch Politik als Teil der Tätigkeit in einer an sich schon verworfenen Welt tief unter allem auf das Jenseits gerichteten religiösen Gebaren stehe. Das Christentum wurde so zum idealen Tarnungsgelände des Judentums und jeder Art politischer Heuchelei, wenn sie sich religiös bemäntelte, da alles Religiöse christlich mißverstanden, d.h. in weltabgewandte jenseitsselige Ferne gerückt wurde. Dieses Christentum ist also seinem Wesen nach weltflüchtig und naturwidrig, eine Predigt des Todes, gerade weil und obwohl es ständig vom jenseitigen Leben redet. Es hat den Sexus, diesen ewigen Lebensspender suspekt gemacht, die edelste Erotik beargwöhnt und die Erde selbst als Jammertal in nächste Nähe zu Teufel, Hölle und Verdammnis gerückt. Davon künden der Zölibat, das Mönchswesen und vieles andere.

Diese Religion ist im Kern unkämpferisch und weibisch, quietistisch und entsagend, und sie mußte im Laufe der Zeit zu jener fürchterlichen Entmännlichung führen, deren traurige Zeugen wir heute sind. Der Niedergang Europas und seiner überseeischen Ableger war durch den Import des Christentums unweigerlich vorprogrammiert wie aber auch die Vorherrschaft des Judentums, was noch näher zu bestimmen sein wird. Denn wie soll eine große Kultur bestehen, deren höchste sittliche Forderung im ewigen Verzeihen und in der Feindesliebe gipfelt, deren Gott ein fremder ist, welcher angeblich ohnedies das Kleinste wie das Größte ›allmächtig‹ vorbestimmt hat? Das Furchtbare am Christentum besteht in der kolossalen Täuschung, die es in die Welt gebracht hat. Immer noch im Gewand der Liebe und des Mitleids gesehen, hat es tatsächlich die Übel und Schmerzen des Daseins nicht verringert oder gelindert, sondern durch sein falsches Gottes- und Menschenbild entscheidend vermehrt. Denn nach seinem eigenen Verständnis ist diese Welt ja gänzlich unwichtig und verblaßt angesichts einer imaginären ›Ewigkeit‹ zu wesenlosem Schein, so daß an ihrer Erhaltung gar kein echtes Interesse bestehen kann. Durch diese Grundeinstellung wurden im Laufe vieler Jahrhunderte oft Unzählige gerade der besten und edelsten Arier von einer positiven Umgestaltung des irdischen Daseins abgehalten. Ein heiles, gesundes, quellfrisches Leben geht gegen die allererste Nützlichkeitserwägung des Christentums, und entsprechend sieht die Welt heute auch aus. Faktisch ist durch diese Religion keine auch der größten Gräßlichkeiten auf dieser Erde verhindert worden, und sie lebt wesentlich von Katastrophen, Not- und Mißständen.


Jüdisches Gegenbild

Wenn nach einem Wort Benjamin Disraelis das Christentum „Judentum für die Nichtjuden“ ist, so unterscheiden sich beide Wüstenreligionen dennoch ganz wesentlich nach den Zielen und dem gesellschaftlichen Verständnis. Etwas vereinfacht könnte man sagen, daß dem Christentum genau jene starken und vitalen Züge fehlen, die das Judentum groß gemacht haben. Das Christentum ist international, das Judentum rassebewußt, jenes wendet sich im Kern nur an das einzelne Individuum und seine Glückseligkeit, dieses denkt völkisch, so daß alle seine Wege vom Hebräertum ausgehen und wieder dort hinführen. Selbst Jahwe, der ›Allmächtige‹, mit dem die Juden schon im Alten Testament ihren Nachbarn und Rivalen Furcht und Schrecken einjagten, spielt oft nur die Rolle eines permanenten Hilfswilligen für die Sache der Judenheit. Und hier muß einmal ein ganz klares Wort gesprochen werden: Wir mögen uns noch so oft über die zahllosen, häufig lächerlichen Vorschriften und Speisegesetze des Judentums wundern, wir können die pedantischen Regeln, die den Tagesablauf meist bis in die banalsten Einzelheiten bestimmen, noch so absurd finden, wir können uns über vieles moralisch entrüsten, aber für das Judentum als solches, als geschichtliche Erscheinung, hat sich die nationalistische mosaische Religion durchaus bewährt und bezahlt gemacht, ob uns das paßt oder nicht. Und ein weiteres Mal verweise ich hier auf die Stellung, die das Judentum gegenwärtig in der Welt einnimmt. Einen konkreteren historischen Beweis kann es eigentlich nicht geben. Und nun vergleichen wir das mit der historischen Wirkung, die das Christentum auf das arische Europa ausgeübt hat. Und hier ist das Fazit ebenso eindeutig wie das Urteil vernichtend: Diese Religion hat Europa ruiniert! Sie hatte von Anfang an gerade für die germanische Welt verheerende Folgen, die um das Jahr 800 beinahe zur Vernichtung des prachtvollen Sachsenstammes geführt hätten.

Die Bibel bleibt ein abstoßendes grausames Buch, und dieses Urteil darf nicht auf das Alte Testament eingeschränkt werden. Denn die schädlichen Wirkungen für uns gingen weniger von diesem Alten Testament aus, das durch und durch jüdisch ist, sondern vom Neuen Testament, dem eigentlich ›christlichen‹, und diese Tatsache wurde vor allem noch im 20. Jahrhundert fast völlig verkannt. Und ist nicht auch das Neue Testament voller Abstrusitäten, Wundergeschichten und Fragwürdigkeiten? Da lesen wir von der Verfluchung eines unschuldigen Feigenbaums, und warum eigentlich muß jener „reiche Mann“, der es ablehnt, den schwärenbedeckten Lazarus herauf an den Tisch seiner Kinder zu nehmen, dafür mit ewigen Höllenqualen büßen? Weiter hören wir von einem Vater, der seinen verkommenen Sohn, einen charakterschwachen Taugenichts, dessen anständigem, arbeitsamem Bruder unter fragwürdigen Begründungen vorzieht, was schon unter erzieherischen Gesichtspunkten höchst bedenklich erscheint.

Eine Religion, die einem Volk oder einer Kultur in der Stunde ihrer Todesnot nicht helfen kann und nichts zu sagen hat, ist sinn- und wertlos, ja, sie ist in solchem Falle Gift, vor allem, wenn sie der Überfremdung nicht entgegentritt, sondern dieselbe noch fördert. Und der schöpferische Teil des Menschenreiches befindet sich jetzt in dieser Todesnot. Darüber sollte sich doch eigentlich schon angesichts der demografischen Fakten niemand mehr Illusionen machen. Keine Institution hatte nach 1945 so sehr freie Bahn wie die christlichen Kirchen. Man sehe nun die Wirkungen. Die internationale christliche Kirche ist heute die willigste Trabantin der plutokratischen Globalisierer, die die Auslöschung aller gewachsenen Nationalkulturen anstreben und diese Absichten in keinster Weise mehr verhehlen.


Europäische Kultur und die Verfälschung ihres Ursprungs

Wenn wir hören, die Grundlagen der europäischen Kultur seien christlich oder jüdischchristlich, wie es neuerdings heißt, so ist diese Behauptung grundfalsch. Europa ist älter als das Jahr 1000, das man grob als Mittelwert der Christianisierung Gesamteuropas festlegen kann, und älter auch als das Christentum überhaupt. Diese levantinische Wüstenreligion hat in Wahrheit das Wesen Europas grob verfremdet, und ihre Übernahme durch unsere Völker muß als deren Ursünde schlechthin betrachtet werden. Denn dies müssen wir endlich einmal in seiner vollen Bedeutung begreifen: Die europäische Kultur ist das Kind einiger unerhört schöpferischer Rassen auf weißhäutiger Grundlage. Mit Christentum hat diese Tatsache überhaupt nichts zu tun, sonst hätte es ja auch nie diese hochstehende antike Kultur Europas geben können.

Im Laufe der Zeit ist manches von der geistigen Tradition der Europäer in das Christentum eingeflossen, was aber die Verfremdung und dadurch die Fesselung durch diese Religion nur erleichtert hat. Vor allem aber war das von Süden her vordringende Christentum von Beginn an der geschworene Todfeind der germanischen Welt und ihrer Waldseele. Diese Tatsache ist von pyramidaler welthistorischer Bedeutung und der eigentliche Grund für die entsetzliche Tragödie Europas im 20. Jahrhundert und seiner jetzigen Todesnot. Denn nur im deutschen Raum traf diese orientalische Wüstenreligion auf stärkeren militärischen Widerstand, vor allem durch die Sachsen Widukinds, dann durch die Wenden in Mitteldeutschland und schließlich vom 13. bis zum 14. Jahrhundert durch die Prusai in Ostpreußen. Christentum heißt Antigermanismus von den Anfängen bis zum heutigen Tag. Die gesamte antideutsche Propaganda war nicht erst seit 1870 durch und durch christoid, und aus dieser Tatsache resultierte ihr durchschlagender Erfolg. Dessen waren sich auch gerade jüdische Agitatoren stets bewußt. Und so sahen sich im Jahre 1914 die biederen evangelischen und katholischen Kirchgänger des kaiserlichen Deutschlands mit Thron und Altar sehr verdutzt und verblüfft einer konzertierten Haßorgie gegenüber, die ihnen aus nahezu der ganzen Welt entgegenschlug. Und Hitler war zu dieser Zeit ein unbekannter Gefreiter irgendwo in den flandrischen Schützengräben. Dies muß deshalb besonders betont werden, um den notorischen Geschichtsklitterungen zeitgeistlicher Vergangenheitsbewältiger entgegenzutreten.

Wenn wir diese Zusammenhänge nicht endlich begreifen, haben wir gar nichts verstanden. Und daraus folgt die weitere Tatsache, daß damit dieses Christentum zutiefst anti-europäisch ist; denn Deutschland bildet das Herzstück und die Mitte des Kontinents. Wer das Zentrum einer Sache zerstört, vernichtet damit notgedrungen das Ganze. Die falsche Kulturgenealogie des ›Ex oriente lux‹ führte jedoch zu einer völligen Bewußtseinstrübung der Europäer mit dem Ergebnis, daß heute deren kollektives Unterbewußtsein morst: Europäisch sein, heiße antideutsch sein. Das aber ist absolut tödlich, da es die totale Umkehrung der biologischen und geschichtlichen Wahrheit bedeutet. Gerade das Christentum hat durch seine falsche Lehre vom Geist jahrhundertelang das grundlegende biologische Denken überlagert oder aus Europa verbannt. Und so konnte es geschehen, daß die Engländer 1943 einen massiven Terror angriff gegen Hamburg flogen unter dem unheilschwangeren alttestamentarischen Codewort ›Gomorrha‹ ohne jedes Gefühl dafür, daß sie damit der nordwestdeutschen Heimat ihrer Vorfahren die Auslöschung androhten. Desgleichen führten die puritanischen Amerikaner, von Anfang an antieuropäisch, zweimal den Sieg europafremder Mächte herbei. Wären sich die Europäer der grundlegenden biologischen Funktion bei der Entstehung ihrer Kultur bewußt gewesen, dann hätte es die brudermörderischen Weltkriege des 20. Jahrhunderts mit ihren üblen Weiterungen nicht gegeben.

(Gekürzte Auszüge aus: Dietrich Schuler. Kommentar zum Buch von Erich Glagau: Die grausame Bibel, 1993)


Dietrich Schuler

Dietrich Schuler, Pädagoge, Schriftsteller, artgerechte Lebensanschauung. Ab 1943 Wehrdienst, Anfang Mai 1945 Flucht aus der amerikanischen Gefangenschaft durch dreiwöchigen Fußmarsch von Linz bis Oberschwandorf (Schwaben). 1947-1949 Studium am Pädagogischen Institut (Reutlingen), 1950-1963 Lehrertätigkeit, 1963-1968 Verfolgung wegen der Beschlagnahme eines nicht veröffentlichten Manuskriptes, später Amnestie. Verfasser grundlegender zeitgeschichtlicher, philosophischer und heidnisch-religiöser Schriften, insbesondere Schriften über die von ihm entwickelte Lehre des ‚Kreatismus’. Der Aufstand der Verpflanzten. Die Wurzeln des Antigermanismus in der Welt, Tübingen 1988. Die Stunde des Kreatismus, Selbstverlag 1993. Zeitenwende total, Selbstverlag 2000. Untergang der Weltmacht USA. Rettung für die weißen Völker? Kiel 2002. Jesus. Europas falscher Gott, Hohenberg 2006. Bausteine für eine Religion der Zukunft. Urmonergon und Wiedergeburt, Hohenberg 2007.


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Dietrich Schuler | Kreatismus als geistige Revolution


Die Erde und das von ihr getragene Menschenreich stehen vor einem radikalen Umbruch. Die Evolution droht sich umzukehren, weil ein zur Herrschaft gelangter minusseelischer Tyrannengeist alles gerade krumm gemacht und das Unterste zuoberst gekehrt hat. Dieses elende Ende aber war mit der Übernahme der Jesuslehre – was schon Nietzsche als die „anti-arische Religion par excellence“ bezeichnete – unweigerlich programmiert. Dietrich Schuler legt in seiner gewohnten glasklaren Ausdrucksweise dar, daß die gegenwärtige geistige Krise mit ihren Zerfallstendenzen ihrem Wesen nach judäochristlich oder zumindest christoid ist. Der christliche Hazar geht aber unwiderruflich zu Ende: Er hat die europäischen Völker zu dem gemacht, was sie heute sind – vergreiste, kranke Gesellschaften, orientierungslos, von falschen Schuldkomplexen zernagt, ohne Ziel und höhere Idee. Der Zeitgeist läßt ihnen keine andere Wahl, als in einem programmierten Weltbrei unterzugehen, was ihnen als höchste moralische Pflicht einer angeblichen Bestimmung zum Verschwinden in einer egalitären ,Menschheit’ vorgegaukelt wird. Der Verfasser legt in diesem Buch, das Religion, Philosophie und Politik zusammenfaßt, umfassender und präziser denn je die Grundlagen einer neuen Weltanschauung, die Deutschland und Europa aus der christlichen Sackgasse, der daraus resultierenden Gleichheitslehre und dem lebensfeindlichen Materialismus und Liberalismus herausführen kann. Der Kreatismus überwindet das Christentum und führt Europa zu seiner arteigenen Religion. Das Göttliche kehrt wieder heim zu Leib, Leben und Kosmos. Der Kreatismus ist ein großer fröhlicher Aufbruch mit dem inneren Impuls des Überunshinaus. Hier ertönt erneut Nietzsches ›Frohe Botschaft‹: das große Ja zum Leben… und darüberhinaus.


Erich Glagau


Müssen Kinder so heissen?

Warum biblische Namen nicht zu deutschen Kindern passen

- Leseprobe -


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
Adolf
Lea
David
Esther
Sarah
Judith
Lukas
Debora
Daniel
Noah
Jona / Jonathan
Elias
Rebekka
Benjamin
Jakob

Anmerkungen

Das praktische Leben und ein Zufall boten dem Autor den Anreiz, eine kleine Untersuchung über die Gründe vorzunehmen, die zur Namensgebung führten; und über die Charaktere der „Vorbilder“ Aufschluß zu geben.

Alle im Buch aufgeführten Familiennamen wurden vom Autor geändert.

Alle Bibel-Zitate wurden kursiv gesetzt, die Hervorhebungen des Autors sind unterstrichen.

Der Verlag


Sage mir Deinen Namen,
und ich sage Dir,
wer Dein Vorbild ist!

Vorwort

Viele Eltern meinen, eine feste Vorstellung von den Namen zu haben, die sie ihren Kindern auf den Lebensweg mitgeben. Sie hoffen, damit den Glanz von Vorbildern aus Religion, Geschichte, Musik, Literatur und Sport auf den Sprößling übertragen zu können.

Heutzutage werden aber immer mehr Namen aus reiner Nachlässigkeit gewählt. Sie werden als „modern“ hochgejubelt, quasi in die Zeit passend.

Es sind vorzugsweise biblische Namen, bei denen es gezielt darum geht, dem deutschen Volk auf diesem Wege die Verbindung zu seinem Volkstum abzuschneiden.

So schiebt man geschickt die Eltern im Rahmen der zeitgemäßen Politik auf das Gleis der alttestamentarischen Namen. Alles erscheint ganz harmlos. Oft wird diese List mit frommem Augenaufschlag quittiert.

Die Vorarbeit leisten ganz bestimmte Kreise in den USA. Über verschiedene Themen der Bibel machen diese amerikanischen Volksverdummer raffinierte Filme, wobei die größten biblischen Schurken zu Lichtgestalten verwandelt werden. Und deren Namen gelten dann als Vorbilder für den deutschen Nachwuchs. Beim ausgeprägten Hang der Deutschen zum Nachäffen haben die Amis leichtes Spiel und finden hier die besten Ansprechpartner. Auch wenn sie bei diesen gegen das ganze deutsche Volk gerichteten Aktionen auf die Nase fallen. Sie werden es erst merken, wenn die Nase blutig ist. 

Wir kennen die Taktik ebenso aus unzähligen Ami-Film-Schinken, wobei umgekehrt die deutschen Helden als größte Verbrecher hingestellt werden. Wie gewohnt, fallen die unbedarften deutschen Fernsehzuschauer glatt darauf rein.

Den meisten Eltern sind Ursprung und Bedeutung der aus den USA importierten geschönten biblischen Namen ihrer Kinder unbekannt. Sie erliegen lediglich dem Herdentrieb. Es ist eine regelrechte deutsche Volkskrankheit, daß unsere Volksgenossen alles Ausländische bejubeln müssen. Und sie dauert bereits sehr lange. Wir liefern den Beweis dafür!

Erich Glagau


ELIAS

Eines Tages, es ist noch gar nicht so lange her, las ich in der Zeitung von der Geburt eines Kindes in der Familie eines weltbekannten Berufssportlers. - Es lohnt sich kaum darüber nachzudenken, was es alles für Sportler oder auch für Berufe gibt. Geld ist die Devise auf allen Gebieten. Deshalb hat der Sport auch keine Bedeutung mehr für die körperliche Ertüchtigung des Volkes insgesamt. Lassen wir das!

Also das Kind, ein Junge, soll „Elias“ heißen. Da Namen zu meinem Hobby gehören, fragte ich brieflich bei diesem Großverdiener nach dem Beweggrund für den Namen Elias an. Wie das so ist bei den Großen und großen Verdienern unserer Zeit, ich bekam keine Antwort; vermutlich weil ich nur Kleinverdiener bin, also nicht beachtenswert.

Über dieses Problem sprach ich mit einem jüngeren Herrn aus meiner Nachbarschaft, den ich schon lange vom Sehen her kannte, und der mir einen umgänglichen Eindruck machte. Wir grüßten uns auch schon längere Zeit. Jetzt sprach ich ihn an. Ich erzählte ihm von meinem Steckenpferd, den Grund der Namensgebung zu erforschen. Und tatsächlich biß dieser freundliche, immer grüßende Herr an. Wir einigten uns: er wollte die Rolle des neugebackenen Vaters übernehmen und auf meine Fragen antworten. Wir verabredeten uns für einen dienstfreien Tag bei mir zu Hause, an dem er mir zur Verfügung stehen wollte.

„Ich bin schon sehr gespannt, welchen Namen Sie mir verraten werden. Ich weiß allerdings nicht, ob ich für Sie der richtige Gesprächspartner bin, denn ich habe überhaupt keine Ahnung von der Bedeutung von Namen,“ sagte der junge Mann.

„Das macht nichts! Ich habe nämlich festgestellt, daß die meisten Menschen nichts darüber wissen und einfach in die große Tüte mit den Namen greifen - und schon haben sie einen erwischt. Oder sie informieren sich aus der Zeitung, was gerade Mode ist.

Da hat also ein Kind den Namen ‚Elias’ bekommen. Was fällt Ihnen dazu ein?“

„Sie werden lachen! Das habe ich zufällig vor ein paar Tagen gehört. Das ist der Name des 2. Kindes von Horst Schuster! Haben wir damit schon den Fall gelöst?“

„So gut wie! Es fehlt nur noch die Kleinigkeit jetzt zu erklären, was Sie sich dabei gedacht haben könnten, wenn es um Ihren Sohn und diesen Namen ginge!“

„Wir haben noch keine Kinder. Aber vielleicht ist dieses Gespräch hilfreich, wenn wir mal in die Lage kommen sollten. - ‚Elias’ sagt mir gar nichts! Er klingt mir so biblisch? Kann das sein?“

„Das ist schon mal sehr ‘heiß’! Er ist biblisch! Haben Sie vielleicht noch einen kleinen Hinweis, was mit dem Namen zusammenhängen könnte?“

„Nein, hier muß ich passen! Die Sache fängt an, mich zu interessieren. Vielleicht mal für den eigenen Hausgebrauch! Können Sie mir wohl mehr darüber verraten? Wenn ich jetzt schon bei Ihnen bin, dann will ich’s auch wissen! Was ist also los mit diesem ‚Elias’? Schließlich kann man ja nicht dümmer werden, wenn man etwas darüber erfährt!“

Ich holte eine meiner drei Bibeln vor, und mein junger Freund machte ein langes Gesicht: „O Gott, wollen Sie jetzt mit mir eine Bibelstunde abhalten?“

„Keine Sorge! Nur ein paar Sätze aus 1. Könige 17 bis 19 und aus 2. Könige 2,2. Es ist wirklich nicht viel. Ich lese die Stellen vor, wo von diesem Elias die Rede ist.“

„Na, dann mal los!“ sagte der Vateranwärter. „Mal sehen, was das für ein Held ist!“

„Der Prophet Elias sagt seinem König Ahab, daß es in seiner Macht stehe, ob in diesem Jahr Regen fällt oder nicht. Das zur Einleitung.“

„Haben Sie etwas dagegen, wenn ich zwischendurch Fragen stelle?“

„Nein, mit Fragen werden manche Probleme gelöst. Also, auf geht’s!“

„Ich meine, das ist doch schon mal ein Schwindel, wenn sich jemand aufspielt, er könnte für Regen sorgen, wie es ihm gerade einfällt!“

„Richtig! Nun aber weiter: ‚Danach erging das Wort des HERRN an Elias: Geh weg von hier ... verbirg dich am Bach Krith ... Aus dem Bach sollst du trinken, und den Raben habe ich befohlen, daß sie dich ernähren ... Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und am Abend, und er trank aus dem Bach; denn es fiel kein Regen.’“

Der junge Mann meldete sich zu Wort: „Für mich ist dieser Elias ein Angeber! Ein Märchenerzähler, gelinde gesagt. Ist das schon alles?“

„Nein! Der Inhalt des folgenden Textes ist etwa der: Elias kommt zu einer Witwe, die am Hungertuch nagt, und er bittet sie um Brot. Sie sagt ihm, daß sie nichts habe, außer Wasser. Elias sagt ihr, sie sollte nur in ihre Hütte gehen, und dort würde sie alles Nötige finden. Tatsächlich findet sie Mehl und backt daraus Brot.

Die Witwe hat auch einen kleinen Sohn, der sterbenskrank ist. Elias läßt sich den Sohn geben, der bereits tot ist, und Elias ruft das Kind wieder ins Leben zurück.“

„Was soll man davon halten?“ fragte mein Nachbar. „War der Elias etwa Arzt oder etwas Ähnliches? War das Kind vielleicht noch nicht tot?“

„Ja, das hat eben die Bibel so an sich. Lauter Wunder! In der ‚Heiligen Schrift‘ heißt es: ‚Der Mehltopf wurde nicht leer, und der Ölkrug versiegte nicht, wie der HERR durch Elias versprochen hatte.‘ Was halten Sie davon?“

„Wissen Sie, ich habe mich niemals mit der Bibel befaßt. Außer ein paar Sprüchen, die Weihnachtsgeschichte oder über Jesu Kreuzigung, aber sonst weiß ich gar nichts. Dieses Märchen von dem Elias kommt mir aber doch recht albern vor. Da ich das jetzt bei Ihnen erfahre, würde ich meinem Sohn nie den Namen ‚Elias‘ geben! Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß der Horst Schuster seinen Sohn so nennen würde, wenn er Bescheid wüßte.“

„Nachdem Elias mit Mehl und Öl und dem Erwecken des toten Jungen zum Leben gezaubert hatte, geht der Text so weiter: ‚Da sagte die Frau zu Elias: Jetzt weiß ich, daß du ein Mann Gottes bist und daß das Wort des HERRN wirklich in deinem Mund ist.‘“

„Also das halte ich für Betrug! Es kann doch niemals wahr sein, daß Mehl und Öl einfach kein Ende nehmen, wenn laufend davon verbraucht wird! Der Mann ist ein Gauner! ‚Elias’ hat jetzt schon bei mir verspielt!“

Ich habe den jungen Freund nicht in seinem Urteil unterbrochen. Er war ziemlich aufgebracht darüber, daß sich dieser Schuster nicht genügend informiert haben sollte.

„Es kommt noch besser,“ klärte ich ihn auf. „Damals muß es besonders viele Menschen gegeben haben, die im religiösen Wahn lebten. Anders sind auch die vielen Propheten nicht zu erklären, die zu Hunderten auftraten. Nach der Bibel war wieder einmal Krach unter den Juden. Die einen blieben bei ihrem Gott Jaweh, die anderen hatten sich einen neuen gezimmert: den Baal. Diese beiden Gruppen stießen aufeinander. Elias war der Anführer der Jawehanhänger. Er schlug vor, jede Gruppe sollte ein Stieropfer bringen. Das Tier sollte auf einem Altar hergerichtet werden und der jeweilige Gott, Jaweh oder Baal sollte dann das Feuer entzünden. Zuerst sollte dem Baal-Gott geopfert werden. Obgleich die Anhänger nach Leibeskräften schrieen und ihren Gott anriefen, es geschah nichts. Elias triumphierte.

Dann baute er einen neuen Altar, und der tote Stier sollte in Flammen aufgehen. Elias ließ sogar einige Kübel Wasser darüber ausgießen, um zu beweisen, daß kein fauler Zauber damit verbunden sei. Und was dann geschah, hört sich in der Bibel so an:

‚HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll man erkennen, daß du Gott bist in Israel, daß ich dein Knecht bin und all das in deinem Auftrag tue. Erhöre mich, HERR, erhöre mich! Dieses Volk soll erkennen, daß du, HERR, der wahre Gott bist und daß du sein Herz zur Umkehr wendest. Da kam das Feuer des HERRN herab und verzehrte das Brandopfer, das Holz, die Steine und die Erde. Auch das Wasser im Graben leckte es auf...‘ - Nun, wie gefällt Ihnen dies?“

„Ich denke gerade darüber nach, ob vielleicht ein Trick beim plötzlichen Brand möglich gewesen sein kann. Zwar habe ich keine Ahnung, ob dies die Lösung ist, aber wie sieht es denn mit Karbid aus? Wenn man Wasser darüber gießt, dann erst ist die Verbindung möglich, die das Zeug brennbar macht, oder?“

„Nun, der alte Mose hat schon in ähnlichen Fällen mit Pulver, Wolken, Blitz und Donner seine Mätzchen gemacht, um die verblüfften Juden am Nasenring herumzuführen. Auch ich halte diese Sache für einen ausgemachten Zaubertrick, oder es ist ein Märchen aus dem Morgenland. Das Ende dieser Veranstaltung sieht laut Bibel so aus:

‚Das ganze Volk sah es, warf sich auf das Angesicht nieder und rief: Jaweh ist Gott, Jaweh ist Gott! Elias aber befahl ihnen: Ergreift die Propheten des Baal! Keiner von ihnen soll entkommen. Man ergriff sie, und Elias ließ sie zum Bach Kischon hinabführen und dort töten.‘ - Wie gefällt Ihnen jetzt der Elias?“

„Und das steht wirklich in der Bibel? Es ist einfach unglaublich! Warum hat denn keiner dem Schuster gesagt, was er mit dem Namen ‚Elias‘ seinem Sohn antut? Das ist ja ein richtiger Verbrecher!“

„Der Ausklang der biblischen Geschichte über Elias sieht in kurzen Worten so aus, daß er in der Lage ist, einen Fluß, über den er gelangen will, mit seinem Mantel verprügelt, bis sich die Wasser nach links und rechts teilen und unser Zauberer Elias trockenen Fußes hindurchschreitet!“

Wir haben anschließend eine ganze Weile über das Thema Bibel gesprochen und vor allem über die Geschäfte der geistlichen Machthaber, die es verstehen, eine sogenannte Religion als Mittel zur Macht allgemein und vor allem zu persönlichen egoistischen Zwecken anzuwenden.

Es freute mich ganz besonders, daß die Wißbegier meines jungen Freundes so stark wurde, daß er sich mehr um das Unwesen kümmern wollte, das mit dieser Art der Volksverdummung angerichtet wird. Und wenn es einmal soweit sein sollte, daß er auf Namenssuche gehen muß, dann würde er sich mit mir in Verbindung setzen.


Erich Glagau | Müssen Kinder so heißen?

Erich Glagau

Müssen Kinder so heißen?

Warum biblische Namen nicht zu deutschen Kindern passen

124 Seiten, Weichband, EUR 9,90

Mit diesem Büchlein geht Erich Glagau anhand von persönlichen Erlebnissen der Frage nach, weshalb eigentlich deutsche Eltern ihren Kindern biblische Namen geben. Der bekannte Autor durchleuchtet dabei die biblischen Charaktere, die als Namensgeber in der heutigen Zeit idealisiert werden. Zumeist sind es jedoch Gestalten recht zweifelhaften Charakters und Lebenswandels. Der Leitgedanke, der die Grundlage dieser kenntnisreichen Schrift bildet, lautet: "Sage mir Deinen Namen, und ich sage Dir, wer Dein Vorbild ist."

ISBN 978-3-9811680-3-7

2. Auflage, Mai 2008

Verlag Volk in Bewegung
Postfach 13 47
D-73473 Ellwangen

www.volk-in-bewegung.de

© 2006 Verlags- & Medienhaus Hohenberg OHG

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Erich Glagau


David. Biographie eines biblischen Schurken und die Last der Gene

Ein Krimi nach 1. und 2. Buch Samuel und 1. Buch Könige

Anm. der VS-Red.: Dieses Buch wurde in gedruckter Form veröffentlicht!
Da es sehr viele Redewendungen hat, empfehlen wir es auch denjenigen, die Deutsch als Fremdsprache lernen!


I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

BILD trägt die Verantwortung
Schuld an diesem Buch ist auch meine Frau!
Der Krimi beginnt mit Samuel
Ein Eselstreiber wird König von Israel
Vom Ziegenhirten über den Mafiaboß zum König
Der Mafioso David und der Fall Abigail
Saul immer noch „böse-begeistert“
Logische Schlüsse aus dem „Wort Gottes“
Die Geburtsstunde des Zionismus
David läßt die biblische Katze aus dem Sack
Die Bestätigung: David der Grausame
David, der Partisan
Davids Sohn vergewaltigt Davids Tochter
Der Fall Absalom
David läßt morden und beklagt seine Opfer
„Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode!“
„Auserwählt“ zum Betrug – siehe Talmud!
Eine königliche Bettflasche mit Ohren
Nachfolger Salomo und die Last der Gene
Die Bibel: Eine einzige Katastrophe!


BILD trägt die Verantwortung

Am 15. März 2001 rief mich mein Freund und Kreta-Kamerad Paul Berg an; ausgerechnet beim Mittagessen: „Hast du die heutige BILD-Zeitung gelesen?“

„Nein! Dieses Mist-Blatt lese ich nicht!“

„Du mußt aber die heutige Ausgabe lesen!“

„Warum sollte ich?“

„Weil etwas über den biblischen David drin steht.“

„Diesen Gangster kenne ich besser als die Sonntags-Christen!“

„Aber da schlägt einer in deine Kerbe!“

„Was kostet dieses Revolver-Blatt?“

„Siebzig Pfennige.“

„Zu viel Geld für diese volksverhetzende Schmiere! Denke an Sebnitz!“

„Ich schenke dir die siebzig Pfennige zum Geburtstag!“

„Gut! Ich schreib’s mir auf. Bist du nun zufrieden?“

„Na endlich! Du riskierst nichts! Und vielleicht beschert dir dieser Artikel einen neuen Mitstreiter. Mach’s gut!“

Damit hatte Freund Paul aufgelegt, und ich holte mir ausnahmsweise die BLÖD-Zeitung. Die 70 Pfennige habe ich meinem Freund aufs Kerbholz geschlagen. Auf der letzten Seite fand ich in BILD-hafter Großschrift:

„War König David ein Verräter?“

Als ich alles gelesen hatte, fragte mich meine Frau, ob der David aus der Zeitung mir etwas Neues gebracht hätte.

„Nur die Bestätigung“, sagte ich, „daß der Artikel-Schreiber die Bibel ebenfalls nicht gelesen hat. Denn das, was da an sensationellen neuen Erkenntnissen verkauft wird, kann man doch in allen bisherigen Bibeln ausgiebig und seitenlang finden.“

Meiner Frau war mein Urteil zu nichtssagend. Sie las deshalb selber und kam zu einer anderen Ansicht: „Also für mich ist das ein Beweis dafür, daß es endlich mal jemand gewagt hat, öffentlich am Sockel deines „Helden“ zu sägen. - Übrigens: Hast du nicht vor einiger Zeit das Thema David selber vorgehabt? Was ist daraus geworden?“

Ich las noch einmal die ungeliebte Zeitung. Und dies ist der Inhalt in groben Zügen:

„Haben wir ein falsches Bild von einem biblischen Helden? Der König David aus dem Alten Testament hat vor über 3000 Jahren gelebt (1004-965 v. Chr.). Und bis heute gilt der, dessen Name „der Geliebte“ bedeutet, als Inbegriff des von Gott besonders geliebten Königs: Als schöner Jüngling besiegte er den schrecklichen Riesen Goliath mit einer einfachen Steinschleuder, sein göttliches Harfenspiel begeisterte seinen Hof und seine zahlreichen Frauen, seine Gedichte (Psalmen) gehören zur Weltliteratur. Ganz zu schweigen davon, daß König David ein kriegerischer Held war. Nie wieder eroberte ein jüdischer König mehr Land als er.

Jetzt aber könnte das Denkmal erheblich bröckeln. Denn neueste Forschungsergebnisse, konkret: Schriftrollen aus dem 9. Jahrhundert vor Christus, verleihen dem König David ein ganz anderes Bild. Plötzlich steht er als Mörder, Bandit, ja als Verräter vom Kaliber Saddam Husseins vor uns. ... als Serienmörder, der politische Gegner reihenweise ausschaltete.

... Warum lobt die Bibel König David in den höchsten Tönen, vergleicht ihn sogar mit dem Erlöser (Messias)? Wahrscheinlich, so vermuten die Experten, um sein Königtum zu rechtfertigen.“

Was man von der BLÖD-Zeitung zu halten hat, weiß man, wenn man in dem David-Artikel den Namen Saddam Hussein findet. Dazu noch mit der Bezeichnung Verräter. Ohne größere Debatte sei zu dem Wort „Verräter“ bezüglich Hussein festgestellt: Die „freundlichen“ Engländer haben 1920 Kuwait vom Irak abgetrennt und aus eigennützigen Gründen (wegen der Ölvorkommen!) zu einem selbständigen Staat gemacht. Um keinen internationalen Ärger zu bekommen, hat Hussein über die Botschafterin der USA, (1990) Frau April Glaspie, nachfragen lassen, ob die USA wohl Einspruch erheben würden, wenn er dieses Land wieder dem Mutterland anschließen würde. Die USA gaben daraufhin Hussein grünes Licht. Die USA hielten aber in alter Gewohnheit ihr Wort nicht und überzogen 1991 den Irak mit Krieg! – Ganz bestimmt hat BILD den Begriff „Verrat“, ebenso aus alter Gewohnheit, der falschen Seite angehängt!

Bei mir hatte jedoch die BLÖD-Zeitung bewirkt, jetzt mein angefangenes Manuskript hervorzuholen und zu beenden. Wie hatte doch Goethe gesagt: Das ist die Kraft, die stets das Böse will und doch das Gute schafft. - Oder umgekehrt?

***

Schuld an diesem Buch ist auch meine Frau!

„Wie kommt es nur, daß so wenig Christen die Bibel lesen?“ fragte mich meine Frau aus heiterem Himmel, aber doch nachdenklich, als wenn sie sich schon länger damit beschäftigt hätte.

„Es liegt wahrscheinlich daran“, sagte ich, „daß ihnen der Inhalt zu langatmig oder zu langweilig ist.“

„Warum können die Priester und Pfarrer nicht alles etwas interessanter, spannender gestalten, wenn sie über die Wurzeln des Christentums sprechen, um die Menschen zum Selberlesen anzuregen? Ist das alles zu trocken?“ bohrte meine Frau weiter.

„Weil sie sich nicht getrauen, all die Schweinereien und Gewalttaten ihren Schäfchen zu offenbaren. Die Leute würden sich dann nicht mehr wie in einer religiösen, sondern wie in einer Porno- und Horrorveranstaltung fühlen.“

„Und wie wäre es, wenn du dich daran machtest, einzelne Episoden aus der Bibel zu straffen, um damit eine richtige Spannung zu erzeugen, damit das Interesse geweckt wird? Wobei du natürlich bei der „biblischen Wahrheit“ bleiben mußt! Mit dieser Aufklärung könntest du die Priester und Pfarrer entlasten und gleichzeitig die Menschen anregen, sich mehr mit dem „Wort Gottes“ zu befassen.“

Meine Frau ließ nicht locker. Sie bohrte bis nervte. Ihr Ziel war es, vermutlich aufgrund meines langjährigen familiären Nachhilfeunterrichts in Sachen des mosaischen Christentums, mich für diese wichtige Informationsaufgabe sozusagen „aufzuladen“. Richtig, sie wollte mich einfach motivieren. Das hatte ich nun von meiner unermüdlichen Tätigkeit als aufklärender „Sozialarbeiter“ unter kirchenamtlichen, geistlich behinderten Steuer-Christen.

Deshalb gebührt meiner Frau, durch ihr Unschuldsdenken, der „Dank“ aller biblisch-geistlich behinderten Pfarrer, Priester und des ganzen Klerus-Klüngels bis hin zum Papst, wenn hiermit in einem unterhaltsamen Leseangebot alle vernachlässigten Gläubigen endlich die Wahrheit über ihre „frommen“ Helden serviert bekommen. Denn schließlich sollten diese Leichtgläubigen doch auch wissen, warum und wofür sie bei ihrem Abonnement „blechen“ müssen, obgleich ihnen viele wichtige Inhalte verheimlicht werden.

So setzte ich mich mit einer meiner drei Bibeln an meinen Computer, um mich an meine Aufgabe langsam, aber doch mit innerem Elan heranzutasten.

Fürsorglich, wie meine Frau nun einmal ist, legte sie mir zur richtigen seelischen Einstimmung ein Bild aus der heutigen Zeitung ins Blickfeld:

Wie Sie sehen, stellt das Bild einen Engel dar. - Aber schon kommen die ersten Schwierigkeiten, wie es meistens ist, wenn ich mich mit einem biblischen Problem befasse. Der Engel ist nämlich grammatikalisch gesehen männlich! Dieser auf dem Bild ist jedoch eindeutig weiblich! Erstens hat er keinen Bart! Der Einwand, es könnte ein noch sehr jugendlicher Engel männlichen Geschlechts sein, zieht nicht.

Der vermeintlich männliche Engel hat nämlich einen Busen! Eindeutig! Soweit kenne ich mich aus! Selbst dann, wenn es sich um „Engel“ handelt! Er ist also eine Engelin! „Sie“, weiblich! würde mir auch von der psychischen Seite viel angenehmer sein! Mit Güte, Wärme, Geborgenheit, Verständnis bis hin zu allen irdischen Glücksempfindungen! So beinhaltet für mich der Begriff „Engel“ den Höhepunkt aller Glückseligkeit.

Nun zu meinem weiteren Beweis: Sie, die Engelin, trägt ein zweiteiliges, langes Gewand, das bis zu den Füßen reicht. Und was da unten rausschaut, ist ein unterstreichender Beweis der Weiblichkeit: Sie hat keine Haare auf den Zehen! - Fälschlich spricht man von irgendwie rabiaten Frauen, sogenannten „Mannweibern“, sie hätten Haare auf den „Zähnen“. Das ist jedoch falsch! Es heißt „Zehen“, weil sich hierin zusätzlich die Frauen von den Männern unterscheiden! Denn diese haben (meistens!) Haare auf den Zehen. Mit Ausnahme derjenigen, die sich zu Frauen haben „umwandeln“ lassen. – Übrigens: Schwule sind nicht „umgewandelte“, die tun bloß so. Sie verkörpern krankhafte Entgleisungen der Natur, die zu psychischen Problemen führen können. 

Zu dem bereits erwähnten ein- oder ausdrucksvollen Busen kommt noch etwas, das bei mir, als einem aufmerksamen Beobachter eine neue Frage aufwirft: Über die Schultern hinaus ragen zwei überdimensionale Flügel empor. Wie kommt die Engelin in ihr Kleid hinein? Zieht sie es über den Kopf? Wer hilft ihr, die riesigen Flügel durch die anderen, die Flügel-Schlitze, zu stecken? Allein würde sie es nie schaffen! Auch müßten die Schlitze sehr groß sein, und die Engelin würde beim ersten Windstoß im Freien stehen. Ich vermute, die Schneiderin wird das Gewand auf dem Rücken mit Knöpfen versehen haben. In neuerer Zeit wird man vermutlich auch Reißverschlüsse verwenden. Denn ich kann mir ebenso wenig vorstellen, daß man in himmlischen Werkstätten nicht mit der Zeit gehen sollte.

Oder gibt es nur einmalige und deshalb altertümliche Engelinnen, die zur Zeit der biblischen Erstausgaben für ihre Tätigkeit für ewig und immer angeheuert wurden? Die außerdem niemals altern, ewig im besten Mannesalter stehen? In dem Falle besteht dann noch die Möglichkeit, daß man der Engelin das Gewand einfach auf den Leib geschneidert hat, quasi mit ihrer Geburt, wie es beim gesamten Federvieh üblich ist! Für ewig und immer!

Aber das Kleid müßte auch einmal gewaschen werden! Steckt man dann die ganze Engelin in die Waschmaschine? Und beim Schleudergang? Wird sie dann nicht völlig verwirrt herauskommen? Fragen über Fragen

Wem diese Überlegungen nicht ausreichen, der kann den Faden weiterspinnen. Aber das wäre dann eine ganz andere Geschichte.        

Es hat keinen Zweck! Ich muß die Engelin aus meinem Blickfeld legen! Sonst lenkt sie mich zu sehr ab. Mein Ziel ist die Biographie eines der größten Spitzbuben, welche die Welt je gesehen hat.

***

Der Krimi beginnt mit Samuel

Ob die Eltern wissen, mit welchem Vorbild sie den Lebensweg ihres Sohnes belasten, wenn sie ihr Kind „David“ nennen? Ich glaube, sie kennen den Namensgeber gar nicht.

Hier wird gezeigt, wie es in der Welt zugehen kann. Da wird ein Schwerstverbrecher schöngeredet, allein deshalb, weil ein kleines Volk Nutznießer seiner Verbrechen ist und zusätzlich manchen anderen Völkern mit Hilfe der Bibel einzureden versucht, dies alles sei Gottes Wille.

Um gleich klarzustellen: Dieser Juden-Gott Jehova wurde von Juden für Juden erfunden! Deshalb kann er nur ein eingebildeter Gott der Juden sein, und er muß es auch bleiben! Und damit ist und bleibt die Bibel ein Geschichtsbuch der Juden! Nicht mehr und eher noch weniger!

In der Bibel gehen zwei Bücher auf das Konto Samuel, die sich mit David befassen; das heißt, Samuel wird vermutlich in der Redaktion des „Verlag Gottes“ als Ressortleiter und Autor gearbeitet haben.

Der Weg zu unserm kriminellen Halunken David beginnt bei dem eben genannten Ganoven und Königsmacher Samuel.

Samuel war schon als Knabe ein pfiffiges Kerlchen. Irgendwie mysteriös bis pfiffig ist schon seine Entstehungsgeschichte vor und bis zur Geburt.

 Seine Mutter, Hannah, hatte Schwierigkeiten, Kinder zu bekommen. Sie bekam einfach keine. Die Medizin war damals noch nicht soweit, zu klären, ob es am Mann oder ob es an der Frau lag.

Die Männer spielen seit eh und je in der Bibel die Hauptrolle. Deshalb gab es darüber gar keine Diskussion: Die Frau hatte bei ausbleibendem Kindersegen die Schuld zu tragen!

Not macht erfinderisch, heißt es. So nahm die Frau ihre Zuflucht (oder auch aus Rache an den Männern) in den seit Generationen ausgetretenen Pfad des Auswegs. Nämlich den Gang zu eben einem „besonderen“ Mann. Und der sah so aus:

Aber es hatte sich seit langem rumgesprochen, daß ein „Gebet“ mit einem weisen Mann, also einem Priester, Wunder bewirken könne. Manchmal sollte es auch schon genügen, sich in dessen „Nähe“ aufzuhalten. So ging die gute Frau in den Wirkungs- und Ausstrahlungsbereich des Priesters Eli, um dort zu beten. Irgendwer muß sie erhört haben, denn sie kam „hoffnungsvoll“ nach Hause. Das Ergebnis hieß Samuel.

Als dann ihr Sohn Samuel aus dem Kindesalter heraus war, wurde er genau demselben für Nachwuchs durch Gebet zuständigen Priester Eli in Obhut gegeben. Es bleibt ein Geheimnis, ob er das Pfiffige vom Priester Eli gelernt hat, oder ob es schon die Gene waren.

Jedenfalls steht fest, wenn es ein Pfiffikus im Laufe seiner Lehrzeit versteht, seinen pfiffigen Meister reinzulegen, dann hat er damit bewiesen, daß das Studium für einen angehenden Priester oder gar Propheten keine vertane Zeit war. 

Damals, vor rund dreitausend Jahren, genoß derjenige großes Ansehen, der den Menschen weismachen konnte, ein „Mann Gottes“ zu sein.

Hier möchte ich gleich die vielseitigen Tätigkeiten des Autors Samuel aufzählen: Er war „Prophet“, er war ein „Mann Gottes“, er war „Priester“, er reiste als „Richter“ durch die Lande und er hatte das besondere Talent eines „Königsmachers“.

Ein Königsmacher hat den Vorteil, als „graue Eminenz“ im Hintergrund wirken zu können. Was soviel heißt, er mischt zwar in der großen Politik kräftig mit, er braucht aber niemals den Koffer mit der Verantwortung zu tragen. Dafür hat er dann seine Leute.

Heute könnte man auch vergleichen: Er führt eine umfangreiche Datenbank aller an Politik Interessierten und weiß, was jeder von ihnen „kostet“. Samuel verstand es, als „Macher“ unentbehrlich zu sein. Ging etwas schief, wußte er auch schon mit dem Finger auf den Schuldigen zu zeigen. Noch lieber suchte er eine solche Situation mit einem Krieg zu überbrücken, von dem alle etwas haben sollten, wenn sie sich nur richtig ins Zeug legten.

Aber nun war Samuel ja noch nicht soweit, sondern erst einmal in der Lehre beim bald ausgedienten „Propheten“ Eli, dessen Söhne Taugenichtse waren (1. Sam. 1,25 ff u. 2,22). 

Unter anderem schliefen sie bei den Frauen, die als Angestellte der Stiftshütte dienten. Daher stammt eigentlich die etwas abgewandelte Redensart: „Priesters Kinder, Lehrers Vieh geraten selten oder nie!“

Samuel lebte im Hause Eli bei freier Kost und Unterkunft. Da der Priester sowieso die besten Brocken bekam, war die Wahl Samuels, hier in die Lehre zu gehen, ein Zeichen seines ausgeprägten Sinnes fürs praktische Leben. Im Alter nennt man dies „Lebensklugheit“.

Der alte Eli war also bereits sehr tatterig. Und sein aufmerksamer bis witternder Schüler Samuel ließ seine Entschlußfreudigkeit zum Handeln früh erkennen. Es stand für ihn fest, bei passender Gelegenheit Nachfolger Elis zu werden. Wie man so etwas einfädelt, kann sich heute manch einer, der in dieser oder ähnlicher Richtung Absichten hat, Samuel zum Vorbild nehmen (1. Sam. 3,1 ff):

„Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli, war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarungen. Und es begab sich zur selben Zeit, daß Eli lag an seinem Ort. Und Samuel hatte sich hingelegt im Heiligtum des HERRN, wo die Lade Gottes war. Und der HERR rief Samuel. Er aber lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen.

Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen.

Samuel ging wieder zurück zu seinem Lager. Da rief der HERR abermals: Samuel!

Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen.

Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh hin und lege dich schlafen.

Aber Samuel hatte den HERRN noch nicht an seiner Stimme erkannt, und des HERRN Wort war ihm noch nicht offenbart. Und der HERR rief Samuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: „Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen.“

Endlich hatte Eli begriffen, daß hier nur überirdische Kräfte gewaltet haben müssen! -  Natürlich! Der „HERR“ hatte den Samuel gerufen!!

Oft mußte laut Bibel Gott drei „Anläufe“ machen, bis seine schwerhörigen oder begriffsstutzigen „Auserwählten“ mitbekommen hatten, wer oder was gerufen hat oder was oder wen der „Geist“ gemeint hatte. Wir können davon ausgehen, hätte der Trick Samuels beim dritten Mal nicht geklappt, wäre auch ein vierter Versuch unternommen worden. Aber in der Redaktion „Gottes Wort“ war man sich über den Gag einig. Das Drehbuch war vom Obersten Chef abgezeichnet. Beim dritten Anlauf mußte die Sache gelaufen sein!

So hielten sich alle für das Manuskript Verantwortlichen, Samuel, Eli und der allmächtige Jehova, an diese Anweisung. Ein vierter Versuch war eben nicht vorgesehen. Der irdische Alte sagte deshalb zu seinem künftigen Nachfolger Samuel, und das in entscheidendem Ton:

 „Das kann nur der Herr Zebaoth selber gewesen sein, der dich da gerufen hat! Geh, lege dich wieder hin und wenn du wieder gerufen wirst, so antworte mit ergriffener Stimme: Rede, HERR, dein Knecht hört.“ (1. Sam. 3,9 ff)

Gott Jehova kannte die Spielregeln und seinen Einsatz:

Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: „Samuel, Samuel!“

Und Samuel sprach: „Rede HERR, denn dein Knecht hört.“

Danach haben sich der Herr Zebaoth und Samuel über Samuels Chef Eli ausgesprochen. Es war ein Gekungel wie heute unter den Partei- und Gewerkschaftsbossen. Selbstverständlich waren sich Samuel und Zebaoth in der Beurteilung einig: Die Söhne Elis taugten nichts; schon gar nicht als Nachfolger ihres Vaters im Priesteramt! Und welch ein Zufall: Gerade diese Position hatte Samuel seit geraumer Zeit im Visier! Deshalb redete Samuel dem „allmächtigen“ Gott die Ausnahmen bei gewissen Nachfolgeregeln ein. Die Söhne Elis mußten endgültig ausgebootet werden. Es war nur noch die Frage zu klären, wie man die Lagebeurteilung und den zwangsläufigen Beschluß seinem bisherigen Arbeitgeber Eli plausibel macht.

Aber wozu läßt man sich bei einem spitzbübischen Oberpriester einschreiben, wenn man nicht die Absicht verfolgt, konsequent auf den persönlichen Vorteil bedacht zu sein, und diesen mit allen überirdischen Raffinessen auszunutzen!

Der alte Eli war nicht nur reichlich schusselig geworden, sondern aus hemmungslosen Gewohnheiten zwangsläufig dem religiösen Wahn verfallen. Samuel strotzte dagegen vor Tatendrang. Er erzählte seinem irdischen Chef, daß er, auf sein eigenes Anraten, die ganze Nacht mit dem Herrn Zebaoth, dem israelischen Kriegsgott, die Lage besprochen habe. Und diese Lage sei sehr „besch...eiden“, wenn nicht noch deutlicher, doch er möchte aus angeborener Zurückhaltung nicht darüber reden. Er zierte sich eben solange, bis sein Chef ihm drohte: „Gott tue mir dies und das an, wenn du mir nicht sagen willst, was los ist!“ (1. Sam. 3,17 ff)

„Also bitte“, sagte Samuel gequält, „wenn du es nicht anders haben willst, so werde ich alles verraten, was Gott mit dir vorhat, obgleich Vertraulichkeit beschlossen wurde. Auf deine Verantwortung! Es ist nichts Gutes: Deine Söhne wurden als deine Nachfolger von Gott verworfen. Ihre Schuld soll nicht gesühnt werden.“ 

Samuel hatte Eli im Auge behalten und mit Behagen festgestellt, daß der Alte alles, zwar bitter wie Galle, aber dennoch geschluckt hat. Schweren Herzens zog Eli die Konsequenzen:   

„Wenn die Sache so schlecht für mich und mein Haus bestellt ist, so sehe ich nur eine Möglichkeit: Ich trete zurück und du wirst mein Nachfolger!“ 

Damit hatte Samuel sein Meisterstück vor sich selbst, vor Eli und vor der israelischen Welt abgeliefert:

Und ganz Israel von Dan bis Beerseba erkannte, daß Samuel damit betraut war, Prophet des Herrn Zebaoth zu sein. Und der Herr erschien weiter zu Silo, denn der HERR offenbarte sich Samuel zu Silo durch sein Wort. Und Samuels Wort erging an ganz Israel. (1.Sam. 4,1)

Was kommen einem frommen Deutschen nicht für Parallelen in den Sinn, wenn man von solch ergreifenden, halb geheimen Gesprächen mit dem Höchsten erfährt?!

Nein, die Welt hatte sich im Detail wohl verändert, aber im großen und ganzen bleibt alles dem Prinzip treu. Nach der Devise: Aus Erfahrung gut.

Das direkte Gespräch mit dem Herrn Zebaoth hätte dem frommen Bundeskanzler Helmut Kohl niemand abgenommen.

Auch hätte er aufgrund seiner Bibelkenntnis und seiner Entdeckung dieses selbstgemachten mosaischen Gottes das Zitat ein wenig umwandeln können in: Rede Knecht, dein Herr hört! Aber das wiederum hätten die wenigsten verstanden. Und er hatte auch Karl May gelesen! Das half!

Deshalb gab es ja zum Glück das „Große Ehrenwort“, welches gegenüber einem ebenso Gewaltigen wie dem selbstgebastelten Herrn Zebaoth gegeben worden war! Ach, was lernt man nicht alles aus dem „Wort Gottes“ für den täglichen Bedarf! Und von Karl May!

Oder sollten da auch gewisse Gene wirken? Die Raffinesse? Das brutale Lügen! Viele Anzeichen sprechen dafür!  

Um das Lebens-Bild von Eli abzurunden und abzuschließen ist zu sagen, daß ihn dieses Pleiten- Pech- und Pannenerlebnis vollständig und im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Gleichgewicht geworfen hat, da zu dieser Zeit die Philister, Angehörige eines nicht semitischen Volkes, den Israeliten auch noch die Bundeslade geklaut hatten:

Als der Melder von der Lade Gottes sprach, fiel Eli rücklings vom Stuhl an der Tür und brach seinen Hals und starb, denn er war alt und ein schwerer Mann. (1. Sam. 4,17)

Samuel war von nun an hauptamtlich als Richter im Lande Israel unterwegs. - Vielleicht hat er ähnliche Erlebnisse gehabt, wie sie der Richter Adam in Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ später hatte. - Einladungen mit geistigen Getränken gab es sicher öfter.

Aber der nun schon gesetztere Samuel ging weiter seinem Propheten-Beruf nach: Mit Zebaoth zu reden und nach „seinen“ Anweisungen zu handeln. Er arbeitete nach der Erkenntnis, daß Politik die Kunst des Möglichen ist; und wenn man mit dieser Kunst am Ende ist, darf man getrost auf die Kriegs-Kunst zurückgreifen.

Wenn er auch auf die Meinung des Volkes grundsätzlich nicht viel gab, so hielt er es aus taktischen Gründen für richtig, so zu tun, als ob ...; aber eigentlich handelte es sich in erster Linie um eine Taktik zur zielstrebigeren Durchführung seiner Absichten.

Auf jeden Fall hielt er sein Ohr an der Volksseele. Das Volk Israel hatte damals nämlich keinen König. Aber es wollte einen haben, weil es sich ohne ihn „nackt“ fühlte. Ein Richter liefert eben doch nicht den Kitt, den die Autorität eines Königs bietet!

Zuerst versuchte Samuel, dem Volk die Sehnsucht nach einem König auszureden. Er merkte jedoch bald, daß er damit kein Glück haben würde. Selber wollte er, entsprechend seinem Naturell, niemals König werden! - Weil er die große Verantwortung als ein lebensgefährliches Berufsrisiko entdeckt hatte. (1. Sam. 8,5 ff)

Um die Sache etwas spannender, aber für ihn auch gefahrloser verlaufen zu lassen, sprach er ein paar Takte mit dem israelischen Kriegsgott Zebaoth, der ihm riet, dem Volk Israel seinen Willen zu lassen. Es sollte seinen König bekommen!

So sah für Samuel die Lage schon wieder viel günstiger aus. Des Volkes Wille sollte sein irdisches Himmelreich sein. Früher oder später würde es die Folgen selber tragen.

(Auf heute bezogen kann man sagen: Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient!)

Und da er, der Samuel, weit im Lande herumkam, hielt er die Augen offen, um einen geeigneten Mann, möglichst einfältig und lenkbar, als Anwärter für den Posten eines Königs zu finden.

Es versteht sich von selbst, daß er seine eigenen Söhne inzwischen mit Richterämtern versorgt hatte. Nach dem Motto „Wie der Herr, so’s Gescherr“ waren Zeit und Gewohnheiten auch im Hause Samuel abgelaufen. Seine Söhne litten an der Maul- und Klauen-Seuche, die in diesen Kreisen immer grassiert. Sie rissen das Maul auf, und sie konnten das Klauen, nicht lassen.

Damals bereits waren Selbstbedienungseinrichtungen gang und gäbe. Sie wurden zu Vorbildern für ganze Generationen. Nur die Möglichkeiten wurden inzwischen vielfältiger. - Ja, ja, das spürt man förmlich, wie gern die Last der Gene getragen wird! 

Ganz wie im richtigen Leben heutzutage. Man sieht, wie dauerhaft sich „gute“ Sitten und Gebräuche halten können. Auch für Samuels Brut traf das Sprichwort zu: „Priesters Kinder, Lehrers Vieh geraten selten ... „ na, Sie wissen schon.

Die Söhne suchten ihren Vorteil und nahmen Geschenke und beugten das Recht. Samuel war viel zu gerissen, um daraus persönliche oder familiäre Konsequenzen zu ziehen. Vielleicht hatte er auch sein Ehrenwort gegeben, das er nicht brechen durfte! Es lief also alles (wie) geschmiert weiter. Rücksprache mit seinem überirdischen Chef, Herrn Zebaoth, brauchte er nicht zu halten. Er wußte ja aus seiner Lehrzeit, wie man als gerissener Vertreter seiner Zunft solche Probleme löst.        

Das Volk sah dagegen, daß es bei einer derart korrupten Gesellschaft immer der Dumme blieb und begann zu murren.

Eins hatte Samuel noch nicht entdeckt. Er hätte nämlich das Volk, das gegen die Selbstbediener und Korrupten auf die Barrikaden ging, nur zu Rechtsradikalen erklären müssen! Vielleicht hätte er das Volk damit von allen echten Problemen abhalten können; wie es heute mit dieser Methode bestens klappt.   

Die Israeliten glaubten, durch die Ausrufung eines Königs dem allgemeinen Niedergang begegnen zu können. Samuel sträubte sich zwar, aber da er um sein Leben bangte, heulte er mit den Wölfen. Einen fabelhaften Ratschlag hatte er schon parat: Er erbot sich, mit seinem obersten Chef, dem allmächtigen Herrn Zebaoth, zu reden. Von ihm wollte er sich Rat holen, wen man zum König wählen könne.

Samuel vertraute auf einen alten Taschenspielertrick. Mit einer Art Notbremsung wollte er noch einen Versuch unternehmen, den Zug der Zeit, die Bestrebungen nach einem König, zu stoppen.

Er hielt dem Volk vor Augen, was es bei einer Königsherrschaft alles an Unangenehmem zu erwarten hätte. Mit einem solchen Themeninhalt versuchte er sein Glück als Demagoge. Die Rede hatte ihm angeblich der Herr Zebaoth persönlich diktiert. (1. Sam. 8,10):

„Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen für seinen Wagen und seine Gespanne, und daß sie vor seinem Wagen her laufen, und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig, und daß sie ihm seinen Acker bearbeiten und seine Ernte einsammeln, und daß sie seine Kriegswaffen machen und was zu seinen Wagen gehört.

Eure Töchter aber wird er nehmen, daß sie Salben bereiten, kochen und backen. Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und seinen Großen geben. Dazu von euren Kornfeldern und Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern geben. Und eure Knechte und Mägde und eure besten Rinder und eure Esel wird er nehmen und in seinen Dienst stellen. Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müßt seine Knechte sein. Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird euch der Herr Zebaoth zu derselben Zeit nicht erhören.“

Da hatte er nun alle Register gezogen, um dem Volk in die Parade zu fahren, aber es half alle „göttliche Überredungskunst“ nichts. Das Volk wollte seinen König haben!

Als erfahrener Psychologe wußte Samuel, mit welcher priesterlichen Täuschung er das gemeine Volk beeindrucken konnte: Er „sprach“ vor allen Leuten laut und deutlich mit seinem Kriegsgott und klagte ihm sein Leid:

„Du hast nun selbst gehört, Herr Zebaoth, daß dein Volk sogar auf deinen Rat nicht hören möchte. Es will unbedingt seinen Willen und einen König haben. Du bist weit genug entfernt, aber ich stehe hier in der Sch...ußlinie. Also, was rätst du mir? Was soll ich tun?“

Das Volk hatte Samuels Klage vor Gott mit angehört. Bei der Antwort des Herrn Zebaoth versagten jedoch sämtliche Antennen des gemeinen Volkes - ähnlich wie beim heutigen Pay-Fernsehen; nur gegen Bezahlung ist der Empfang möglich! Allein Samuel hatte mit seinem Spezialempfänger für diplomierte Propheten einen ausgezeichneten Kontakt. (1. Sam. 8,22):

„Gehorche der Stimme des Volkes und mache ihnen einen König!“

Samuel machte kurzen Prozeß und sprach zum Volk: „Nun habt ihr genug geredet! Gott hat eure Wünsche gehört, und er hat mich damit beauftragt, euch einen König zu machen. Ihr könnt jetzt wieder nach Hause gehen.“

Samuel trat danach, wie üblich und schon wegen der einträglichen Spesen, als Richter seine Reise über die Dörfer und Städte an. Schließlich lebte er von den zur Gewohnheit gewordenen „milden Gaben“, die ihm, wie allen nicht auf den Kopf gefallenen Weisen, Sehern und Politikern, in reichlichem Maße zustanden.

Und dabei hielt er mit von Jehova ausgestattetem, also „göttlichem“ Spürsinn, Ausschau nach einem geeigneten Mann, den er dem Volk als König präsentieren konnte. Für ihn standen die Kriterien für einen solchen Kandidaten fest: Er sollte eine imposante Erscheinung sein, aber ansonsten möglichst ein Depp, den er, Samuel, so mit links lenken wollte.

 Bald war eine von Jehova auf Leitstrahl gelenkte verheißungsvolle Figur auf Zielkurs und in Sicht.

Um möglichen Verwirrungen vorzubeugen: Wenn im Alten Testament von den verschiedenen Allmächtigen wie „HERR“, „Zebaoth“, „Gott“, „Jehova“ und „Jahve“ die Rede ist, so ist dies keineswegs als ein Hinweis auf die spätere Dreifaltigkeit „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ aus dem Neuen Testament zu verstehen. - Es ist dies der mosaisch-christliche National-Gott der Israeliten, der unter verschiedenen Pseudonymen schreibt, spricht und unsichtbar auftritt.


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Erich Glagau


SA marschiert ...

Erinnerungen an meine SA-Zeit

Privater Vortrag von Erich Glagau, 2005


Die Fahne hoch ...
Brüder in Zechen und Gruben ...
Es pfeift von allen Dächern ...
Siehst du im Osten das Morgenrot ...
Wir fragen nicht nach Rang und Stand ...


„Trotziger Stolz
und heiliger Glaube
sind die Lieder
eines hoffenden Volkes“
(Adolf Hitler)


Was haben sich nach 1945 die möchtegern „Historiker“, die von den Besatzern gewünschten sogenannten „Politiker“ und all die vielen ungenannten Schwätzer die Mäuler zerrissen, als es galt, eine den Siegern gerechte Darstellung des Nationalsozialismus zu liefern!

Von den Gegnern des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes gern benutzte, aber absolut inhaltslose Schlagworte stehen bis heute in Verbindung mit der Farbe „braun“. Zum Beispiel: Der „braune Sumpf“, die „braune Pest“. – Allerdings fehlen ihnen die politischen Argumente; sonst hätten sie bei der Wahrheit bleiben müssen, und die spricht für uns! So leben diese Verleumder unter dem Schutz der Besatzung allein von und mit der Lüge.

Das aber ist reine Diffamierung der besseren Konkurrenz! Gerade darin unterscheiden wir uns bis heute von unsern politischen Gegnern. Wir sprechen zur Sache und bleiben bei der Wahrheit, und das wollen sie nicht hören!

Ich will mich bemühen, ein Bild der SA aus meiner Zeit zu zeichnen. Es wurde besonders von der Kameradschaft, der Zuverlässigkeit, der Pünktlichkeit und all dem geprägt, was die Disziplin und die Opferbereitschaft für unser Volk beinhaltet.

Wie kam es überhaupt zur Farbe braun, die in der NSDAP eine so große Rolle spielte? Die ganz Schlauen unserer Gegner hatten auch dafür eine Erklärung parat: Adolf Hitler hätte wegen Eva Braun seinen Sturmabteilungen eine braune Uniform verpaßt. Schon daran erkennt man das geistige Niveau dieser politischen Blindgänger.

 Halten wir uns nicht mit Lumpengesindel auf! Sie waren und bleiben Verräter am eigenen Volk und damit Helfer der Feinde!

In den Anfängen der SA gab es gar keine Uniformen. Das heißt, jeder fand sich zu den Treffen in der Kluft ein, die ihm zur Verfügung stand. Es wurde ein sogenanntes „Räuberzivil“ getragen. Der Anstoß, das zu ändern, kam von draußen.

Die Bolschewistische Revolution in Rußland hinterließ eine grauenhafte Blutspur, und diese Methode wurde von den herrschenden Sowjets nachweislich auch in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg angestrebt und teilweise durchgeführt. So kam es, daß die politischen Auseinandersetzungen kompromißlos in Schlägereien und Morden endeten. Da in diesem Kampfgetümmel Freund und Feind rein äußerlich nicht zu unterscheiden waren, mußte man aufpassen, aus Versehen nicht den eigenen Kameraden zu erwischen.

Das war der Grund einer Uniformierung. Aber wie kam man nun ausgerechnet zur Farbe braun? Auf keinen Fall war Eva Brauns Name der Grund, noch ihre Augen- oder Haarfarbe. Oder hatte Adolf Hitler vielleicht doch eine Schwäche für braun? Ich meine die Farbe braun!

Der wahre Grund ist denkbar einfach: Ein Posten brauner Hemden sollte kurz vor Ende des Krieges nach Afrika an General Lettow-Vorbeck verschifft werden. Dazu kam es nicht mehr. Die Hemden blieben da liegen, wo sie waren, in Österreich, und keiner wußte, was damit geschehen sollte. Davon erfuhren einige erste Gefolgsleute Hitlers, wie Göring und Roßbach, die, wie viele andere, Offiziere des Ersten Weltkrieges gewesen waren.

 Diese braunen Hemden wurden auf Umwegen gekauft, und im Mai 1924 gab Roßbach einen Uniformierungsbefehl „in braun“ heraus. Es kam also zu einem reinen „Zufallbraun“! Halten wir uns nicht länger mit solchen Nebensächlichkeiten auf!

Es war eine Selbstverständlichkeit, daß die ersten Führer dieser Sturmabteilungen, der SA, ehemalige Offiziere waren. Diese Männer hatten das Führen ihrer Soldaten im Kriege gelernt und sahen ihre Aufgabe hauptsächlich darin, die sowjetisch gelenkten deutschen „Spartakisten“ mit ihren blutigen Gewaltaktionen ebenso, aber mit abwehrender Gewalt, zu verhindern. Es entstanden die Freikorps, die im Baltikum und in Schlesien bei der Befreiung widerrechtlicher Besetzungen deutschen Bodens, besonders durch die Polen, eingesetzt wurden.

In Folgendem unterschieden sich jedoch zwei auf der nationalen Ebene kämpfende Gruppen: Hitler erkannte die Gefahr des Bolschewismus als Politikum, während die Offiziersgruppe die Abwehr der bolschewistischen Gefahr in Gestalt des Spartakusbundes sah.

Der Spartakusbund, eine kommunistisch-revolutionäre Vereinigung, wurde bereits 1917 gegründet, also während des Ersten Weltkrieges. Ihre Führer waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Sie wurden von ihren bolschewistischen Freunden aus der Sowjetunion mit allem unterstützt, was sie brauchten. Während der deutschen Novemberrevolution 1918 wollten diese Leute das sowjetische Rätesystem einführen. In München und anderen Städten hatten sie für kurze Zeit Erfolg.

Bezeichnend ist, daß bei den Sowjets, in Berlin, München und anderen Plätzen immer Leute ganz bestimmter Herkunft diese blutige Revolution anführten. Es waren überall Juden.

 Auch dies muß ich hier einfügen: Alle Juden in der ganzen Welt sind zuerst Juden! Ihre jeweilige fremde Staatsangehörigkeit hat untergeordnete Bedeutung. Bestätigt wurde dies durch Ignatz Bubis, als er Führer der Juden in Deutschland war. Nach seinem Tode wurden meine diesbezüglichen Aussagen durch andere jüdische Führer und Zeitungen bestätigt.

Trotzdem will ich hier eine Sicherung einbauen, denn heutzutage ist es für jeden nationalen Deutschen gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Insbesondere haben bestimmte Minderheiten, wie zum Beispiel die Juden, gewisse Vorrechte, von denen jeder anständige Deutsche nur träumen kann. Wenn man mich also für die Bekanntmachung der das deutsche Volk bedrohenden Machenschaften bestimmter Juden belangen sollte, so werde ich gewiß durch das zu erwartende „Diskriminierungsgesetz“ geschützt werden. Es sei denn, man wollte mich aus Gründen der Preisgabe einer Wahrheit verurteilen. Dann müßte allerdings der Name des Gesetzes geändert werden!  

Auf dem Parteitag 1918/19 wurde der Spartakusbund in „Kommunistische Partei“ umgewandelt. 

Aus dieser politischen Sach- und Zwangslage ist klar zu erkennen, daß der Hauptgegner des nationalen Deutschland die von Moskau gelenkten Kommunisten waren.

Adolf Hitler kam es darauf an, die deutschen Menschen davon zu überzeugen, daß Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet werden muß, und zwar von innen, von der Seele her und zur Bewahrung des deutschen Volkes und seiner Kultur.

Hitlers Art zu sprechen war volksnah und mitreißend. Er war in der Lage, das auszusprechen, was viele Menschen wohl innerlich spürten und auch dachten, aber selber nicht zu formulieren wußten. Er sprach diesen Deutschen damit aus der Seele.

Natürlich haben das auch die Gegner erkannt. Die führenden Sozialdemokraten sahen in Hitler und seinen Anhängern eine reine machtpolitische Konkurrenz, denn es gehörten zu ihnen ja auch einige Antinationale, was die Blutsgruppe betrifft, die zu einer Wahlverwandtschaft mit den Kommunisten neigten. Das hatte alles nichts mit der Sorge ums deutsche Volk zu tun!

Zum Beweis: Ich wurde als junger Bursche, ich war etwa 16 alt und noch in der Hitler-Jugend, aus der Königsberger Stadthalle regelrecht hinausgeworfen. Hier fand nämlich eine SPD-Versammlung statt. Es sprach der Reichstagsabgeordnete Heilman. Als er laut in den Saal rief: „Ich kenne kein Vaterland das Deutschland heißt!“ schrie ich laut dagegen: „Was sucht der denn hier in Deutschland?“ Die Folge war, ich wurde von einigen seiner Hiwis gepackt und eine Wendeltreppe runtergeboxt.

Gut, ich hatte die SPD-Versammlung damit gestört, aber ich hielt mich wegen der ungeheuerlichen Standortbestimmung dieses Juden für berechtigt.

Zum Vergleich stellen Sie sich einmal vor, in Israel ruft jemand von einer Bühne herunter: „Ich kenne kein Vaterland, das Israel heißt!“ – Diesen Menschen würde man doch auf der Stelle erschießen!

Zurück in die Zeit vor 1933!

Dieser „Konkurrenzkampf“ der Parteien zwischen den Internationalisten, die außer Schlagworte nichts zu bieten hatten, und der NSDAP, führte dazu, daß nicht nur die kommunistischen Schlägerbrigaden des „Rotfrontkämpfer-Bundes“ die Versammlungen der NSDAP mit Gewalt störten, sondern auch die sozialdemokratischen Schläger des „Reichsbanners“ und der „Eisernen Front“.

Um trotzdem die Versammlungen der NSDAP bis zum Ende durchzuführen, wurden die Sturmabteilungen, also die SA, eingesetzt.

Schon vorher hatte Hitler seine „Schutz-Staffel“ gegründet, die SS, und sie für den reibungslosen Ablauf seiner Versammlungen eingesetzt. Die große Masse des politischen Kampfes sollte jedoch der SA übertragen werden.

Grundsätzlich hat sich die NSDAP von den Kommunisten und Sozialdemokraten insofern unterschieden, als sie in den deutschen Frauen und Männern Volksgenossen sahen, die alle zusammen in einer Schicksalsgemeinschaft lebten.

Wir wollten unsere Ideen und unsere Liebe zum deutschen Volk nicht in unsere Volksgenossen hineinprügeln, sondern wir wollten sie von dieser Schicksalsgemeinschaft überzeugen! Dieser Lebens- und Überlebenskampf des deutschen Volkes wurde uns von unseren äußeren Feinden aufgezwungen. Schon 1914 und noch mehr verstärkt war dies der Grund des Zweiten Weltkrieges 1939, der bis heute nicht beendet ist. Der Neid auf die Erfolge aufgrund unserer Tüchtigkeit und die gegensätzliche Weltanschauung; nämlich unserer Devise „leben und leben lassen“ trennte uns.

Wir wollten durch Leistung das Leben meistern, während die wichtigsten Drahtzieher auf der anderen Seite nur an den Reibach dachten und dabei buchstäblich über Leichen gingen. Schamloser Betrug und der Umweg über die Zinsknechtschaft war ihnen ein „religiöses“ Bedürfnis, alle armen Nationen an die Wand zu drücken. Diese Absicht von damals müßte beim Stand der heutigen Entwicklung allen die Augen öffnen.

Anfang der 1920iger Jahre studierte in Berlin ein junger Mann, dessen Name solange einen Platz in Deutschland behalten wird, solange es Deutsche gibt. Er heißt Horst Wessel. Er hatte mit 21 Jahren eine Rede gehalten, mit der er Dr. Goebbels begeisterte. Dieser junge Mann war ein Idealist, der Vorbild war und geblieben ist. Sein Lied „Die Fahne hoch ...“, das auch als „Horst-Wessel-Lied“ bekannt ist, wurde nach 1933, bei feierlichen Anlässen nach dem „Deutschland-Lied“ gesungen. Es gehörte nicht offiziell zur Nationalhymne. Das blieb immer „Das Lied der Deutschen“, wie es sein Dichter, Hoffmann von Fallersleben, genannt hat.

Horst Wessel wurde 1907 in Bielefeld geboren. In Berlin lebte er im Stadtteil Friedrichshain. Sein Lied „Die Fahne hoch“ war nicht nur im Text allen Kämpfern der NSDAP auf den Leib geschrieben, sondern auch die Melodie war sozusagen ein Ohrwurm. Bald wurde es von allen Kameraden im ganzen Reich gesungen. Und wie es für alle Autoren gilt, so sollte Horst Wessel das ihm zustehendes Honorar in Mark und Pfennig erhalten. Seine Vermieterin erfuhr davon und erhöhte ohne zu verhandeln den Mietzins um monatlich 13 Mark. Das war damals viel Geld. Horst Wessel lehnte diese Erhöhung ab, und die Antwort dieser „Dame“ war, er werde schon sehen, was er davon habe. Sie wandte sich diesbezüglich an die ihr nahestehenden Rotfrontkämpfer der Nachbarschaft mit der Bitte um Beistand der Genossen.

Der Zuhälter Albrecht Höhler ließ sich nicht zweimal bitten. Am 14. Januar 1930 hatte er eine bewähre Schlägerkolonne beisammen, um dem SA-Sturmführer Horst Wessel eine „proletarische Abreibung“ zu verpassen. Das war der übliche Rotfront-Jargon. Er selber hatte eine geladene Pistole in der Tasche. Die Wirtin hatte „Ali“ gewarnt, Wessel sei bewaffnet. So schlich sich der ganze Trupp bis zur Wessel-Mansarde hinauf.

Als auf das Klingeln die Tür geöffnete wurde, schoß Höhler sofort Horst Wessel in den Mund. Er brach blutend zusammen. Der Mörder flüchtete mit seinen Komplizen.

Nach fast sechswöchigem entsetzlichen Leiden im Krankenhaus starb Horst Wessel, inzwischen völlig abgemagert, am 23. Februar 1930.

Am 1. März fand die Beerdigung auf dem Nikolai-Friedhof von Berlin statt. Die Kommunisten hatten die Friedhofsmauer mit Sprüchen beschmiert und den Ermordeten als „Hitlers Zuhälter“ beschimpft.

Wilfried von Oven, er war der letzte Sekretär von Dr. Goebbels, schreibt in seinem Buch „Mit ruhig festem Schritt“: Sie kamen aus der Lügen- und Sudelküche Willi Münzenbergs im Hauptquartier der KPD. Die eindeutig politische Bluttat paßte nicht ins Werbekonzept der Roten, die damals auf parlamentarischem Weg an die Macht kommen wollten. So erfand Münzenberg den Schwindel, es habe sich bei Horst Wessels Tod um eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen berufsmäßigen Zuhältern gehandelt.

Die SED-Regierung in Mitteldeutschland hielt sich bis zu ihrem Zusammenbruch 1989 an diese Version, die auch von den Umerziehern im Westen gern verbreitet wurde. Der Mörder wurde schon damals eindeutig identifiziert und zu sechs Jahren und einem Monat Zuchthaus verurteilt, obwohl ihn eine so gewiefte Genossin wie Hilde Benjamin verteidigte, die später als Vizepräsidentin des Obersten Gerichts der DDR in zahlreichen großen Schauprozessen in Mitteldeutschland als „rote Guillotine“ fragwürdige Berühmtheit erlangte.

Nach der deutschen Niederlage 1945 haben rote Rowdies das Grab Horst Wessels bei einer nächtlichen Aktion aufgegraben und den Schädel in die Spree geworfen. Diese Grabschänder hatten sich jedoch im Grab geirrt und den Schädel des Vaters in ihrem Sinne behandelt.

Dazu ein notwendiger Vergleich zum Unterschied der politischen Kulturen: Die als das personifizierte Böse verunglimpften Nazis haben allein durch ihre Haltung in Fragen des Anstands und der Würde ihrer Charaktere die Gräber Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts während der 12jährigen NS-Zeit unbehelligt gelassen. Daran erkennt man deutsche Art!

Durch die jährlichen Treffen ihrer roten Verehrer an diesen Gräbern bestätigen sie vor allem die hervorragende Charakterfestigkeit der von ihnen mordend bekämpften nationalsozialistischen sauberen Grundeinstellung! So gesehen danken wir diesen Leuten in jedem Jahr aufs neue für die Unterstreichung unserer sauberen Haltung!

Noch etwas muß in diesem Zusammenhang auf die heutige Zeit angeprangert werden: Wenn irgendwo ein jüdischer Friedhof geschändet wird, sind politische Fälscher sofort bei der Behauptung, Neonazis hätten dies getan. Wer so etwas tut, kann niemals Nazi sein oder gewesen sein! Nachweislich wurde ein jüdischer Friedhof von einem jüdischen Studenten geschändet. 

Diese Tatsachen sprechen für eine ganz andere Gefühlswelt der Nationalsozialisten. Und ich bin stolz, einer von ihnen zu sein!

Ein Jahr danach schrieb Dr. Goebbels für den Berliner „Angriff“, sein Leib- und Magenblatt, einen Leitartikel zum Tode Horst Wessels. Darin zeichnete er ohne Phrasen und ohne Pathos das Gesicht des Deutschlands von morgen, für das es sich zu leben und zu sterben lohnt. Über 200 SA-Männer sind in diesen Jahren im Kampf um die Macht gefallen. Über die Zahl der Verwundeten liegen mir keine Angaben vor.

Um die Hinterbliebenen der gefallenen oder verwundeten Kameraden der SA nicht in wirtschaftliche Not geraten zu lassen, wurde für jedes Mitglied eine Versicherung abgeschlossen, die monatlich nur ein paar Pfennige kostete, den Angehörigen aber im Notfall half.

Bei einem solch gewaltigen geistigen Umbruch in einem großen Teil unseres Volkes kann es trotz eines vermeintlich einheitlichen Strebens durchaus zu Störungen bezüglich des taktischen Verhaltens kommen. Davon blieb auch die NSDAP mit ihrer SA nicht verschont. Wie solche Phasen überstanden werden, kann manchmal vom Handeln weniger oder sogar einem einzigen Menschen abhängen.

Ein enger Vertrauter Hitlers, Ernst Röhm, war nach seinem Aufenthalt in Bolivien, wo er als Organisator des dortigen Heeres gewirkt hatte, nach Deutschland zurückgekehrt. Er wurde von Hitler als Oberster SA-Führer eingesetzt, weil der bisherige Amtsträger, ein ehemaliger Offizier des Ersten Weltkrieges, Hauptmann a. D. Dr. h. c. Otto Wagner, diese Position bis dahin bekleidet hatte, nun aber als Berufssoldat ins Hunderttausendmann-Heer eingetreten war. Es wird von Kennern der damaligen Lage vermutet, daß, wenn Wagner das Kommando über die SA behalten hätte, es zu keinem 30. Juni 1934 gekommen wäre.

Zum Geschehen des sogenannten „Röhm-Putsches“ kann ich nicht mehr als Vermutungen äußern. Röhm war bestrebt, das 100.000-Mann-Heer der Wehrmacht durch eine Art Volksheer zu ersetzen. Der adlige Klüngel um Hindenburg war ihm zu reaktionär. Daß er mit diesen Gedanken ziemlich recht hatte, bewies das Attentat vom 20. Juli 1944.

Hitler allerdings befürchtete einen frühen Termin eines Angriffs der westlichen Plutokratien, um seine auf viele Jahre geplanten Reformen möglichst bald auf kriegerischem Wege zu verhindern. Er sah sich auf die Militärs angewiesen.

Daß er damit nicht unrecht hatte, wurde durch die jüdische Wirtschaftskriegserklärung vom 24. März 1933 bewiesen.

Die Gründe, die zu den Spannungen von 1930 führten, waren die unterschiedlichen Ansichten zum politischen Kurs. Einigen SA-Führern war der beabsichtigte Weg zur sozialen Revolution nicht gründlich genug geplant. Andere suchten Tuchfühlung bei den Deutschnationalen und Konservativen. Dr. Goebbels gehörte zu den Verfechtern einer deutlichen sozialen Revolution. Im übrigen gab es keine sichtbare Trennung zwischen der SA und den Amtsträgern der NSDAP. Für Goebbels bestand wegen seiner körperlichen Behinderung keine Möglichkeit, bei der SA mitzumaschieren. Die Zusammenarbeit war aber vielleicht gerade deshalb besonders eng. Dr. Goebbels und Horst Wessel waren ein Herz und eine Seele.

Ich möchte jetzt zu meinen persönlichen Erlebnissen in Verbindung mit der SA kommen.

Da ich für mein Alter schon sehr stark am politischen Geschehen interessiert war, bei der SA aber das Mindestalter 18 verlangt wurde, landete ich zuerst bei der HJ, der Hitler-Jugend. Das war im Sommer 1930, und es war kurz vor meinem 16. Geburtstag.

Dieses Jahr hatte innenpolitisch besondere Bedeutung. Am 14. September fanden Reichstagswahlen statt, bei der die NSDAP von 12 auf 107 Sitze anstieg. Das Ergebnis kam nicht aus heiterem Himmel; es hatte harter Arbeit bedurft.

Ich lebte in Königsberg. Hier erschienen zu den Wahlversammlungen die Größen aller Parteien. Weniger interessierten mich die Parteien der sogenannten Mitte, wie das katholische Zentrum und die Liberalen mit ihrer Deutschen Staatspartei. Auch die Deutschnationalen standen weniger auf meiner Besuchsliste. Dagegen ließ ich keine Versammlung der NSDAP aus und die der linken Konkurrenz KPD und der SPD.  

In Königsberg, im Haus der Technik, ein Bau der Ostmesse, fanden etwa 20.000 Menschen Platz. Daneben, in einer stillen Straße gab es den Tattersall, der für Reiter mit ihren Pferden reserviert war.

Als Adolf Hitler zu einer Wahlversammlung nach Königsberg gekommen war, wurde ihm die Hitlerjugend vorgestellt, die im Tattersall angetreten war. Zwar waren wir in Dreierlinie angetreten, aber als Hitler die Front abschritt, mußte jedes Glied drei Schritte vortreten, so daß er an der nächsten Linie sehr dicht und sehr langsam vorbeischritt. Dabei hat er jedem einzelnen von uns in die Augen gesehen, und wir waren davon so ergriffen, daß wohl kaum jemand diesen Blick je wird vergessen haben.

Ich habe Adolf Hitler später noch viele Male gesehen, zum Beispiel auch 1933 auf dem Parteitag in Nürnberg. Nicht nur sahen wir ihn alle zusammen auf dem riesigen Marsfeld bei der Hauptveranstaltung, sondern anschließend, als er den Vorbeimarsch aller Verbände auf dem Marktplatz, in der Innenstadt von Nürnberg, abnahm.

In Königsberg erschienen unter anderen Hermann Göring, Dr. Frick, der spätere Innenminister, Dr. Goebbels natürlich, Prinz August Wilhelm, kurz Prinz Auwi genannt. Einmal bekamen er und Dr. Goebbels die Gummiknüppel der Königsberger Polizei zu spüren.

Es fallen mir nicht alle Namen unserer Redner ein. Aber auffallend waren die Unterschiede der Inhalte der politischen Reden zwischen denen der NSDAP und denen der KPD und SPD.

Die KPD suchte deutlich ihr Heil und ihre Hilfe in Moskaus, während die SPD schon damals das Bla-Bla vortrug wie es heute bei SPD und CDU noch zu hören ist: Jahrelange Versprechungen, dann und dann würde sich die Lage bessern – und nichts passierte.

Nicht nur in Königsberg, sondern auch im ganzen Reich wurden außerhalb aller Wahlveranstaltungen von der SA kleine Hausversammlungen abgehalten, zu denen wir die Kommunisten oder die Sozis eingeladen hatten. Diese kleinen Treffen im Nachbarschaftsbereich zeigten überall großen Erfolg. Als die Partei-Spitzen von KPD und SPD von unseren Erfolgen erfuhren, wurde die Parole ausgegeben: Keine Diskussionen mehr! Hautse auf die Schnauze!

Im Sommer 1932, als ich 18 wurde, bin ich sofort zur SA übergewechselt und in die NSDAP eingetreten. Da fühlte ich mich richtig zu Hause, denn das waren ja alle richtigen Männer. Hier lernte ich noch mehr die Volksgemeinschaft kennen. Beruflich war alles durcheinandergewürfelt. Arbeiter, Arbeitslose, Akademiker, ältere Schüler der höheren Schulen, Handwerker, Studenten und auch einige Geschäftsleute, die keine Angst hatten, daß sie ihren Laden eines Tages als Scherbenhaufen vorfinden würden.

Ich wohnte im roten Viertel Ponarth. Dort war ich natürlich als „Nazi“ bekannt. Aber wir kannten uns auch als Nachbarn, und das hatte den Vorteil, daß ich zu manchen Versammlungen der Kommunisten von diesen mitgenommen wurde und damit die Gewähr hatte, ohne Prügel wieder nach Hause gebracht zu werden. 

Die SA war nicht nur zu Zeiten der Wahlveranstaltungen aktiv. Wir waren eigentlich immer im Einsatz. Wir sind singend durch andere Stadtviertel gezogen. Was wir gesungen haben?: „Deutschland, Deutschland über alles“; „Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen“; „Brüder in Zechen und Gruben“; „Es pfeift von allen Dächern“ und Soldatenlieder aus dem Ersten Weltkrieg.

In den bürgerlichen Gegenden war dies kein Problem. In den roten Stadtteilen dagegen mußten wir uns gegenseitig an den Koppeln festkrallen, um von den roten Rabauken nicht einzeln in einen Hausflur oder eine Toreinfahrt gezerrt und verdroschen zu werden. Ich erinnere mich an einen erschlagenen SA-Kameraden, nach dem später ein Platz in Königsberg benannt wurde: Der Fritz-Tschierse-Platz.

Auch die KPD-Redner lernte ich kennen, wie Ernst Thälmann, der während des Krieges bei einem Bombenangriff auf das KL Weimar-Buchenwald ums Leben kam. Die Gegenseite machte daraus natürlich eine Ermordung durch die SS.

Eine politisch-menschliche höchst interessante und bezeichnende Geschichte hat sich zwischen Hermann Göring und Ernst Thälmann abgespielt. Ein SA-Kamerad, der Arzt war, mit dem mich eine besondere Freundschaft verband, hatte die Aufgabe, die KL zu inspizieren. Er war für alle Insassen ansprechbar, weil er sich auch über die seelische Verfassung dieser Leute zu informieren hatte. So trat bei seinem Besuch in Weimar-Buchenwald Ernst Thälmann an ihn heran und fragte, ob er bei ihm eine Beschwerde vorbringen dürfe. Mein Freund stimmte zu und Ernst Thälmann begann seinen Bericht:

Er habe mit einem KL-Aufseher eine politische Diskussion gehabt, bei der dieser SS-Mann nicht habe mithalten können. Darauf habe dieser die Notbremse gezogen und Thälmann so kräftig eine gescheuert, daß er zu Boden ging. Darüber war Thälmann besonders erbost, weil er ja schließlich bei der Wahl zum Reichspräsidenten mit Hitler auf der Kandidaten-Liste gestanden habe.

Mein Freund hat dieses Heinrich Himmler und auch Hermann Göring berichtet. Himmler hat eine Bestrafung des KL-Aufsehers gefordert, weil es erstens verboten war, mit den Häftlingen zu diskutieren und zweites Mißhandlungen gegen Häftlinge strikt verboten waren.

Hermann Göring hat Thälmann aus Weimar nach Berlin kommen lassen und sich bei ihm für das Verhalten des Aufsehers entschuldigt. Aber Göring hat Thälmann eine Frage gestellt, ob er, Göring, bei Übernahme der Regierungsgewalt durch die Kommunisten, nicht hätte damit rechnen müssen, sofort liquidiert zu werden.

Darauf hat Thälmann geantwortet: „Ja, damit hätten Sie wohl rechnen müssen!“

Einige Male erließ die Reichsregierung oder auch die Preußische Landesregierung ein Uniform-Verbot für die Gliederungen der NSDAP. Um uns dennoch gegenüber den Parteigenossen kenntlich zu machen, trugen wir zum Beispiel einen blanken Knopf, wie sie an den Uniformen der Postler oder Reichsbahner getragen wurden. Wenn man also einen Mann mit einem blanken Knopf am Revers sah, grüßte man laut und vernehmlich mit „Heil Hitler!“. Mir ist nicht erinnerlich, was die Polizei dann unternommen hat.

Wie ich schon sagte, bin ich im Sommer 1932 mit 18 Jahren zur SA gegangen. Im Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler. Diesen Tag erlebte ich mit Angina im Bett. Für alle, die sich nicht auskennen: Angina ist kein Mädchenname, sondern eine Erkältungskrankheit die sehr unangenehm sein kann. So bekam ich nur sehr wenig vom ganzen Geschehen mit, weil ich hohes Fieber hatte.

Für mich war jetzt der politische Kampf vorbei. Ich wurde nicht mehr gebraucht. Denn ich hatte eine andere Liebe seit 2 Jahren schon nebenbei gehabt: Die Fliegerei. Wie ich dazu gekommen bin, falls es Sie interessieren sollte, könnte ich Ihnen an einem anderen Abend erzählen.

Aber dies sollten sie heute noch erfahren: Ich war kaum von der SA offiziell aufgenommen worden, da wurde ich schon zum Truppführer ernannt. Äußere Kennzeichen waren 2 Sterne am Kragen des Braunhemdes. Die Rangzeichen waren in etwa der Reichswehr angeglichen; ich war also schon so gut wie Feldwebel, wobei ich nicht behaupten will, auch so gut wie ein Feldwebel gewesen zu sein! Warum ich diesen Beförderungssprung gemacht habe, ist eine Geschichte für sich.

Es wird etwa 1930 oder 1931 gewesen sein, als der sozialdemokratische Ministerpräsident von Preußen, Otto Braun, er war gebürtiger Königsberger, einen Aufruf an alle vaterlandsliebende junge Männer erließ, sich illegal von der Reichswehr ausbilden zu lassen. Dieser Aufruf erfolgte wegen der sich häufenden Übergriffe durch Polen auf das südlich Ostpreußen und seine Bevölkerung. Angesprochen wurden nationale Verbände wie das SPD-Reichbanner, die SPD-Eiserne-Front, der deutschnationale Stahlhelm und die Hitler-Jugend, die SA und SS der NSDAP. Die Kommunisten wurden nicht eingeladen.

Für heutige Verhältnisse ist diese Tatsache unbegreiflich, denn damit wäre ja Hitler mit dem Polen-Feldzug absolut entlastet. Ich habe nach dem Krieg an die SPD-Spitze in dieser Sache geschrieben, aber man hat es vorgezogen, alles totzuschweigen.

An verschiedenen Abenden in jeder Woche fanden wir von der NSDAP uns beim Infanterieregiment 1 in Königsberg vor der Wache ein und wurden im Dunkeln in die Kaserne geschleust. Hier bekam jeder einen Spind unter dem Dachboden, in dem er seine Zivilklamotten verstaute, um sich in im Drillichanzug von Unteroffizieren, Feldwebeln und Offizieren die halbe Nacht schleifen zu lassen.

Ich wurde bei der 13. Kompanie am Minenwerfer ausgebildet. Es wurden auch Nachtmärsche außerhalb der Kaserne gemacht. Und für diese sehr harte Schleiferei bei der Reichswehr bekamen wir keinen Pfennig Entschädigung! Es wäre uns auch nicht im Traum eingefallen, dafür etwas zu verlangen. Vielmehr hielten wir es für unsere Pflicht, im Notfall irgendwo gegen die Polen eingesetzt zu werden.

Daher also mein Rang als Truppführer bei der SA.

Auch als ich nach meiner Fluglehrertätigkeit bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule, und nach meiner Zivil-Fluglehrerzeit bei der Luftwaffe Soldat mit dem niedrigsten Rang, nämlich als „Flieger“, sofort wieder als Fluglehrer aktiv blieb, kam mir die Ausbildung bei der UWG sehr zustatten.

„UWG“ stand für „Unsere Wehr-Gemeinschaft“. Es war die Organisation, bei der ich 1930 als Hitler-Junge von der Reichswehr in Nachtkursen zum richtigen Soldaten gemacht wurde.     

Auch dies dürfte für Sie interessant sein. Ganz anders waren die Ansichten über unsere Organisationen in der politischen Kampfzeit im benachbarten Ausland. Sauberkeit, Disziplin, Zuverlässigkeit, Kameradschaft wurden als beispielhaft anerkannt.

Nach 1933 hat der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, seinen Sohn bei der Hiter-Jugend zum regulären, also üblichen Dienst angemeldet.

In den Nürnberger Prozessen hat sich die Anklage sehr bemüht, die SA als kriminelle Vereinigung einzustufen. Es gelang einem hohen SA-Führer, ich glaube es war der Obergruppenführer Jüttner, dem Gericht nachzuweisen, daß der Durchschnitt krimineller Delikte bei der SA niedriger lag als bei der Gesamtbevölkerung.

So kann ich abschließend nochmals sagen:

Ich bin heute noch stolz darauf, in der turbulenten Zeit vor 1933 am politischen Kampf bei der SA teilgenommen zu haben. Die damals gelebte Volksgemeinschaft gibt mir heute die Zuversicht und die Kraft, den Kampf um das Wohl unseres deutschen Volkes bis zu meinem Lebensende als Selbstverständlichkeit zu empfinden!


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